Logo der FH-Münster
Einrichtungs-Logo
Einrichtungs-Logo
Pauline von Gehlen. (Foto: KfW Bankengruppe/ Miriam Cirino)

"Als Kind hatte ich noch keinen konkreten Herzenswunsch, was ich werden möchte. Von Tierärztin über Nachrichtensprecherin und Zirkusdirektorin war alles dabei", schmunzelt Pauline von Gehlen über die verschiedenen Wünsche von damals. Die Unterschiedlichkeit und Vielfalt von Wegen, Ideen und Menschen hat sie schon immer fasziniert. Deshalb fühlte sie sich auch an der Waldorfschule sehr gut aufgehoben: "Die Zeit dort hat vor allem meine Kreativität und meine Freude am Handwerken und am 'selber machen' gefördert. Ich baue und bastle immer noch gerne - ob einen Esstisch für unsere Wohnung, ein Küchenregal oder kleinere Do-It-Yourself-Projekte." Auch fand sie den Ansatz gut, dass Schülerinnen und Schüler dort in den ersten Jahren keine Noten bekommen. "So wurde die eigene Leistung und Entwicklung besser beschrieben als mit einer einzigen Zahl. Das stärkt das Selbstbewusstsein und die Reflexionsfähigkeit."

Abitur und was dann?
Im Anschluss machte sie 2010 ihr Abitur und wollte eigentlich ein Wirtschaftsstudium anschließen. Bei einem Praktikum fasst sie dann jedoch spontan den Entschluss, zunächst eine Ausbildung zur Medienkauffrau in einem Kölner Verlag zu machen. Eine Entscheidung, die sie nie betreut hat: "Als Azubi hat man die Chance, mit 'Welpenschutz' ein Unternehmen und die Abläufe kennenzulernen. So bin ich später mit einem deutlich besseren Verständnis von Unternehmensprozessen ins Studium gestartet und hatte konkretere Ideen von meinen Stärken und Schwächen und von dem, was mir Spaß macht oder was mich langweilt." Der Job macht ihr damals so viel Spaß, dass sie zunächst 2012 als Redaktionsassistentin ins Geschäft einsteigt. Der Wunsch nach einem Studium begleitet sie jedoch weiter.

Spannende Projekte im Job
Als Projektmanagerin hat Pauline alle Hände voll zu tun: "Ich habe in dieser Zeit 23 Bücher entweder neu konzipiert oder neue Auflagen koordinativ betreut. Die meisten davon sind in vielen verschiedenen Sprachen weltweit auf den Markt gekommen und ich hatte dabei alle Fäden in der Hand - von der Konzeption bis zum Druck", erinnert sich die Alumna. In der "kunterbunten Verlagswelt" habe sie sich immer sehr wohl gefühlt und ihre persönlichen Stärken weiterentwickelt: "Besonders wichtig war eine gute Organisation, denn viele der Titel wurden im Kundenauftrag produziert, das heißt mit Termindruck durch fixe Lieferverpflichtungen gegenüber großen deutschen Discountern wie Lidl oder Aldi, die zu den größten Abnehmern für uns zählten." Dabei habe sie ihre ersten eigenen Verhandlungen mit Dienstleistern geführt, mit Lizenzgebern gearbeitet und gelernt, auch unter Zeit- und Kostendruck das bestmögliche Ergebnis zu liefern, berichtet die gebürtige Bergisch Gladbacherin. Irgendwann sei aber klar gewesen, dass sie nun etwas Neues sehen müsse und eine andere Stadt kennenlernen möchte. Der Wunsch nach einem Studium wird wieder wach.

Los geht's: Auf nach Münster!
Für Pauline steht bei ihrem Studienwunsch vor allem der Praxisbezug, den sie im Job sehr zu schätzen gelernt hat, im Vordergrund. Deshalb kommt für sie nur ein Wirtschaftsstudium an einer Fachhochschule in Frage. Sie entscheidet sich für die FH Münster: "Das Gesamtpaket der FH mit ihrer Größe, dem breiten Angebot, ihrem guten Ruf und Münster als Stadt selbst hat überzeugt." Die schönsten Erinnerungen an die Zeit verbindet sie mit ihren Kommilitonen: "Ich habe hier einige meiner besten Freunde kennengelernt. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen mit vielen Kochabenden, WG-Partys und auch die Lernphasen waren gemeinsam deutlich leichter zu bewältigen." Besonders gerne erinnert sie sich auch in ihre Momente "am Aasee in der Sonne" zurück.

