Aus Plan A wurde B, und dann doch wieder A. Lea Andreae hatte sich für ein Forschungsstipendium an der University of Auckland in Neuseeland beworben. Doch weil die Antwort auf sich warten ließ, besorgte sie sich ein einfaches Working-Holiday-Visum, um vor Ort Arbeit zu suchen. „Nach Neuseeland wollte ich unbedingt, so oder so.“ Es kam dann doch anders: Sie hatte gerade das Flugzeug bestiegen, da erhielt sie die Zusage der Universität.
Lea Andreae macht an unserer Hochschule ihren Master am Fachbereich Bauingenieurwesen. Mit Hilfe eines Forschungsstipendiums lebte sie sechs Monate in Neuseeland. (Foto: Privat)

Das war im November 2015. Es folgten sechs Monate in Neuseeland, von denen sie drei an einem Projekt in Auckland mitarbeitete. „Es ging um Zusammenhänge zwischen verschiedenen Infrastrukturen. Meine Aufgabe war es, Abhängigkeiten beim Strom- und beim Verkehrsnetzwerk zu untersuchen.“ Drei weitere Monate nutzte Lea für ausgiebige Reisen. „Ich habe fast die gesamte Nord- und Südinsel gesehen, viel erlebt und tolle Kontakte geknüpft. Jetzt habe ich Freunde in aller Welt.“

»Das war die absolut richtige Entscheidung. Es war eine wichtige und gute Erfahrung, nicht nur sprachlich und fachlich, sondern auch für mich persönlich.«Lea Andreae

Für Neuseeland unterbrach sie ihr Masterstudium Bauingenieurwesen an unserer Hochschule. „Das war die absolut richtige Entscheidung. Es war eine wichtige und gute Erfahrung, nicht nur sprachlich und fachlich, sondern auch für mich persönlich. Ich würde das immer wieder so machen!“ Dass sie noch mal längere Zeit ins Ausland möchte, stand für Lea seit einem Schüleraustausch in der elften Klasse fest. Damals verbrachte sie fünf Monate in Mexiko. Und nahm sich fest vor: „Irgendwann will ich noch mal weg!“

In Auckland absolvierte Lea Andreae ein dreimonatiges Summer Research Scholarship. Anschließend nutzte sie drei weitere Monate, um zu reisen.  (Fotos: privat)
In Auckland absolvierte Lea Andreae ein dreimonatiges Summer Research Scholarship. (Fotos: privat)

Der Kontakt nach Neuseeland kam über Prof. Dr. Mathias Uhl zustande. „Ich habe ihn im Februar 2015 angesprochen, und er hat mir die Kontaktdaten vom Council gegeben. Dort verwies man mich auf den Ansprechpartner an der Uni. Der ganze Bewerbungsprozess zog sich sehr, am Ende ging dann eben alles ganz schnell.“

Anschließend nutzte sie drei weitere Monate, um zu reisen.
Anschließend nutzte sie drei weitere Monate, um zu reisen.
Fans von „Herr der Ringe“ werden es wiedererkennen: Hobbiton, das Dorf aus dem Film, das auf der Nordinsel Neuseelands bei Matamata besichtigt werden kann.
Fans von „Herr der Ringe“ werden es wiedererkennen: Hobbiton, das Dorf aus dem Film, das auf der Nordinsel Neuseelands bei Matamata besichtigt werden kann.

Im Mai ist sie nach Münster zurückgekehrt, um ihr Masterstudium fortzusetzen. Eineinhalb Jahre liegen noch vor ihr. „Nach meinem Abschluss kann ich mir gut vorstellen, für eine gewisse Zeit nach Neuseeland zurückzukehren. Mich interessieren die Themen Infrastrukturen, nachhaltige Stadtentwicklung und Umwelt. Dort hätte ich eventuell die Möglichkeit, in diesem Bereich zu arbeiten. Auckland möchte lebenswerteste Stadt der Welt werden, weshalb da gerade viel gemacht wird.“ Und Lea hat dort einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Die University of Auckland war von ihrer Arbeit so überzeugt, dass sie ein Paper veröffentlichen wird, an dem die 24-Jährige mitgewirkt hat. 

Von Katharina Kipp


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