Was Anne Werner nach all den Jahren immer noch am meisten Spaß an der Arbeit macht, ist das persönliche Gespräch mit Studieninteressierten. In Schulen, auf Berufswahlmessen, bei der regelmäßigen Sprechstunde in Coesfeld. „Jungen Leuten ein Stück zu helfen, ihren Weg zu finden – das ist wirklich eine tolle, befriedigende Sache.“
Anne Werner und ihre Schulnetzwerk-Kolleginnen Ronja Hoffmann (l.) und Christina Mennecke (r.) sitzen oft zusammen, um Schulbesuche, Studienwahlmessen und Infovorträgen zu koordinieren.

Anne Werner koordiniert unser Schulnetzwerk. Vorher war sie an verschiedenen Stellen der Verwaltung unserer Hochschule aktiv – mittlerweile seit 25 Jahren. In dieser Zeit hat sich viel verändert: Aus Schreibmaschinen wurden Computer, das Arbeitstempo ist höher, die Informationsvielfalt größer. Neue Kollegen kamen hinzu, und auch die Zielgruppe, die Studieninteressierten, ist heute anders: „Sie werden durch G8 immer jünger und haben bei Beratungsgesprächen häufig ihre Eltern im Schlepptau“, fasst die 55-Jährige zusammen.

»Ich hätte nicht gedacht, dass hinter der nüchternen Stellenbeschreibung so vielfältige Arbeitsbereiche stecken würden.«Anne Werner

Sie sieht den Wandel positiv: „Ich habe hier immer die Chance, mich weiterzuentwickeln und etwas dazuzulernen.“ Vor einigen Jahren etwa machte sie eine Fortbildung zur Systemischen Beraterin, um als zertifizierter Coach noch besser auf die Ratsuchenden eingehen zu können. „Die jungen Menschen, die ein Studium beginnen möchten, sind manchmal wie gelähmt von den ganzen Möglichkeiten, die ihnen offenstehen“, sagt sie. „Wir vom Schulnetzwerk unterstützen sie durch Gespräche und durch Angebote, die ihnen schon früh ein realistisches Bild von der Hochschule und vom Studieren vermitteln.“

Das macht ihr am meisten Spaß:
Das macht ihr am meisten Spaß: Studieninteressierten im persönlichen Gespräch Orientierungshilfe zu bieten.
Die erste Schulkooperation von mittlerweile zwölf: Anne Werner und der damalige FH-Rektor Prof. Dr. Klaus Niederdrenk (rechts) 2004 bei der Unterzeichnung in Stadtlohn.
Die erste Schulkooperation von mittlerweile zwölf: Anne Werner und der damalige FH-Rektor Prof. Dr. Klaus Niederdrenk (vorn rechts) 2004 bei der Unterzeichnung in Stadtlohn.

Den Studienalltag an der FH Münster kennt Anne Werner aus eigener Erfahrung: Nach einer Lehre zur Groß- und Außenhandelskauffrau zog sie 1984 aus einem kleinen Dorf nach Münster, um bei uns Betriebswirtschaft zu studieren. „Studieren – das war für mich wie der Himmel auf Erden“, sagt sie im Rückblick. Trotz der Sorge, es als „Arbeiterkind“ nicht zu schaffen. „Es war so toll für mich, endlich über den Tellerrand zu gucken.“ Und auch privat lief es gut: Bei einem FHZ- Sommerfest lernte die damals 24-Jährige einen Bauingenieur-Studenten kennen – ihren jetzigen Ehemann.

Seit 1998 betreut sie den Hochschultag. Auch in diesem Jahr empfing sie die Schüler im Zelt vor dem Schloss und versorgte sie gemeinsam mit Kollegen aus verschiedenen Fachbereichen mit ersten Studieninformationen.
Seit 1998 betreut sie den Hochschultag. Auch in diesem Jahr empfing sie die Schüler im Zelt vor dem Schloss und versorgte sie gemeinsam mit Kollegen aus verschiedenen Fachbereichen mit ersten Studieninformationen.

Nach dem Studium schlug sie eine Laufbahn im gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst bei der Deutschen Post ein, kehrte aber 1991 an die FH Münster zurück. Zunächst war sie das „Mädchen für alles“: Sie beantwortete Fragen von Schülern an einer Telefon-Hotline, beriet Studierende, baute den Career Service auf und organisierte ab 1998 den Hochschultag. Zur Zeit der Bologna-Reform, die vieles in der Hochschullandschaft umgestaltete, entstand die Idee, unsere Hochschule stärker mit den Schulen der Region zu verzahnen: die Geburtsstunde des Schulnetzwerks – Anne Werners Herzensangelegenheit.

„Die Stellenausschreibung, auf die ich mich damals beworben habe, war recht nüchtern gehalten“, erinnert sie sich. „Ich hätte nicht gedacht, dass dahinter so vielfältige Arbeitsbereiche stecken würden. Jetzt bin ich gespannt, was sich in den nächsten Jahren noch alles entwickeln wird!“

Von Victoria Liesche


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