Beschaffung gebrauchstauglicher Medizinprodukte

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Ergonomisch unzureichend gestaltete Medizinprodukte beeinträchtigen die Qualität und Sicherheit medizinischer Arbeitsabläufe. Sie führen zu einer reduzierten Versorgungsleistung und verursachen zusätzliche Kosten im Gesundheitswesen. Für Mitarbeiter ist der Umgang mit ergonomisch schlecht gestalteten Medizinprodukten mit erhöhten physischen oder psychischen Belastungen verbunden. Da diese Geräte meist über viele Jahre eingesetzt werden, liegen latente Fehlbelastungen vor, die zu einer Beeinträchtigung der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten führen.

In einem Verbundforschungsprojekt der FH Münster, der TU Berlin und der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) werden die Beschaffungsprozesse in verschiedenen Einrichtungen des Gesundheitswesens analysiert. Ziel der Untersuchung ist es, ein "Best-Practice" Vorgehen abzuleiten und methodische Hilfsmittel zum Beurteilen der Ergonomie von Medizinprodukten zu entwickeln, mit dem Anwender zukünftig die Ergonomie von Medizinprodukten bei Probestellungen in ihrem Betrieb ermitteln können.

Förderung von Mobilität und bürgerschaftlichen Engagement durch ein Integriertes Sturzmanagement-System

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Derzeitige Systeme zum Sturzmanagement basieren überwiegend auf Lage- und Beschleunigungssensoren, die von der überwachten Person zum Beispiel am Handgelenk oder an der Hüfte getragen werden. Nachteil dieses Konzeptes ist es, dass ein langsames nach unten Gleiten nicht zuverlässig (falsch negativ) und gewolltes Bücken oder Knien fälschlicherweise als Sturz (falsch positiv) erkannt werden kann.

Innerhalb des Forschungsprojektes "Sturzmanagement" wird ein integriertes Konzept zum Sturzmanagement von sturzgefährdeten, zum Beispiel Rollator-gebundenen Personen, entwickelt, das ein neuartiges Erkennungssystem einsetzt. Dieses Erkennungssystem überwacht die Person sowohl in der häuslichen Umgebung als auch außer Haus und versucht im Fall einer Sturzdetektion erst, mit der betreffenden Person Kontakt aufzunehmen, bevor Hilfe gerufen wird. Um die Forderung nach einer Förderung des bürgerschaftlichen Engagements aufzugreifen, soll der nachfolgende Hilferuf nicht resp. nicht ausschließlich an eine angeschlossene Notrufleitstelle erfolgen, sondern an Personen in der Nachbarschaft, die mit der sturzgefährdeten Person in einem guten sozialen Netzwerk verbunden sind.

Entwicklung eines Prototyps zur Erkennung von Paravasaten in der Infusionstherapie

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Während der intensivmedizinischen Behandlung müssen hochwirksame Medikamente als Infusion in den venösen Blutkreislauf von Patienten verabreicht werden. Dabei kann es vorkommen, dass sich der Venenkatheter außerhalb des Blutgefäßes befindet und die Infusionslösung in das umliegende Gewebe gefördert wird. Es entsteht ein Paravasat.

Paravasate kommen in bis zu 6% aller Infusionsbehandlungen vor; bei Frühgeborenen treten sie sogar in bis zu 78% aller Behandlungen auf. Als Folgen können schwere Schäden wie Nervenstörungen, Nekrosen und Blutvergiftungen entstehen. Besonders kritisch sind Paravasate von Chemotherapeutika und Infusionslösungen zur parenteralen Ernährung.

Aktuell ist es nicht möglich die Entstehung von Paravasaten technisch zu verhindern. Um festzustellen, ob der Katheter in der Vene liegt wird ein Messverfahren basierend auf der hydroakustischen Impedanzmessung entwickelt und getestet. Damit werden die mechanischen Eigenschaften, die sich zwischen Vene und Gewebe deutlich unterscheiden, am venösen Zugang gemessen. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung eines Gerätes, welches die Entstehung frühzeitig erkennt und den Patienten schützt.

Assistenzsysteme für Demenzpatienten

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In Deutschland sind derzeit 1.5 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der Demenzpatienten voraussichtlich bis auf ca. 3 Millionen ansteigen.

Die degenerative Veränderung des Gehirns führt bei den Betroffenen zum Hauptsymptom der kognitiven Störung und zu Veränderung der Persönlichkeit und des Verhaltens, begleitet von Akathisie, depressiven Episoden und Desorientiertheit. Daraus folgt eine unzureichende soziale und häusliche Bewältigung von Alltagsaufgaben, die wiederum Beschämung und aggressives Verhalten auslösen kann. Dies belastet sowohl die Patienten, als auch die Pflegenden und Angehörigen schwer.

