Wenn Dr. Stephanie Möller im Labor an Leuchtstoffen forscht oder Vorlesungen hält, ist sie in ihrem Element. Doch dafür war ein tiefgreifender Kurswechsel nötig. „Tatsächlich habe ich vor meinem Chemiestudium hier in der Pressestelle gearbeitet – und Fachjournalismus studiert“, erzählt die 38-Jährige heute.
Dr. Stephanie Möller überprüft einen Filter, den sie für ihre Messungen am Spektrometer benötigt.

Nach dem Abitur ging Möller für ein Journalistikstudium nach Bremen. Vorher war sie schon als freie Mitarbeiterin im heimatlichen Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. Es lief wie am Schnürchen: „Vier Jahre Studium mit Fachrichtung Technik, ein Praxissemester bei der Ostfriesenzeitung, ein internationaler Abstecher nach Finnland“, zählt die jetzige Doktorin der Naturwissenschaften auf. „Danach bekam ich direkt die Stelle als Volontärin in der Pressestelle der FH Münster und zog ins Münsterland.“ Ein Glücksgriff, denn Interesse an Naturwissenschaften und vor allem Chemie hatte sie schon immer. „Über Forschungsprojekte zu schreiben, fand ich besonders spannend.“

»Ich dachte mir: Wenn nicht jetzt, wann dann – und habe angefangen, hier Chemieingenieurwesen zu studieren.«Dr. Stephanie Möller

Zwei Jahre später mit abgeschlossenem Volontariat musste sie feststellen, dass es um den Arbeitsmarkt für Journalisten überhaupt nicht gut stand. Da wagte sie einen mutigen Schritt – einen Kurswechsel. „Ich dachte mir: Wenn nicht jetzt, wann dann – und habe angefangen, hier Chemieingenieurwesen zu studieren.“ Dafür blieb sie an unserer Hochschule. „Durch meine Zeit in der Pressestelle war ich gut vernetzt, außerdem habe ich mich auf dem Campus in Steinfurt schon immer wohl gefühlt. Und der Ruf ist super – der Fachbereich Chemieingenieurwesen landet in bundesweiten Rankings oft weit vorne.“ Vielleicht ein etwas ungewöhnlicher Werdegang. Aber Möller bereut nichts. „Das Journalistikstudium war mit 18 genau die richtige Entscheidung für mich. In meiner Arbeit für die Zeitungen habe ich tolle Sachen erlebt. Ich war mal dabei, als aufgepäppelte Seehunde zurück zu ihren Sandbänken gebracht wurden. Solche Momente will ich nicht missen.“ 

Solche Molekülmodelle benutzt Dr. Stephanie Möller in ihren Vorlesungen zur Veranschaulichung. Die Lehre ist ein wesentlicher Bestandteil ihres neuen Arbeitsalltages – was ihr sehr viel Spaß macht!
Solche Molekülmodelle benutzt Dr. Stephanie Möller in ihren Vorlesungen zur Veranschaulichung. Die Lehre ist ein wesentlicher Bestandteil ihres neuen Arbeitsalltages – was ihr sehr viel Spaß macht!
Die Arbeit am Spektrometer war wichtig für Dr. Stephanie Möllers Doktorarbeit. Ziel war es, das blaue LED-Licht mit Leuchtstoffen in infrarote Strahlung zu verwandeln.
Die Arbeit am Spektrometer war wichtig für Dr. Stephanie Möllers Doktorarbeit. Ziel war es, das blaue LED-Licht mit Leuchtstoffen in infrarote Strahlung zu verwandeln.
Jede Menge Leuchtstoffe: Diese farbenfrohen Pulver prägen jetzt ihren Arbeitsalltag – an unserer Hochschule, aber auch bei ihrem zweiten Arbeitsgeber in Greifswald, der Leuchtstoffe für den Weltmarkt produziert.
Jede Menge Leuchtstoffe: Diese farbenfrohen Pulver prägen jetzt ihren Arbeitsalltag – an unserer Hochschule, aber auch bei ihrem zweiten Arbeitsgeber in Greifswald, der Leuchtstoffe für den Weltmarkt produziert.

Sie zog ihr Chemiestudium konsequent durch und sammelte als Tutorin für Mathematik und Anorganische Chemie erste Erfahrungen in der Lehre. Jetzt ist sie die erste Nachwuchsprofessorin der FH Münster im NRW-Förderprogramm „Karrierewege FH-Professur“ und wird dabei von den Professoren Thomas Jüstel und Volkmar Jordan betreut. Möller hat hier eine halbe Stelle als Lehrkraft, gibt Chemievorlesungen und Seminare zum wissenschaftlichen Schreiben. Zur anderen Hälfte wird sie in Greifswald bei Intematix Litec arbeiten, die Leuchtstoffe für den Weltmarkt produzieren. „Drei Jahre Berufserfahrung außerhalb der Hochschule müssen angehende Professoren nämlich haben, um an eine Fachhochschule berufen werden zu können“, erklärt Möller.  „Und auch diesen Karriereschritt an der FH Münster zu realisieren, das wäre schon toll …“

Von Theresa Gerks


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