Die KfW-Zentrale in Frankfurt - Außenansicht, Westarkade. (Foto: KfW-Bildarchiv Rüdiger Nehmzow)

Training on the job, never stop
Im Studium sammelt sie Arbeitserfahrungen in einer neuen Branche: "Ich habe in Hamburg bei Scholz & Friends gearbeitet. Der Vorteil bei einer Agentur ist, dass die vielen Projekte und Kunden sehr abwechslungsreich sind." Im Jahr 2016 schreibt sie am Fachbereich Wirtschaft bei Prof. Dr. Anette Nagel ihre Bachelorarbeit zum Thema "Kommunikative Herausforderungen im Change Management" und erklärt darin, inwiefern Kommunikation einen Erfolgsfaktor für Veränderungsprozesse darstellt. "Beispielsweise habe ich Wissen darüber gesammelt, wie wichtig es ist, die Notwendigkeit für Veränderungen transparent zu machen oder auch, dass man nie alle Menschen erreichen, und für den Change Prozess begeistern kann." Vieles davon wendet sie auch noch in ihrem heutigen Job als Diversity Managerin an, aber dazu später mehr. Fest steht für sie zu dem Zeitpunkt: Sie möchte noch ein Masterprogramm im Bereich international Management anschließen, "weil die Studienzeit so schnell verflogen ist und es noch so viele Themenfelder gab, in denen ich mehr erfahren wollte." Deshalb sucht sie nach einem passenden Master und wird fündig.

Was ist dran an der Generation Z? Ist sie ganz anders?
Pauline entscheidet sich für eine neue Stadt und findet in Mainz ein passendes Masterprogramm. In dem Studiengang erhält sie einen stärkeren Fokus auf internationale Wirtschaftsthemen und der Großteil der Veranstaltungen findet auf Englisch statt. "Mein absolutes Highlight war eine Exkursion nach Hong Kong, auf der wir Konzerne wie Bosch, UPS oder Daimler besucht haben", erinnert sich die Alumna zurück. Auch findet sie als Werkstudentin bei der KfW, ihrem späteren Arbeitgeber, einen ersten Einstieg und bleibt so auch der Praxis verbunden. Auch diese Studienzeit vergeht wie im Flug und schon schreibt Pauline ihre Abschlussarbeit. Darin beschäftigt sie sich unter dem Titel "New Work Z - Untersuchung des Stellenwerts der Arbeit für die Generation Z und seine Bedeutung für das Employer Branding" wieder mit der Unterschiedlichkeit von Menschen. In der Masterarbeit befragt sie 460 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und findet heraus, dass die Generation Z im Vergleich zu ihren Vorgängergenerationen ein anderes Wertemuster aufweist. "Allerdings sind die Unterschiede nicht in allen Bereichen so gravierend, wie bisher angenommen. Dennoch sind innerhalb der Generation Z Unterschiede erkennbar und diese müssen von den Unternehmen ernstgenommen werden", so lautet der Rat der Expertin. Weitere Ergebnisse ihrer Abschlussarbeit: Gefordert werden von der Generation Z beispielsweise eine klare Trennung von Beruf und Arbeit durch geregelte Arbeitszeiten, weniger arbeitsbedingter Stress und mehr Freizeit, in der man zur Ruhe kommen und neue Energie tanken kann. Daneben sei aber auch ein deutliches Streben nach persönlicher Weiterentwicklung erkennbar - als größter Motivationsfaktor werde dabei eine interessante Aufgabe angesehen. Auch würden Sicherheit durch einen unbefristeten Arbeitsvertrag sowie die Verantwortungsübernahme eines Unternehmens gegenüber den Beschäftigten und der Umwelt bei der Arbeitgeberwahl besonders beachtet, berichtet die 29-Jährige.