In diesem Projekt werden auf Basis einer Bedarfs- und Anforderungsanalyse (requirement engineering) mittels benutzerdefinierter Produktentwicklung kontextsensitive Assistenzsysteme für Demenzkranke exemplarisch entwickelt und hinsichtlich des klinischen Nutzens evaluiert. Die entwickelte Medizintechnik soll den Patienten ein möglichst selbstbestimmtes Handeln ermöglichen und die Lebensqualität nachhaltig verbessern.

Ergonomie und Anwendungssicherheit von Medizintechnik

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Medizinische Arbeitsplätze zur Patientenbehandlung bestehen heute überwiegend aus einer Ansammlung von unterschiedlichen Medizinprodukten verschiedener Hersteller. Nur in wenigen Entwicklungsbereichen konnten sich bislang Systemlösungen etablieren. Zwar existieren gesetzliche Forderungen zur Integration ergonomischer Anforderungen in den Entwicklungsprozess von Medizintechnik, diese berücksichtigen das Zusammenwirken unterschiedlicher Medizinprodukte am Arbeitsplatz aber nur unzureichend. Zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Sicherheit medizinischer Behandlungsprozesse wurden am Fachgebiet Arbeitswissenschaft und Produktergonomie der TU Berlin unterschiedliche Methoden und Verfahren des Usability-Engineering in der Medizintechnik entwickelt und gemeinsam mit den Herstellern von Medizintechnik erprobt. Auf der Grundlage von Arbeitsprozessanalysen können funktionale Anforderungen und Ansprüche an die ergonomische Gestaltung der Medizinprodukte erhoben und dem Entwicklungsprozess zur Verfügung gestellt werden.

Umstellung von Luer-Lock-Anschlüssen auf vertauschungssichere Konnektoren

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Hersteller müssen seit Ende 2016 aus Risikogründen bei sehr vielen Medizinprodukten die Luer-Verbinder auf vertauschungssichere Anschlüsse umstellen.

So sehr die verwechslungssichere Trennung von Anwendungebereichen letztendlich die Patientensicherheit erhöht, so sehr birgt die Phase der Umstellung eigene und neue Risiken.

 

Die Handlungsempfehlung "Hilfestellung zur Umstellung von Luer-Verbindern auf neue verwechslungssichere Verbinder" des Aktionsbündnis Patientensicherheit bietet eine Hilfestellung zur Umstellung.

Rückengesundheit im Rettungsdienst: Evaluation des Modellprojekts "Protect your back"

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Heben und Tragen von Patienten, Arbeiten in ungünstigen Körperhaltungen, hoher Zeitdruck und eine große Verantwortung gehören zum Alltag von Rettungskräften. Als Folge dieser Belastungen ist die Prävalenz von Rückenbeschwerden bei Rettungssanitätern besonders hoch.

Für die Prävention sind der richtige Umgang mit technischen Hilfsmitteln und ein starkes Bewusstsein für die eigene Rückengesundheit von zentraler Bedeutung. Die Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB) hat hierzu das Projekt "Protect your back" entwickelt. Im Rahmen eines Aktionstages werden an Berufsfachschulen angehende Notfallsanitäter zum rückengerechten Arbeiten motiviert. Hierzu entwickeln die Auszubildenden eigenständig Lösungsstrategien für verschiedene Rettungssituationen und erproben diese unter Anwendung der richtigen technischen Hilfsmittel. Begleitet und gecoacht werden sie dabei von Physiotherapeuten.

In einem Kooperationsprojekt der KUVB und der TU Berlin wird die Wirksamkeit von "Protectyour back" evaluiert und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Projekts - zum Beispiel zu einer Multiplikatorenschulung - untersucht.

Analyse des Bewegungsverhaltens von Busfahrern

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Regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivität beeinflussen maßgeblich die Lebensqualität und leisten einen hohen Beitrag zur Aufrechterhaltung von Wohlbefinden und Gesundheit. An vielen Arbeitsplätzen liegen aber eher bewegungsarme Tätigkeiten vor. Diese physische Inaktivität führt auf Dauer zu einer Abnahme der muskulären Leistungsfähigkeit, wodurch z.B. Erkrankungen des Herz-Kreislauf- oder Muskel-Skelett-Systems begünstigt werden.

Kraftfahrer gehören zu einer besonders gefährdeten Berufsgruppe. Bei Lenkzeiten von bis zu 10 Stunden täglich sitzen sie, oft mit nur sehr eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit, hinter dem Steuer. Am Fachgebiet Arbeitswissenschaft und Produktergonomie wird deshalb erstmals das Bewegungsverhalten von Busfahrern untersucht um quantitative Aussagen zur physischen Aktivität der Fahrer zu machen. Zur Messung wird ein Bewegungsanalysesystem eingesetzt, das aus Bewegungssensoren besteht, die auf der Kleidung des Fahrers angebracht werden.

Die erwarteten Ergebnisse liefern eine wichtige Grundlage zur Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen und helfen, Fahrerarbeitsplätze zukünftig noch besser zu gestalten.

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