Leitlinien meiner Lehre:

In meiner Rolle als Lehrende möchte ich dazu beitragen sowohl fachlich kompetente als auch gegenüber Mitarbeitern und Kollegen verantwortlich handelnde Absolventen auszubilden. Dabei ist meine Tätigkeit in den letzten Jahren insbesondere von den folgenden Themen geprägt:

  • Fordern und fördern von selbstorganisiertem und verständnisorientiertem Wissenserwerb in Lehrveranstaltungen zur Finanzierung - auch in frühen Studienphasen mit Großgruppen - und damit Fach- und Schlüsselkompetenzen der Studierenden integrativ weiterentwickeln,
  • Konzeption und/oder Durchführung von Veranstaltungen, die auf solche Lehrformen mit einem hohen Maß an Eigenständigkeit und Teamfähigkeit vorbereiten und die Weiterentwicklung von - auch für den beruflichen Kontext zentralen - Schlüssel-kompetenzen fördern wie z.B. von Führungsfähigkeiten

Mein didaktisches Grundverständnis:

Für das Wirken im Studium liegen die kraftvollsten Ressourcen in den Studierenden selber. Dabei können Lehrende nach meinem Verständnis dazu beitragen, diese Ressourcen zum Wirken zu bringen, indem sie lernförderliche Bedingungen schaffen.

Nun gibt es in der Didaktik - auch im Zeitablauf - durchaus unterschiedliche Sichtweisen, was lernförderlich ist und welche Empfehlungen daraus für die konkrete Lehrveranstaltungsgestaltung abgeleitet werden. Argumentieren die Neurowissenschaftler und Konstruktivisten, dass insbesondere das aktive Beschäftigen mit und eigenständige Erarbeiten von Inhalten zu echtem Lernen führt, so scheint Hattie mit einer umfangreichen Studie, in der eine Vielzahl von Meta-Analysen ausgewertet werden, zumindest für das Umfeld Schule empirisch die Bedeutung der Lehrperson mit ihrem unterrichtlichem Verhalten und der fachlichen Begeisterung sowie der Unterrichtsorganisation zu stärken.

In meiner Vorstellung von Didaktik an der Hochschule sollten beide Aspekt berücksichtigt und miteinander vernetzt werden, also einerseits gut aufbereitete und strukturierte Veranstaltungen, in denen auch Praxisbezüge geschaffen und Anwendungsbeispiele eingebracht werden. Anderseits sollten gerade an der Hochschule diese Teile durch selbstorganisierte und aktivierende Elemente ergänzt werden.

Zum einen trägt dies unvermeidbar semesterbegleitend zu dem Beschäftigen mit den Inhalten bei und unterstützt damit nachhaltiges und vertieftes Lernen. Zum anderen geht es nicht nur darum, am Ende des Studiums ein bestimmtes fachliches Wissen aufzuweisen - was durch den strukturierten Vortrag des Lehrenden möglicherweise gleichermaßen oder zunächst vielleicht sogar besser erreicht werden könnte - sondern gerade auch die Fähigkeit zum eigenständigen Wissenserwerb ist ein eigenständiges Ziel eines Studiums im Sinne einer lebenslangen Berufsfähigkeit.

Aktuelles Lehrangebot:

Studiengang Bachelor Betriebswirtschaft:

  • Grundstufe: Investition und Finanzierung (im Modul Finanzwirtschaftliche BWL II)
  • Aufbaustufe: Ertragsmanagement (im Aufbaumodul "Finanzwirtschaftliche

Grundlagen der Unternehmensführung")

  • Erweiterungsstufe: Kapitalmärkte und Derivate (im Erweiterungsmodul "Corporate Finance")
  • Schlüsselkompetenzen II: Teamarbeit, Kommunikation & Zeitmanagement

 

Master International Marketing & Sales sowie Master Accounting & Finance:

  • Coaching & Mentoring

Master Accounting & Finance

  • Finanzierung von M&A-Aktivitäten

Master Wirtschaftsinformatik

  • Organisationspsychologie
  • Finanzierung


Was ist für Lernen hilfreich?

Sowohl den Lehrveranstaltungen als auch dem Beratungsangebot liegen einige Überzeugungen zugrunde, was für Lernen hilfreich ist:


Lernen gelingt viel besser, wenn der Lernende das Lernziel nicht nur vom Lehrenden vorgeschrieben bekommt, sondern es selber erreichen will und für den Lernprozess die Verantwortung übernimmt.


Sie können nicht verhindern, dass Sie lernen, da unser Gehirn ohnehin immer lernt. Aber Sie legen fest, was Sie lernen. Auch wenn Sie in Ihrer Freizeit im Internet surfen, ins Fitnessstudio gehen oder sich mit Freunden treffen, lernen Sie - wenngleich dies meist erfolgt, ohne dass Sie darüber nachdenken. Oft aber werden Inhalte, die vom Lehrenden vorgeschrieben werden, mit wenig Freude gelernt und das Lernen wird als unangenehm angesehen. Das heißt der Spaß am Lernen und der Lernerfolg hängen wesentlich von den eigenen Antreibern und der Haltung gegenüber den Lernzielen ab. Im schlechtesten Fall lernen Sie, dass das Fach langweilig ist. Werden Lernziele also nur als von außen auferlegte Lernziele empfunden und nicht zum eigenen Ziel erklärt, kann dies den Lernprozess behindern. In der Konsequenz beschränkt sich der Lernprozess bzw. eine Beratung nicht nur auf eine fachliche Ebene, sondern betrachtet bei Bedarf auch die Ursachen für mögliche Lernschwierigkeiten. Wenn Sie also merken, dass die Lernziele im Studium gar nicht Ihre eigenen sind, stellt sich die Frage "Warum nicht?" und "Was wollen Sie denn?". Dies mag ein möglicher Auslöser für Sie sein, sich im Rahmen der Beratung mit diesen Fragen auseinanderzusetzen.
 
