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Münster, 3. April 2020 | Weil sie die Abstandsregel nicht einhalten können, gehören Mitarbeiter in der Pflege und im Rettungsdienst zu den Gruppen, die besonders vor Ansteckung abzuschirmen sind. Für sie ist die Infektionsschutzhaube "CoroNo" gedacht. Es ist eine Haube für Kopf und Halspartie aus kochfestem sterilisierbarem Stoff. Sie soll Augen- und Mundschutz ergänzen und eine zusätzliche Barriere gegen eine Tröpfcheninfektion mit Coronavirus SARS-CoV-2 aufbauen.

Alle, die mit Nähmaschinen vertraut sind, können sich nun kostenlos eine Nähanleitung und ein Schnittmuster herunterladen.

Larissa Bimberg (l.), Annika Marie Buschmann und Prof. Dr. Joachim Gardemann von der FH Münster arbeiten ehrenamtlich mit einem Helferteam daran, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Für die Infektionsschutzhaube CoroNo gibt es jetzt eine Nähanleitung zum Download. (Foto: FH Münster/Dzemila Muratovic)

 

Larissa Bimberg, Absolventin des Fachbereichs Architektur der FH Münster, der Münster School of Architecture (MSA), hat die Nähanleitung entwickelt. "Wo Not ist, muss man schnell handeln." Die 22-Jährige hatte sich auf den Helferaufruf von Prof. Dr. Joachim Gardemann und seinem Team vom Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe gemeldet.

"Eine Atemschutzmaske, hier bei Pflege- und Rettungskräften, verhindert zwar, dass sie nach dem Anhusten die Tröpfchenwolke einatmen. Sie kann aber nicht verhindern, dass sich über die Tröpfchen das Virus auf der ungeschützten Körperoberfläche ablagert", erklärt der Mediziner Gardemann. Während man Hände desinfizieren könne, sei das an Stirn, Haaren, Ohren, Wangen und Hals nicht möglich. "Von da aus kann das Virus über unbewusste Handbewegungen auf die Schleimhaut, etwa auf die der Augen, gelangen." Diese Lücke könne die Haube als Ergänzung zu Atem- und Augenschutz schließen, so Gardemann. Die Bedeutung eines Gesichtsschutzes für Pflegekräfte ist auch von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC sowie in zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen betont worden, so etwa im Journal of the American Medical Association vom 28. März.

Gardemann selbst verfügt über langjährige Erfahrungen mit Infektionsschutzkleidung in der internationalen humanitären Hilfe. Seinen letzten Einsatz hatte der Hochschullehrer 2014 in Sierra Leone gegen Ebola. Anhand von seinen Berichten zum Einsatz und Fotos hat Bimberg die Nähanleitung für "CoroNo" angefertigt.

Knapp 40 FH-Angehörige, die zu Hause die Infektionsschutzhauben nähen möchten, haben sich gemeldet. Die Oecotrophologie-Studentin Annika Marie Buschmann managt das Helferteam. Demnächst wird die gelernte Krankenschwester auch an anderer Stelle gebraucht: Das Universitätsklinikum Münster (UKM) hat angefragt, ob sie in der Intensivmedizin bei der Beatmung von COVID-19-Patienten unterstützen kann. Sie hat zugesagt.

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