Wer kocht, produziert Dampf. Und damit dieser in der Küche nicht völlig überhandnimmt, gibt es Dunstabzugshauben. Aber wie praktisch wäre es, wenn man sie nicht erst manuell einschalten müsste, sondern das Gerät automatisch erkennt, wann es anspringen muss? Mit dieser Frage hat sich Robin Weiß beschäftigt. Er studiert Elektrotechnik an unserer Hochschule und hat in Shanghai Praxisluft geschnuppert: Drei Monate hat er bei der Elmos Semiconductor AG mitgearbeitet.
Robin Weiß studiert Elektrotechnik an unserer Hochschule und hat drei Monate in Shanghai gelebt. (Fotos: privat)

„Das war der wertvollste und beste Auslandsaufenthalt, den ich jemals absolviert habe“, sagt Robin. Nach Großbritannien und Spanien ist China bereits seine dritte Auslandsstation. „Ich habe super viel gelernt, sehr wichtige Erfahrungen gesammelt und mich neuen persönlichen Herausforderungen gestellt. Es war echt toll!“ In Shanghai war Robin an der Weiterentwicklung eines vom Umgebungslicht unabhängigen optischen Sensorsystems beteiligt. „Der Sensor sendet einen Infrarotlichtstrahl, der für den Menschen unsichtbar ist. Aber wenn Dampf in diesen Strahl kommt, reflektiert er den Lichtstrahl. Das führt zu einer Änderung im Sensorsignal, die ausgewertet werden muss. Abhängig davon schaltet sich die Dunstabzugshaube ein.“

»Ich bin so richtig in die chinesische Kultur und Mentalität eingetaucht. Es spielt sich unheimlich viel auf den Straßen ab, und ich habe viel in Shanghai gesehen. «Robin Weiß

 In der Praxis sei dieses Verfahren aber schwer anzuwenden, da es in den Küchen viele Störungen gibt, die das Signal verfälschen. „Schmutz, Insekten und Reflexionen von festen Objekten wie Hände oder Töpfe beim Kochen führen dazu, dass es zu Fehlauslösungen kommt – also dass die Dunstabzugshaube angeht, obwohl gar kein Rauch vorhanden ist. Robins Aufgabe war es deshalb, einen mathematischen Algorithmus, also eine Software, zu konzipieren, der das entsprechende Sensorsignal klassifiziert. „Der Algorithmus entscheidet in Echtzeit, was Dampf ist und was eben nicht.“ 

Robin an seinem Arbeitsplatz. (Fotos: privat)
Robin an seinem Arbeitsplatz. (Fotos: privat)

Sehr schnell seien die drei Monate vergangen. „Ich bin so richtig in die chinesische Kultur und Mentalität eingetaucht. Es spielt sich unheimlich viel auf den Straßen ab, und ich habe viel in Shanghai gesehen. Gewöhnungsbedürftig waren für mich nur die sprachliche Barriere, weil kaum jemand Englisch kann, und der mitunter niedrige hygienische Standard.“ 

An das Essen musste er sich erst einmal gewöhnen. (Foto: privat)
An das Essen musste er sich erst einmal gewöhnen.

Bald packt Robin womöglich schon wieder die Koffer. „Es steht noch nicht ganz fest, aber es sieht gut aus, dass ich nach Singapur gehen werde.“ Hierbei wird er wieder vom Mentor Prof. Dr. Peter Glösekötter unterstützt. Er hatte Robin auch schon die Stationen in Spanien und Großbritannien ermöglicht. „Es gibt viele gute Gründe warum ein Auslandsaufenthalt sinnvoll ist, sei es im Hinblick auf die persönliche Weiterentwicklung oder auf die akademischen und beruflichen Perspektiven. Erfahrungsgemäß bietet sich eine solche Phase besonders während der Bachelor- oder Masterarbeit an“, empfiehlt Glösekötter. „Gegenüber Absolventen ohne Studium im Ausland ist man als Absolvent mit Auslandserfahrungen bei der Jobsuche klar im Vorteil.“

Von Katharina Kipp


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