Mitarbeiter im Atrium der Ostarkade in der KfW Zentrale in Frankfurt. (Foto: KfW-Bildarchiv / Thorsten Futh)

Vielfalt als Job
Nachdem Pauline den Masterabschluss in der Tasche hat, findet sie bei der KfW, die sie ja bereits als Werkstudentin kennengelernt hatte, den Einstieg. Und der Job passt perfekt: Seit Anfang 2019 ist Pauline dort als HR-Managerin aktiv. "An der KfW finde ich so spannend, dass es keine klassische Bank ist", erklärt sie. "Gegründet 1948, um eine nachhaltige und erfolgreiche Wirtschaftsförderung in Deutschland zu ermöglichen, hat sie sich zu einer der größten Förderbanken der Welt entwickelt." Besonders wichtig sei ihr dabei, für ein Unternehmen zu arbeiten, hinter dessen Auftrag sie stehe und für das sie sich gerne guten Gewissens einsetze: "Das merkt man auch in der Belegschaft. Viele Beschäftigte arbeiten hier aus Überzeugung." Ihre Arbeitsbereiche Nachhaltigkeitsmanagement, Diversity Management und HR-Kommunikation haben für sie dabei viele Schnittmengen: Dabei geht beispielsweise um Themen wie den Gender-Pay-Gap, Weiterbildung, Gesundheitsmanagement oder eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und: "Am Ende steht und fällt alles mit einer guten Kommunikation, damit die Angebote und Maßnahmen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch ankommen", macht Pauline ihren Standpunkt als HR-Managerin deutlich.

Wie gelingt gute Kommunikation?
Die Betriebswirtin legt selbst viel Wert auf eine offene und ehrliche Kommunikation, deshalb bekommt sie von den Menschen viel Vertrauen geschenkt. "Der Erfolgsfaktor für eine gelungene Kommunikation mit dem Kunden ist die Zielgruppenorientierung und eine durchdachte Strategie. Klingt einfach, ist es aber nicht immer." Für sie stehe hinter jeder guten Kommunikation ein sauberer Prozess und eine klare Strategie. "Schöne Sätze allein sind wenig erfolgsversprechend - weder kurzfristig und erst recht nicht langfristig."

Das spannendste Projekt
Wichtig in ihrem Job ist es, immer offen für den Wandel und die Veränderung zu bleiben. Das zeigt auch das Beispiel des deutschlandweiten Diversity-Tags, der am 26. Mai 2020 als Aktionstag der KfW an den Standorten in Berlin, Bonn und Frankfurt stattfinden sollte. "Die Corona-Pandemie hat uns hier einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun war Umdenken gefragt. Ich stand vor der Herausforderung, alternative Ideen zu finden, die vor allem über digitale Kanäle umgesetzt werden konnten." Aus dem ursprünglich geplanten Aktionstag wurde letztendlich ein Aktionsjahr. Pauline: "Heute kann ich auf ein gelungenes, buntes Programm aus einer Intranet-Artikelreihe mit Zahlen, Daten und Fakten zum Thema Vielfalt, einen Videotalk mit der Profitänzerin Motsi Mabuse, ein Webinar zum Thema 'Umgang mit Vielfalt' mit dem Migrationsforscher Mark Terkessidis und auf ein Diversity-Kochbuch mit zahlreichen Rezepten aus aller Welt zurückblicken, um nur ein paar persönliche Highlights zu nennen."

Am Ende zählt…? Die Vielfalt!
Rückblickend ist es bei Pauline keiner der anfangs genannten Berufswünsche geworden. Aber in ihrem abwechslungsreichen Job braucht sie sicherlich manchmal das offene Ohr einer
Tierärztin, die Präsentationsskills einer Nachrichtensprecherin und auch mal das Durchsetzungsvermögen einer Zirkusdirektorin. "Die Vielfalt macht meinen Job so spannend!"

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Widerruf finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Seite drucken