Kann die kritische Infrastruktur der Lebensmittelversorgung im Krisenfall nicht aufrechterhalten werden, geht dies mit erheblichen Beeinträchtigungen für die Bevölkerung einher. In Deutschland gehört eine grundlegende Versorgung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser zur elementaren staatliche Daseinsvorsorge. Jedoch besteht zur Zeit noch Aufklärungsbedarf darüber, wie die Lebensmittelversorgung in Deutschland auch im Falle von Großschadensereignissen sichergestellt werden kann. Aus diesem Grund zielt das Forschungsvorhaben VVL-OECD auf eine vertiefende Betrachtung des Verlaufs und der Bewältigung vergangener Großschadensereignisse im internationalen Raum ab. So sollen wichtige Rückschlüsse für die Ausgestaltung eines zukünftigen Absicherungssystems im Sinne eines modernen Bevölkerungsschutzes abgeleitet werden.

Projektablauf:

  • Im ersten Arbeitsabschnitt des Projektes werden alle 34 OECD- Mitgliedsländer untersucht und mit ihren jeweiligen Besonderheiten hinsichtlich der (Ernährungs-)Notfallvorsorge skizziert.
  • Im zweiten Schritt erfolgen, auf Grundlage der vorangegangenen Untersuchungen, detaillierte Fallanalysen ausgewählter Länder, welche bereits konkrete Schadenslagen zu bewältigen hatten. Im Fokus dabei stehen insbesondere Vulnerabilitäten innerhalb der Bevölkerung sowie die Rolle von Behörden und Hilfsorganisationen.
  • Im dritten Schritt werden daraufhin wichtige Rückschlüsse auf die Ausgestaltung eines zukünftigen Absicherungssystems für einen modernen Bevölkerungsschutz in Deutschland abgeleitet.
  • Die Datenerhebung und Informationsbeschaffung erfolgen dabei zum einen über eine umfassende Literaturrecherche und -analyse sowie Fallanalysen und zum anderen über mehrere, sowohl qualitative als auch quantitative Befragungen und Interviews mit Verantwortlichen sowie Experten im internationalen Raum.

Folgende Fragestellungen sollen beantwortet werden:

  • Welche Vorsorgeplanungen sind in den Ländern vorhanden?
  • Wie haben sich die verschiedenen Konzepttypen in ähnlichen Versorgungkrisen bewährt (lessons learned)?
  • Welche Reaktionen zeigen Gesellschaften auf Versorgungskrisen, wie können diese verglichen und adaptiert werden?
  • Welche Rückschlüsse können auf die Ausgestaltung eines zukünftigen Absicherungssystems in Deutschland hinsichtlich der Konzeption eines modernen Bevölkerungsschutz gezogen werden (best practice)?

Partner:

Freie Universität Berlin (Forschungsforum Öffentliche Sicherheit)

Auftraggeber und Förderung:

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

Projektbeginn:

01.01.2015 (Laufzeit: 2 Jahre)

Kontakt:

Anna Brinkmann (M.Sc.)

Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe (Raum D407)

Fachhochschule Münster - University of Applied Sciences -

Corrensstraße 25, D-48149 Münster

Fon + 49251 83-65593

Weitere Ansprechpartner:

Karolin Bauer (M.Sc., FU Berlin)

Prof. Dr. Joachim Gardemann (FH Münster)



Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Widerruf finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Seite drucken