„Australien hat mich schon immer fasziniert. Für mich stand also früh fest, dass ich unbedingt mehr Zeit hier verbringen möchte, als nur einen Urlaub. Und dann war die Chance plötzlich da“, erinnert sich Steffen Natemeyer, der am Fachbereich Chemieingenieurwesen studiert.
Steffen Natemeyer studiert am Fachbereich Chemieingenieurwesen der FH Münster. Für ein Auslandssemester war er in Australien.

Denn im dritten Semester sprach er mit Prof. Dr. Thomas Jüstel über die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts. Und bewarb sich schließlich bei einem von Jüstels Kontakten – Prof. Dr. Michael Oelgemöller, der seit einigen Jahren in Townsville lebt und forscht. „Am nächsten Tag kam prompt die Zusage, unfassbar!“ 

»Australien ist viel zu groß, als dass man es mit nur einem Aufenthalt erkunden könnte. Und als in Deutschland ausgebildeter Ingenieur hätte ich Down Under allerbeste Berufsaussichten.«Steffen Natemeyer

Ende Februar, bei minus fünf Grad, startete er in Deutschland Richtung Australien, um dort bei 45 Grad in der Sonne zu landen. „Der Temperaturunterschied war schon ein ziemlicher Schlag. Inzwischen habe ich mich aber dran gewöhnt.“ Steffen forscht für seine Bachelorarbeit an der James Cook University im Bereich der organischen Fotochemie. „Es geht um den photokatalytischen Abbau von organischen Materialien. Es soll eine neue Anwendung der sogenannten Photo-Fenton-Reaktion entwickelt werden.“

Das Fahrrad ist Steffens liebstes Fortbewegungsmittel – auch Down Under. (Fotos: privat)
Das Fahrrad ist Steffens liebstes Fortbewegungsmittel – auch Down Under. (Fotos: privat)

Gemeint ist damit der hochreaktive, radikalische Abbauprozess von organischen Materialien – wie zum Beispiel das Schmerzmittel Diclofenac und viele andere Produkte aus der Medizin, die sich im Wasser anreichern können. Nebenbei betreut er Praktika und verbringt die Freizeit mit neu gewonnenen Freunden. „Direkt vor Townsville liegt die Insel ‚Magnetic Island‘, auf der man sich gut erholen oder auch was erleben kann. Außerdem waren wir in Cairns, in den Regenwäldern um Townsville und natürlich tauchen!“ Das einmal am Great Barrier Reef zu machen, war ein großer Wunsch, den er sich nun erfüllt hat. 

Exotische Tiere, wie hier zwei Felskängurus sind in Australien ständig zu bewundern.
Exotische Tiere, wie hier zwei Felskängurus sind in Australien ständig zu bewundern.

Am 1. September fliegt der 25-Jährige zurück nach Deutschland, allerdings wohl nur vorübergehend. „Ich möchte in Steinfurt noch meinen Master machen und danach wahrscheinlich so schnell wie möglich zurück nach Australien. Australien ist viel zu groß, als dass man es mit nur einem Aufenthalt erkunden könnte. Und als in Deutschland ausgebildeter Ingenieur hätte ich Down Under allerbeste Berufsaussichten.“ 

Von Katharina Kipp


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