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Villa ten Hompel

Die im historischen Gebäude seit dem 7. 5. 2001 geöffnete Dauerausstellung unternimmt den Versuch, die Geschichte der uniformierten »grünen Polizei« zwischen 1924 und 1968 historisch zu rekonstruieren. Bundesweit zum ersten Mal thematisiert sie, wie Polizisten innerhalb von zwei Jahrzehnten vom Verfassungsverteidiger zum Werkzeug der Verfassungsbrecher wurden. Die über zwei Jahre währende Projektarbeit fußte auf folgenden Denkansätzen, hier zitiert aus einem Konzeptpapier von Prof. Norbert Nowotsch:

»Die Ausstellungsidee basiert auf der Überlegung, den realen historischen Ort als ein Hauptexponat herauszustellen und nicht nur als stimmungsvolles Gehäuse für die sonstigen Exponate, Dokumente und die Forschungsstelle zu benutzen.

Der historische Ort wird als direkte, authentische Verbindung in die historische Zeit verstanden, als materieller und auratischer Zeitzeuge mit eigenen Vermittlungs-qualitäten und als hochaktiver Auslöser für eine sachliche und faktenbezogene Auseinandersetzung, unter Einbeziehung von Katalysatoren auf unterschiedlichsten sensorischen und rezeptiven Ebenen.

So sollte Alltäglichkeit als wichtiges Transportelement immer wieder zu sehen und zu hören sein und dann gebrochen werden.

Dazu gehört die Nutzung und Unterstützung der vorhandenen Visualität ebenso wie die Einbeziehung einer übergreifenden Atmosphäre mit spezifischen visuellen wie akustischen Qualitäten.

Dies bedingt eine spezifische formale Anpassung und sehr diffizile Platzierung der zusätzlichen Ausstellungselemente und ein orchestriertes Ineinanderspiel von Fakten und Inszenierung. So könnte ›abstraktes Wissen‹ geschichtsdidaktisch mit einem verortbaren, beziehungsfindenden Bewusstsein verknüpft werden.«

Kernpunkt der Ausstellungsgestaltung ist nun das mehrschichtige Präsentationskonzept, bei dem die Besucher mit einer gezielten Schichtung unterschiedlicher medialer Wahrnehmungsebenen angesprochen werden.

Zum Gestaltungsfeld der Arbeitsgruppe gehörten die Simulation der geplanten Ausstellungsmöbel und Inszenierungen der Räume als 3-D-Modell im Vorfeld, sowie alle nun vorhandenen interaktiven Ton- und Videoinstallationen, Objektinszenierungen, Videofilme, das interaktive Informationssystem auf den Besucherterminals und die komplette Grafik der Schautafeln.

Projektarbeit 1999 – 2001

Projektleitung:
Prof. Norbert Nowotsch

Projektgruppe:
Sabina Dominik, Roland Freise, Felice Terhardt, Jesper Frommherz

Projektberatung:
Prof. Jörg Heydemann

Mitarbeit:
Paul Plattner-Wodarczak, Dipl.-Ing. Rolf Schnieders, Dipl.-Des. Rainer Schwake

Mitarbeit Ausstellungsbau:
Michael Bauer, Dipl.-Des. Tom Driemeyer, Dipl.-Des. Thomas Gabriel, Walter Hegemann

Kooperation mit SNT-Media, Münster

Auftraggeber:
Geschichtsort Villa Ten Hompel

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