Das Autorenteam präsentiert stolz ihre "Best Student Paper Award" Urkunde! Von oben nach unten: Konrad Schneid, Prof. Dr. Herbert Kuchen (WWU), Prof. Dr. Sebastian Thöne und Leon Stapper (Foto: privat)

Die Projektidee entstand im Rahmen von Konrads kumulativen Promotion und wurde anschließend in Leons Masterarbeit ausgearbeitet, welche er für sein berufsbegleitendes Wirtschaftsinformatik-Studium unter Aufsicht von Prof. Dr. Sebastian Thöne und dem Doktoranden Konrad Schneid im Wintersemester 2020/21 zu dem Thema "Assistentengestützte Spezifikation von Testfällen und konsekutive Codegenerierung für prozessgesteuerte Anwendungen" schrieb. Im Anschluss des Kolloquiums der Masterarbeit wurde schnell klar, dass dieses Thema das nötige Potential und den entsprechenden Reifegrad zur Einreichung auf einer internationalen Konferenz hat.

Die Konferenz, welche dieses Jahr vom 25. bis 29. Oktober online von Australien aus gestreamt wurde, fokussierte sich auf Themengebiete rund um die Entwicklung und das Management von Unternehmensanwendungen mit besonderem Blick auf die Integrierung von Geschäftsprozessen, Unternehmensrichtlinien und Technologie. Mit Hilfe von Konrads Doktorvater, Prof. Dr. Herbert Kuchen von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), fasste das Team innerhalb von vier Monaten die Ergebnisse der Masterarbeit in englischer Sprache zusammen und setzte gezielt thematische Schwerpunkte. Darüber hinaus führte das Team eine Vielzahl an Evaluationen durch, die den ökonomischen Mehrwert des neu erforschten Ansatzes sowie des entwickelten Prototypen in der Praxis unter Beweis stellten. Im Juni 2021 reichten sie ihren Beitrag mit dem Titel "Automated Regression Tests: A No-Code Approach for BPMN-Based Process-Driven Applications" bei der EDOC-Konferenz ein.

In der ausgezeichneten Arbeit stellen die Wirtschaftsinformatiker die semiautomatische Generierung von Softwaretests für prozessgesteuerte Anwendungen dar, welche bei manueller Entwicklung bis zu zwei Stunden pro Testfall in Anspruch nehmen. Mit Hilfe von Fallstudien zeigen sie das enorme zeitliche und wirtschaftliche Einsparpotential auf, das Dank des Prototyps Testfälle nun innerhalb von wenigen Minuten erstellt werden konnten. Diese Automatisierung führt weiterhin zur Beseitigung üblicher Fehler- und Problemquellen und kann mit Hilfe des No-Code-Ansatzes auch von Fachexperten ohne Programmierkenntnisse durchgeführt werden.

"Ich habe mich sehr gefreut, dass meine Masterarbeit als Grundlage für die Erstellung eines Papers in Betracht gezogen wurde. Von diesem Vorschlag fühlte ich mich sehr geehrt", berichtet der 25-jährige Leon stolz. Obwohl es nicht das erste Mal für Konrad und Leon war, dass sie unabhängig voneinander einen Beitrag bei einer Konferenz eingereicht haben, so wurde ihre Arbeit dieses Jahr erstmalig mit einem Preis belohnt. "Wir haben eine Urkunde erhalten, die unseren Beitrag mit dem "Best Student Paper Award" zertifiziert, und das Autoren-Team wurde von der Konferenzleitung vorgestellt. Obwohl die Konferenz dieses Jahr online stattfinden musste, haben sich die Organisatoren große Mühe gegeben, dass die Veranstaltungen trotzdem interaktiv und interessant waren", teilt Konrad mit. Was ihren Beitrag von den zuvor eingereichten Arbeiten unterschieden hat, führt das Team unter anderem auf ihre Evaluationsart zurück. "Wir haben größere Fallstudien durchgeführt und unseren Prototypen in der echten Industrie, teilweise auch im internationalen Kontext, getestet - das kam sehr gut an", so die beiden Preisgewinner.

Damit ist die Thematik allerdings noch nicht beendet. Mit Hilfe von vier Masterstudierenden vertieft Konrad Schneid das Themenfeld innerhalb eines Entwicklungsprojektes an der FH Münster weiter und greift offen gebliebene Forschungslücken auf. "Ich helfe den Studierenden natürlich immer gerne weiter, falls es Fragen zu der Software oder dem Code gibt!", erzählt Leon. Obwohl sich der 25-Jährige auf seinen Vollzeitjob bei Atruvia AG in Münster konzentrieren muss, möchte er trotzdem verfolgen, inwieweit sich sein Masterarbeitsthema in Zukunft noch weiterentwickeln wird, und bei Gelegenheit auch gerne unterstützend zur Seite stehen.

Wir gratulieren dem Team von der FH Münster und WWU zu ihrem Erfolg und wünschen alles Gute bei der weiterführenden Recherche!

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Widerruf finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Seite drucken