Lernen erfordert vom Lernenden, dass er seine eigenen Strategien und Verhaltens-weisen erkennt, die ihm beim Lernen helfen und oder ihn dabei behindern.


Neben dem Beschäftigen mit fachlichen Inhalten ist es deshalb erforderlich, dass Lernende, ggf. angeregt von den Lehrenden, ihre Lernstrategien zunehmend kennenlernen, ggf. neue ausprobieren und daraus einen Nutzen ziehen. Deshalb sind auch in den Fachveranstaltungen häufig kurze reflexive Teile zum Thema Lernen integriert. Wenn sich für Sie darüber hinaus Bedarf zeigt, lässt sich dies im Rahmen der Beratung angehen.
 
Lernen führt nur dann zu transferfähigem und nachhaltigem Wissen, wenn der Lernende sich aktiv mit den Inhalten auseinandersetzt.

Lernen ist kein passiver Vorgang bei dem es darum geht, irgendetwas in Ihren Kopf zu kriegen. Wissen kann beim Lernenden nur dann entstehen, wenn er sich mit den Inhalten aktiv auseinandersetzt, da es zum einen davon abhängig ist, ob es gelingt, an das bereits vorhandene Wissen anzuknüpfen und zum anderen, ob das neue Wissen subjektiv als bedeutsam erlebt wird. Lernen soll deshalb Prozesse der selbständigen Wissenserschliessung und -aneignung ermöglichen und dafür die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Sowohl die Lehrveranstaltung als auch das die Beratung basieren auf diesem Prinzip. So sind in den Lehrveranstaltungen zahlreiche aktivierende Elemente eingebaut. Auch im Rahmen der Beratung geht es nicht darum, dass der Lehrende Ihnen als Experte für das Thema diese Fragen beantwortet, sondern Sie möglichst dahin führt, dass Sie in der Lage sind, eigenständig Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Je öfter Sie etwas tun, je tiefer Sie etwas bearbeiten, umso eher hinterlässt dies Spuren in Ihrem Gedächtnis.
 
Lernen braucht Zeit. Der Versuch, in kürzester Zeit (vielleicht vor den Klausuren…) möglichst viel zu lernen, entspricht nicht den Bedürfnissen, das unser Gehirn an das Lernen hat.

So brauchen Sie zum einen Zeit, um Gelerntes zu üben und anzuwenden. Außerdem ist die Hirnforschung der Auffassung, dass die verschiedenen Schlafphasen dazu führen, dass neu erlernte Inhalte verarbeitet werden und diese in den Langzeitspeicher gelangen. In der Klausurzeit die Nächte durchzuarbeiten und sich damit den Schlaf zu rauben, kann also genau zu dem gegenteiligen Effekt als dem eigentlich gewünschten führen. Besser zeitig mit dem Lernen starten und sich dafür auch Pausen zur Entspannung gönnen.
 
Es geht beim Lernen im Studium nicht darum, möglichst viele Fakten im Gehirn anzusammeln.

Fakten lassen sich auf schnellstem Wege, z.B. über das Internet, herausfinden und veraltern zudem in rasantem Tempo. Um aber berufsfähig zu sein, ist das beispielsweise das Erkennen von Zusammenhängen, die Fähigkeit, sich Wissen selbständig zu erarbeiten und auch auf neue Fragestellungen anwenden zu können entscheidend.
 
Lernen ist ein höchst individueller Prozess, da er an unterschiedliche Erfahrungen und kognitive Strukturen anknüpft.

Genau deshalb ist es wichtig, dass auch nach der Erarbeitung von Inhalten - sei es in Lehrveranstaltungen oder durch eigenständige Erarbeitung der Studierenden - an den individuell unterschiedlichen Bedürfnissen der Lernenden ein Austausch zwischen Lernenden und Lehrendem ermöglicht wird. Dieser Anforderung wird durch die Wahl entsprechender Lehrformen berücksichtigt. Sie können diesen Prozess durch das Arbeiten in Lerngruppen unterstützen.
 
Das Lernen zu lernen ist ein wesentliches Studienziel im Sinne eines Lebenslangen Lernens.

So wie Sie im Studium die Verantwortung für Ihren eigenen Lernprozess übernehmen, so gilt dies auch bei einer anschließenden Weiterentwicklung in der beruflichen Tätigkeit. Diese Selbstlernkompetenz ist erforderlich, um auch bei einer stark verändernden Umwelt und daraus entstehenden neuen Anforderung die Berufsfähigkeit zu erhalten. Das Wissen, das sie im Rahmen Ihres Studiums erwerben, ist erst der Anfang!
 
 
 

 

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