Während seiner Ausbildung zum Konditor lernte Wieland Buschmann viel, aber es war ihm nicht genug. Zwei Dinge hatte er sich deshalb vorgenommen: Er wollte mehr wissen, und er wollte mehr ausprobieren. An unserer Hochschule bekam er für beides die Gelegenheit.
Im food lab muenster können Studierende lebensmitteltechnologische Fragestellungen bearbeiten und gemeinsam mit externen Auftraggebern neue Produkte entwickeln. (Screenshot: Moritz Schäfer)

„Es gab zum Beispiel Arbeitsprozesse, da war mir nicht ganz klar, warum man sie so macht wie man sie macht. Und das wurde auch nicht wirklich erklärt“, erinnert er sich. Zum Beispiel wenn er Schlagsahne machte. „Wenn man sie vergessen hat, wurde Butter und Molke daraus. Dann hieß es nur: Da hast du nicht aufgepasst, ist zu warm geworden, musst du nochmal machen. Aber mich hat halt interessiert, was genau da passiert ist – auf der molekularen Ebene.“ 

Wieland suchte einen Weg, diesen Wissensdurst zu stillen. „Lebensmitteltechnologie war mir zu technisiert. Zu viel Mathe und Physik.“ Dann hörte er vom Studiengang Oecotrophologie. „Der interdisziplinäre Ansatz – das war genau mein Ding.“ Wieland tingelte durch Deutschland und schaute sich verschiedene Hochschulen an. Fulda, Hamburg, Osnabrück, Münster. Münster habe ihn gleich gepackt, sagt er heute. Nicht nur die Stadt war ihm auf Anhieb sympathisch, auch die FH. „Die Beratung war klasse. Ich habe mich direkt gut aufgehoben gefühlt und wusste genau, da will ich hin.“ Wieland bewarb sich trotzdem bundesweit. Die erste Antwort kam aus Münster. Eine Zusage. „Ich hab‘ direkt alle anderen Anfragen storniert.“

In Münster zog er mit einem Koch zusammen, der auch an der FH studiert. „Wir hatten beide die Idee, dass wir im Rahmen des Studiums Generale Kurse anbieten könnten, um dafür Geld oder eben Punkte zu bekommen.“ Am Fachbereich hieß es, sie sollten sich mal mit Professor Ritter zusammensetzen – der stellte gerade das food lab muenster auf die Beine. Ein Ort, an dem Studierende lebensmitteltechnologische Fragestellungen bearbeiten können und an dem gemeinsam mit externen Auftraggebern neue Produkte entwickelt werden. Wieland war Feuer und Flamme.

Neues ausprobieren, gemeinsam mit Kommilitonen oder auch externen Auftraggebern - das kann Wieland (rechts) im food lab muenster. (Foto: Moritz Schäfer)
Neues ausprobieren, gemeinsam mit Kommilitonen oder auch externen Auftraggebern - das kann Wieland (rechts) im food lab muenster.
Im Food lab können Studierende des Fachbereichs Oecotrophologie - Facility Management ihre Projektarbeiten umsetzen.
Das food lab bietet Studierenden des Fachbereichs Oecotrophologie · Facility Management die Möglichkeit, verschiedene Projektarbeiten umzusetzen.

Inzwischen ist er im dritten Fachsemester und studentische Hilfskraft am Fachbereich. Im food lab unterstützt er nicht nur Studierende, denen er bei verschiedenen Projekten mit seinem Fachwissen als Konditor zur Seite steht. „Ich habe hier auch die Möglichkeit, selbst neue Dinge auszuprobieren. Und das in einem Umfeld, das gleichzeitig angenehm entspannt und wahnsinnig kompetent ist.“ Ob er im Anschluss an seinen Bachelor noch einen Master machen wird, weiß Wieland noch nicht. Er kann sich auch vorstellen, wieder in die Wirtschaft zu gehen. 

Von Moritz Schäfer


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