Petra Seyfferth und Prof. Dr. Joachim Gardemann gehören zum Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe der FH Münster.
Petra Seyfferth und Prof. Dr. Joachim Gardemann gehören zum Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe der FH Münster, der muenster initiave on humanitarian action (miha). Das Zentrum ist Vollmitglied im Koordinierungsausschuss Humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amtes. (Foto: FH Münster/Fachbereich Oecotrophologie · Facility Management)

Berlin/Münster (26. Januar 2018). Fernab der medialen Berichterstattung ereignen sich zahllose humanitäre Katastrophen auf der ganzen Welt. Eine von ihnen im Kongo, eine andere, bisher wenig beachtet, im Jemen, um nur zwei zu nennen. Diese vergessenen Krisen und andere Themen standen auf der Tagesordnung bei der jüngsten Sitzung des Koordinierungsausschusses Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt. Zwei Wissenschaftler der FH Münster waren auch vertreten: Prof. Dr. Joachim Gardemann und Petra Seyfferth vom Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe, der muenster initiative on humanitarian action (miha).

Das Zentrum ist seit Januar 2015 Vollmitglied im Koordinierungsausschuss. Neben der FH gehört als Hochschule nur noch die Ruhr-Universität Bochum (RUB) dazu. Die RUB ist der deutsche Standort vom Network on Humanitarian Action (NOHA), mit dem Gardemann und Seyfferth die Zusammenarbeit intensivieren möchten.

Während die Bochumer auf Fragen des Völkerrechts spezialisiert sind, bringen die Münsteraner Expertise auf dem Gebiet der logistischen, technischen und medizinischen Versorgung ein. Gardemann blickt auf eine mehr als 20-jährige Erfahrung als Krisenhelfer auf der ganzen Welt für das Deutsche Rote Kreuz zurück. Seyfferth promoviert bei Prof. Dr. Dennis Dijkzeul von der RUB über Entscheidungsprozesse im Bereich der humanitären Hilfe bei nationalen und internationalen Akteuren.  

Der Koordinierungsausschuss Humanitäre Hilfe ist das zentrale Forum, in dem sich Bundesregierung, Hilfsorganisationen und andere Institutionen zu Hilfsmaßnahmen in konkreten Krisen abstimmen und zu übergreifenden Themen austauschen. Die Mitglieder fördern und leisten Hilfe nach den humanitären Grundsätzen der Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und Neutralität. Der Koordinierungsausschuss dient der Meinungsbildung zu wichtigen Grundsatzfragen der humanitären Hilfe und ist sachkundiges Gremium und Ansprechpartner für Bundesregierung und Parlament.

Es habe sich bei der Sitzung in Berlin wieder einmal gezeigt, dass humanitäre Hilfe wichtiger denn je sei, so Gardemann. Allein im Jemen sind derzeit nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 22 Millionen Menschen, mehr als zwei Drittel der Bevölkerung, von humanitärer Hilfe abhängig.

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