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Dekan Prof. Dr. Dirk Kiso erklärt im Interview die Bedeutung der erfolgreichen EPAS-Akkreditierung für drei Studiengänge der Münster School of Business. (Foto: FH Münster/Wilfried Gerharz)

Herr Prof. Kiso, drei Studiengänge der MSB haben die internationale EPAS-Akkreditierung erhalten. Was bedeutet das genau?

Eine EPAS-Akkreditierung ist ein Gütesiegel für Studiengänge mit internationaler Zielsetzung. Diese Auszeichnung wird weltweit wahrgenommen. Es bestätigt, dass das Profil, welches wir diesen Studiengängen gegeben haben, auch ein hochqualifiziertes internationales Gutachterteam überzeugt. Mit den Bachelorstudiengängen European Business Programme (EBP) und dem Deutsch-Lateinamerikanischen Studiengang Betriebswirtschaft (CALA) hat der Fachbereich Pionierarbeit in der Internationalisierung geleistet, bevor überhaupt Bologna diskutiert wurde. Der Masterstudiengang International Marketing and Sales (IMS) kam dann im Zuge der Bologna-Reform dazu. Zu Anfang war der Wettbewerbsvorteil dieser Studiengänge stets gegeben, im Zuge der fortschreitenden Internationalisierung des Hochschulsystems haben viele Bildungsinstitutionen aufgeholt - insbesondere unter den privaten Anbietern. Die EPAS-Akkreditierung, über die nur sehr wenige deutsche Hochschulen verfügen, hebt uns im Wettbewerb um die besten Studierenden und das beste Lehrpersonal nun wieder deutlich hervor.

 

Inwiefern passt EPAS zu den Bachelor- und Masterstudiengängen, wie der Fachbereich sie anbietet?

EPAS steht als Gütesiegel für die Qualität von Managementstudiengängen mit internationalem Anspruch. Es würde somit nicht zu allen unseren Studiengängen passen. Die MSB ist inhaltlich breit aufgestellt und bietet u.a. auch berufsbegleitende Studiengänge, die sich stärker auf die Region beziehen. Für EBP, CALA und IMS bedeutet Internationalität stets, dass neben interkulturellen Lehrinhalten und international qualifizierten Lehrenden auch eine verpflichtende Studierendenmobilität stattfindet. Man studiert mehrere Semester an einer unserer Partnerhochschulen im Ausland oder belegt betreute Praktika in internationalen Firmen. Das ist kein Trockenschwimmen, sondern eine Hands-on-Erfahrung, die in der Regel durch einen Doppelabschluss, einen sogenannten double degree, bestätigt wird. Dieses Profil wurde nun durch das Votum der Gutachter und die anschließende Entscheidung des EPAS Accreditation Boards wertgeschätzt.

 

Was bedeutet die Akkreditierung für die MSB und die FH Münster als Hochschule?

Zuerst einmal bedeutet die Auszeichnung, dass ein Fachbereich seine strategischen Zielsetzungen erreicht. Die FH Münster ist eine systemakkreditierte Institution, die Prozesse und Verfahren aufgebaut hat, welche die Strategieverfolgung und beständige Qualitätsentwicklung sicherstellt. Internationalisierung ist eine strategische Zielsetzung, die die MSB im Rahmen ihrer Academic Scorecard (ASC) verfolgt. Als öffentliche Hochschule hat die FH Münster dieses aus der Wirtschaft entlehnte Instrument an akademische Bedürfnisse angepasst und nutzt es für die Hochschulentwicklungsplanung. Die Internationalisierungsziele des Fachbereichs sind dort natürlich breiter abgebildet, die EPAS-Akkreditierung ist nur ein Teilaspekt. Das Niveau bei uns am Fachbereich ist bereits hoch, aber wir streben - im Einklang mit der EPAS-Philosophie - nach Exzellenz. Da darf man nicht einfach stehenbleiben.

 

Welchen Weg muss man als zukunftsfähige Hochschule gehen?

Auf Hochschulebene erleben wir einen Prozess, der die traditionelle Unterscheidung zwischen Universitäten und Fachhochschulen zugunsten diversifizierter Hochschulprofile öffnet. Die FH Münster treibt diese Entwicklung voran, zum Beispiel durch ein frühzeitiges Entwickeln von Wegen zur Promotion. Jede deutsche Fachhochschule ist in ihrer Historie in der Region verwurzelt. Die EPAS-Akkreditierung ist ein sichtbares Zeichen von vielen, das Fachhochschulen über diese eher regionale DNA hinauszuwachsen hilft. Im nationalen Rahmen ist der gute Ruf der FH Münster unbestritten - das EPAS-Siegel trägt nun zur internationalen Reichweite bei.

 

Wie lange hat die Akkreditierung gedauert?

Man kann sagen, wir haben uns Zeit gelassen, aber diese auch gut genutzt. Mitglied in der European Foundation for Management Development (EFMD) sind wir seit 2016. Dies ist Bedingung um an der Akkreditierung teilzunehmen. Während sich manche internationale Business Schools aufgrund von Wettbewerbsdruck möglichst schnell akkreditieren lassen, haben wir die Studiengänge im Hinblick auf die EPAS-Kriterien weiterentwickelt. Das bedeutet, wir haben zum Beispiel zusätzliches international qualifiziertes Lehrpersonal aufgestockt, englischsprachige Module ergänzt und Sprachhürden bei den Zugangsbedingungen abgebaut. Dieses Vorgehen hat sich ausgezahlt - die EPAS-Akkreditierung ist kein Selbstläufer, sondern wird regelmäßig auch versagt. Das Streben nach internationaler Anerkennung kann auf diesem Weg schnell zum Reputationsverlust führen.

An welchen Themen müssen wir noch arbeiten?

Forschung zum Beispiel muss einen größeren Stellenwert einnehmen. Als eher lehrorientierte Fachhochschule hat man in Bezug auf die Zuteilung von Forschungsressourcen natürlich eine andere Startposition als eine forschungsorientierte Universität. Für die Zukunft werden wir versuchen, die Forschungsaktivitäten in der Breite zu erhöhen und die Rahmenbedingungen zu verbessern.

 

Wer hat diesen Erfolg möglich gemacht?

Zum Ende waren rund einhundert Projektbeteiligte eingebunden - Fachbereichsmitglieder, Studierende, Alumni, externe Firmenvertreter und Beiräte. Bei allen Beteiligten möchte ich mich für ihr Engagement, ihren Teamgeist und ihre Geduld ganz herzlich bedanken! Zusätzlich möchte ich die gelebte Qualitätskultur an der FH Münster erwähnen. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Projekt zu einem vollen Erfolg wurde.

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