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Prof. Dr.-Ing. Rainer Mohn

Die Nutzung der natürlichen Ressource Wasser durch den Menschen muss heute nicht mehr im Widerspruch zur Erhaltung der natürlichen Funktion der Oberflächen-Fließgewässer stehen. Jahrzehntelang wurde diese Funktion als vernetzende, linienhafte Elemente des Naturhaushalts ignoriert, während naturgemäße, flächenhafte Landschaftselemente durch Intensivierung der Nutzung verkleinert und durch Ausbau der Infrastruktur isoliert wurden. Angestoßen durch die europäische Wasserrahmenrichtlinie werden Fließgewässer heute wieder zu einem ökologisch guten Zustand hin entwickelt, in dem sie einerseits den angestammten Lebensgemeinschaften wieder Lebensraum bieten und andererseits ihre Funktion zur Regulierung des Landschaftswasserhaushalts, auch bei Hochwasserereignissen, wieder besser wahrnehmen können. Der Nutzungsgrad der Fließgewässer wird dabei so optimiert, dass eine Aufrechterhaltung unseres Lebensstandards und unseres Sicherheitsbedürfnisses auch unter den Randbedingungen des Klimawandels möglich ist. Der dazu notwendige Ausgleich widersprüchlicher gesellschaftlicher Interessen wird in unseren gesetzlichen Rahmenbedingungen durch Anpassung an die Wasserrahmenrichtlinie ermöglicht sowie in der Praxis durch das vielfältige und hohe Engagement der Beteiligten und Betroffenen in die Realität umgesetzt.

Untersuchungen am Modell

Das derzeitige Verständnis der Zusammenhänge der physischen, chemischen und biologischen Parameter des ökologisch guten Zustands reicht jedoch genauso wenig aus wie unser planerisches Wissen zur Prognose der Auswirkungen unserer Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung der Gewässer. Bereits jetzt ist absehbar, dass unsere klassischen Methoden und die daraus entwickelten Lösungen mit den ehrgeizig formulierten gesellschaftlichen Zielen und Anforderungen nicht Schritt halten können. Die Effizienz des Mitteleinsatzes und teilweise leider auch die Nachhaltigkeit der getroffenen Maßnahmen kann nicht in ausreichendem Maß gewährleistet werden.

Unser Anliegen ist daher die Beschleunigung und Verbesserung der Maßnahmen zur Wiederherstellung des ökologisch guten Zustands durch interdisziplinäre Zusammenarbeit, unterstützt durch moderne Technologien und Methoden zur Beschreibung und Prognose der Entwicklung der ökologisch relevanten Parameter.

Unsere Beiträge zur Verbesserung der Situation sind:

  • Einsatz und Verfeinerung von Methoden des interdisziplinären Monitorings und der numerischen Strömungssimulation zur Prognose der morphodynamischen und ökologischen Gewässerentwicklung
  • Entwicklung fallspezifischer Lösungen für außerordentlich stark ausgebaute urbane Gewässer im innerstädtischen Spannungsfeld unter Wahrung der Hochwassersicherheit der Siedlungsgebiete
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis zur Verbesserung der Methoden zur Modellierung der Habitat-Eigenschaften der sich entwickelnden Fließgewässer
  • Optimierung der Funktion von Anlagen des technischen Gewässerschutzes mit Hilfe von Methoden der numerischen Strömungssimulation
  • Einsatz und Verbreitung ingenieurbiologischer Methoden zur Sicherung des Eigentums und der Infrastruktureinrichtungen an Gewässern bei Gefährdung durch Hochwasser
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