Aufbau einer Emergency Response Unit bei der "Praxisübung Humanitäre Hilfe"

Humanitäre Hilfe

Humanitäre Soforthilfe versteht sich als kurzfristige Maßnahme zur Überbrückung akuter Unterversorgung von Bevölkerungsgruppen nach Natur- oder Gewaltkatastrophen weltweit. Sie muss von Beginn an auf eine nachhaltige Integration in vorhandene Versorgungssysteme ausgerichtet sein.

Humanitäre Hilfe setzt dabei Schwerpunkte in der Versorgung bedrohter Bevölkerungsgruppen mit sauberem Trinkwasser, ausreichender Ernährung, medizinischer Basisversorgung sowie Schutz vor Witterungseinflüssen und Gewalt im Lichte völkerrechtlicher, ethischer und entwicklungspolitischer Grundsätze.

Expertise in Lehre und Forschung

Die verschiedenen Fachbereiche der Hochschulen in Münster decken das Spektrum der dazu erforderlichen technischen Expertisen und personellen Kompetenzen in Forschung und Lehre lückenlos ab und vermögen damit in ihrem Zusammenwirken eine umfassende wissenschaftliche Begleitung von Maßnahmen und Organisationen der Daseinsvorsorge im Katastrophenfall zu gewährleisten.

Der Respekt vor den Kompetenzen einer betroffenen Population begründet den Verzicht auf Entsendung unausgebildeter Kräfte in ein Katastrophengebiet, denn fachkompetentes und muttersprachliches Personal lässt sich aus der ansässigen Bevölkerung vor Ort wesentlich günstiger gewinnen und einweisen. Im Einsatz wird von kompetenten Auslandsdelegierten ein hohes Maß an fachlicher Eigenständigkeit und Führungskompetenz erwartet.

 

Historisches Rathaus Münster
In Münster gibt es viel Wissen und ein lebendiges Netzwerk zur humanitären Hilfe. Foto: Ralf Emmerich

Exzellente Ausbildung und Erfahrung

Diese Grundvoraussetzungen können nur durch fundierte Ausbildung und anschließende langjährige Berufserfahrung erworben werden. Nur die ehrenamtliche Einbindung der Expertise aus täglich gelebter Berufspraxis ermöglicht den humanitär tätigen Organisationen, das erforderliche Maß professioneller Exzellenz in den verschiedensten Berufsfeldern für die Arbeit in der Nothilfe sicherzustellen. Natürlich lassen es sich die Organisationen auch nicht nehmen, die darüber hinaus für Soforthilfetätigkeit erforderlichen Haltungen, Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in eigenen Vorbereitungskursen zu vermitteln. Die Fachhochschule Münster hat daher bewusst auf die Schaffung eigener akademischer Bildungsprogramme und Studiengänge im Feld der Nothilfe verzichtet und konzentriert sich vielmehr allgemein auf die Ausbildung exzellenter Fachkräfte und auf den Wissenstransfer zu Fragen der Nothilfe. Das Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe bringt den Studierenden aller Fachbereiche im Studienverlauf das Feld der Nothilfe in Forschung und Lehre nahe und stellt bei Interesse und Eignung dann die erforderlichen Kontakte zu den professionellen international tätigen Organisationen her.

Netzwerk Humanitäre Hilfe

Die Stadt Münster begreift ihre Bedeutung als Austragungsort der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden von 1648 als bleibende Verpflichtung für ein humanitäres und friedenssicherndes Handeln auch in der Gegenwart und bietet damit für ein Netzwerk humanitär tätiger Einrichtungen einen Hochschulstandort von einzigartiger inhaltlicher und historischer Plausibilität.

Film: Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe

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