Tagungsband zum 1. Münsterschen Kongress zur Humanitären Hilfe erschienen

Aschendorff-Verlag veröffentlicht Beiträge der Referenten und Vorlesungstexte


Münster (30. Oktober 2012). „Humanitäre Hilfe und staatliche Souveränität" - unter diesem Titel ist im Aschendorff-Verlag ein Tagungsband zum 1. Münsterschen Kongress zur Humanitären Hilfe erschienen. Zu dem internationalen Kongress hatten die Fachhochschule Münster, die Universität und die Stadt Münster im Rahmen der Allianz für Wissenschaft im Mai 2011 eingeladen. Damals trafen sich Völkerrechtler, Historiker, Politologen, Juristen und weitere Wissenschaftler im Rathaus des Westfälischen Friedens in Münster, um über Fragen zum Spannungsfeld zwischen humanitärer Hilfe, gewaltsamer Intervention und staatlicher Neutralität zu diskutieren.

Zwei zentrale Fragen standen im Mittelpunkt der Tagung, die unter großer überregionaler und internationaler Beteiligung stattfand. Zum einen diskutierten die Fachleute, ob es in humanitären Krisensituationen eine allgemein gültige „Schutzverantwortung" gebe, die notfalls gewaltsame Interventionen auch mit militärischen Mitteln rechtfertige. Zum anderen stand die Frage im Raum, ob das Ende des „Westfälischen Systems" erreicht und damit das seit dem Friedensschluss 1648 geltende völkerrechtliche Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates obsolet geworden sei.

Der Band fasst diese Diskussionen zusammen und beinhaltet die Tagungsbeiträge der einzelnen Redner: General Roméo Alain Dallaire, kanadischer Senator und ehemaliger Kommandeur der UN-Truppen im Ruanda-Konflikt 1994, Prof. Dr. Frank Chalk, Historiker und Direktor des Institute for Genocide and Human Right Studies der Concordia University in Montreal, Prof. Dr. Ted van Baarda, Professor für Militärethik an der Nederlandse Defensie Academie in Den Haag, und Prof. Dr. Reinhard Meyers, Professor für Internationale Politik und Außenpolitik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Die einführenden Beiträge stammen von Prof. Dr. Franz-Josef Jakobi, ehemaliger Leiter des Stadtarchivs Münster und Vorsitzender des Arbeitskreises „1648 - Dialoge zum Frieden" der Allianz für Wissenschaft, Dr. Rudolf Seiters, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, und Prof. Dr. Joachim Gardemann, Leiter des Kompetenzzentrums Humanitäre Hilfe der FH Münster. Darüber hinaus enthält der Band Texte aus vorbereitenden Vorlesungen und ein Interview mit Roméo Dallaire.

Joachim Gardemann, Franz-Josef Jakobi, Bernadette Spinnen (Hrsg.): Humanitäre Hilfe und staatliche Souveränität, Aschendorff Verlag, Münster, 2012, 272 Seiten, 29,80 Euro, ISBN 978-3-402-12998-2.

 


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