Was bedeutet Workplace Design?

Unter dem Begriff des Workplace Designs wird die systematische und bewusste Gestaltung der Arbeitswelt innerhalb einer Organisation bezeichnet. Dabei spielt die Gestaltung für alle Arten von Arbeit eine Rolle und bezieht sich sowohl auf gesundheitliche aber auch auf emotionale und psychische Aspekte. Nur durch neue Arbeitsmodelle können Anforderungen der neuen Generationen geleistet und somit neue Ideen und Impulse erlangt werden.

Welche fünf Dimensionen müssen beim Workplace Design beachtet werden?

Die Dimensionen des Workplace Designs, Darstellung in Anlehnung an Birk (2014).

Organisationen müssen sich im Zusammenhang mit der Gestaltung von Arbeitsplätzen und mit der Entwicklung in Richtung Arbeit 4.0 mit fünf Dimensionen beschäftigen:

  • Physische Arbeitswelt: Dabei dreht sich alles um die Gestaltung des Arbeitsplatzes und -ortes sowie der Arbeitszeiten. Diese drei Faktoren sollten zunehmend Flexibilität ermöglichen und von allen Mitarbeitenden frei gestaltet werden können.
  • Arbeitstechnologien und Prozesse: Mit dieser Dimension ist die Ausstattung mit Hard- und Softwarelösungen zur Digitalisierung der Prozesse ohne Medienbrüche gemeint.
  • Arbeitsinhalte: Hierbei werden Routineaufgaben und die weniger herausfordernden Aufgaben vor allem im Bereich der Verwaltung fokussiert, wobei diese im gesunden Verhältnis zu kreativen und komplexen Aufgaben stehen sollten.
  • Arbeitsorganisation: Diese Dimension befasst sich mit der Einbindung der Mitarbeitenden in die Hierarchie und Managementstrukturen.
  • Arbeitskultur: Ein entscheidender Faktor ist bei dieser Dimension die Arbeitsethik, welche von den Führungseben vorgelebt wird.

Welche neuen Ansätze gibt es?

Besonders in der ersten Dimension, der Gestaltung der physischen Arbeitswelt, gibt es bereits viele neue Arbeitsplatzmodelle wie zum Beispiel das Arbeiten in Coworking-Spaces oder die Möglichkeit im Home-Office tätig zu sein. Mitarbeitende müssen sich an ihren Arbeitsplätzen wohlfühlen, sodass Innovation und Kreativität zielgerichtet gefördert wird.

Jedoch sind diese Ansätze bisher oftmals nur als Experiment für eine bestimmte Gruppe an Mitarbeitenden vorgesehen. Aber auch innerhalb der anderen Dimensionen besteht viel Potenzial, denn noch immer sind viele Teammeetings ineffizient oder Führungsstile autoritär. Das führt zu separiertem Arbeiten ohne Interaktion mit den eigenen Kolleg*innen, wodurch konstruktiver Austausch nicht gefördert wird. Modernes Arbeiten braucht Arbeitsplätze, die Kommunikation fördern und somit die verschiedenen Abteilungen untereinander vernetzen und zusätzlich Führung auf Augenhöhe beinhalten.

Was ist Space-Design?

Beim Ansatz des Space-Designs steht nicht die Produktivität der Mitarbeitenden bei der Arbeitsplatzgestaltung im Mittelpunkt, sondern viel mehr die Haltungen und Überzeugungen der Arbeitnehmenden. Eine besondere Rolle spielt dabei die Gestaltung der Räume. Agile Büroräumen werden in der digitalisierten Welt ein zunehmender Wettbewerbsfaktor. Somit sollte die Einrichtung der Räume stets agil und flexibel für Veränderungen sein. Dies wird beispielsweise durch bewegliche Schreibtische oder auch Raumteiler ermöglicht.

Kann der Smart-Home-Ansatz auch auf den Arbeitsplatz übertragen werden?

Durch Sensoren können Daten über die verschiedenen Büroräume erhoben und gesammelt werden. Durch diese Informationen können Organisationen Sauerstoffgehalt oder auch Temperaturen eines Raumes an aktuelle Gegebenheiten jeder Zeit anpassen. Dies fördert nicht nur produktives Arbeiten, sondern auch die Gesundheit der eigenen Belegschaft.

Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft nun aus?

Die zukünftigen Bürogebäude müssen mehr als nur Meetingräume und Schreibtische bieten. Arbeitsplätze müssen Möglichkeiten für konzentriertes Arbeiten, kommunikativen Austausch, kooperatives Zusammenarbeiten und für Momente des Rückzuges bieten. Dabei gilt auch die Ausstattung mit ortsunabhängig Zugang zu Internet und Datenbanken nicht zu vernachlässigen und somit ein flexibles Arbeiten zu gewährleisten.

Besonders in Zeiten einer weltweiten Pandemie hat die Arbeitsplatzgestaltung und Zusammenarbeit eine bedeutende Rolle erhalten. Mitarbeitende müssen flexibel von zu Hause aus ihren Aufgaben nachkommen können und gleichzeitig über die Möglichkeit zum interaktiven Austausch mit Kolleg*innen und anderen Abteilungen verfügen. Daher gilt bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen neben der reinen Bürogestaltung, die Ausstattung mit Hard- und Softwarekomponenten im Bereich der E-Collaboration-Tools nicht zu vernachlässigen.

Praxisbeispiel

In verschiedenen Firmensitzen des Versicherungskonzerns AXA hat seit dem Jahr 2017 keine Mitarbeitenden mehr einen eigenen festen Schreibtisch. Alle suchen sich jeden Morgen aufs Neue einen Arbeitsplatz, welcher noch nicht belegt ist. Diese Regel gilt für alle Mitarbeitenden gleichermaßen, ob Abteilungsleiter, Projektmanager oder Werkstudent. Dazu gibt es unterschiedlich ausgestattete Räumlichkeiten. Von der offenen Fläche für Brainstormings, über ruhige Räume für konzentrationsorientierte Tätigkeiten bis zu isolierten Räumen für längere Telefonate. Zusätzlich wird auf eine farbenfrohe Bürolandschaft gesetzt mit Basketballkörben, Billiardtischen und der Möglichkeit einem Mittagsschlaf nachzukommen.
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