Berufsbegleitend zu studieren gelingt vielen. Auch Familie haben einige, und manche sind nicht mehr ganz jung. Aber es gab keinen unter Birgit Rienhoffs Kommilitonen, der wie sie drei Kinder hat.
Birgit Rienhoff (l.) gehört zum ersten Abschlussjahrgang im berufsbegleitenden Masterstudiengang Beratung Mediation Coaching am Fachbereich Sozialwesen unserer Hochschule. (Foto: FH Münster/Fachbereich Sozialwesen)

Jeder, der arbeitet und sich um ein, zwei Kinder kümmert, weiß um die Energie, die diese Kombination abverlangt – und fragt sich, wie Rienhoff es bis zum Master geschafft hat. Bevor die Sozialpädagogin mit dem berufsbegleitenden Studiengang Beratung Mediation Coaching begonnen hat, war sie sich der Unterstützung der Familie sicher. Und doch ist sie es, die zu den Präsenzzeiten von Soest nach Münster reisen muss. Sich konzentriert mit „Interventionen in psychosozialen Kontexten“ und „Ethik und Recht“ auseinandersetzt. Zu Hause büffelt. Die Prüfungen ablegt. Die Masterarbeit schreibt. Und dabei auch noch täglich für den Caritasverband als Koordinatorin der Kontaktstelle Werl und außerdem als Koordinatorin der Schulbegleiter arbeitet.

»Es gab einen Punkt, da wollte ich das Studium hinschmeißen. Mein 11-jähriger Sohn hat mich ermutigt, weiterzumachen.«Birgit Rienhoff

Ersteres gibt sie auf, als sie, ebenfalls für Caritas Soest, noch während des Studiums eine Stelle in der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer bekommt. „Mein Arbeitgeber konnte davon ausgehen, dass ich noch während des Studiums und mit dem Masterabschluss weitere Kompetenzen erwerben würde“, sagt die 41-Jährige. Das Studium ist so praxisorientiert, dass sie im Job an Sicherheit gewinnt. „Ich konnte am Montag im Büro direkt ausprobieren, was ich am Samstag in der Hochschule gelernt habe – es hat regelrecht klick gemacht.“

Beruflich fit: Birgit Rienhoff ist bereit für einen weiteren Aufstieg. Auch den Weg in die Selbstständigkeit könnte sie sich vorstellen. (Foto: Moritz Schäfer)
Beruflich fit: Birgit Rienhoff ist bereit für einen weiteren Aufstieg. Auch den Weg in die Selbstständigkeit könnte sie sich vorstellen. (Foto: Moritz Schäfer)
Eine Hand, die auf einer Computer-Maus liegt.

Doch bis dahin war es hart. Während der fünf Semester wuchs ihr manches Mal alles über den Kopf. „Es gab einen Punkt, da wollte ich das Studium hinschmeißen. Mein 11-jähriger Sohn hat mich ermutigt, weiterzumachen: ‚Mama, du sagst uns immer, wir sollen auch mal was durchziehen, selbst wenn es schwer wird. Du ziehst das jetzt durch!‘“ Ohne die Unterstützung ihres Mannes hätte sie es nicht geschafft. Auch nicht ohne ihre Mutter, die jeden Freitag die Kinder übernommen hat, mit all den Fahrdiensten, Sportterminen, Mahlzeiten, Hausaufgaben. Dass ihr eigener Anteil aber entscheidend war, weiß Birgit Rienhoff. 

Eigentlich ist sie kein Sonderfall, sie ist nur ganz besonders. Besonders stark!

Von Anne Holtkötter


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