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15. April 2019 | Mit 18 beginnt er Oecotrophologie zu studieren, mit 19 macht er sich mit einem Partner selbstständig, dieses Jahr, im Alter von 20, veröffentlicht er sein erstes Buch. Gerade absolviert Tristan Nolting (Foto) seine Praxisphase beim Berufsverband Oecotrophologie (VDOE) in Bonn, dann kommt die Bachelorarbeit. Warum und wie er das alles macht? Das hat er in diesem Gespräch erzählt.


Herr Nolting, woher kommt Ihre Energie?

Ich weiß nicht, aus der Lebenslust vielleicht.

Warum haben Sie diese Unsicherheit auf sich genommen, sich Anfang 2018, während des Studiums, selbstständig zu machen?

Ich muss dazu sagen, dass ich gerne für ein persönliches Ziel arbeite. Natürlich kann ich mir auch vorstellen, in einer Firma zu arbeiten. Aber ich kann besser dahinterstehen, wenn ich eine Entwicklung sehe, wenn ich mich nicht so fühle, als würde ich mich in einem Hamsterrädchen befinden. Die Selbstständigkeit gibt einfach viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten her.

Die Idee kam sehr spontan, wie ein Gedankenblitz. Manchmal macht es klick im Kopf, dann denkt man, ich habe die Chance und ich möchte sie gerne nutzen. Genauso war es dann auch. Wir haben uns nicht in riesige Unkosten gestürzt. Das Geld hatten wir angespart.

Welche Studieninhalte waren auf dem Weg nützlich?

Bestimmte Module haben mir viel geholfen, vor allem die Marketing- und BWL-Inhalte. Die haben beispielsweise aufgezeigt, wie man sich im Markt positionieren oder was es bei der Unternehmensgründung zu beachten gibt. Im Modul Innovationsmanagement haben wir gelernt, was ein Produkt aufweisen muss, um innovativ zu sein. Nicht zuletzt sind natürlich die Ernährungsmodule sehr wichtig.

Wie vereinbaren Sie Existenzgründung und Studium miteinander?

Das Studium ist definitiv wichtig. Ich teile mir das Lernen sehr effizient ein. Mit der Nachbereitung bin ich meistens gut für die Prüfungsphase gewappnet.

Meine freie Zeit nutze ich sehr gerne für meine Selbstständigkeit. Es ist nicht so, dass ich nur das mache, ich treffe mich auch mit Freunden oder schaue auch mal eine Serie. Zur Not schlafe ich eben eine oder zwei Stunden weniger.

Sie haben mit einem Partner Nahrungsergänzungsmittel für Sportler entwickelt. Was hat Sie dazu bewogen?

Mein Partner und ich beschäftigen uns sehr lange mit Ernährung im Kraftsport, ich schon vor meinem Studium. Uns ist aufgefallen, dass es auf dem Markt einige Produkte mit Füllstoffen gibt. Das ist zum Beispiel eine kostengünstige Kohlenhydratquelle, um das Produkt zu strecken. Oder die Inhaltsstoffe sind zum Teil unterdosiert. Oder die Inhaltsstoffe machen keinen Sinn.

Wir wollten unter dem Dach von Sciba Nutrition rundum solide Produkte schaffen, die sich auf wissenschaftliche Studien stützen. Ich schaue mir sehr gerne Studien an, wir haben auch einige Sachen selbst ausprobiert. Für unser Produkt haben wir etwa 60 frei zugängliche Studien ausgewertet. Wir geben sie zu den Inhaltsstoffen an, damit jeder nachlesen kann, warum wir die Zusammensetzung und Dosierung gewählt haben. Dabei haben wir Stoffe weggelassen, die unnötig ist. Wir haben auch an dem Geschmack gearbeitet. Und das made in Germany.

Wer ist der Partner?

Er ist ein befreundeter Student aus Kleve. Mein Job ist hauptsächlich die Öffentlichkeitsarbeit, mein Partner konzentriert sich auf Finanzen und Vertrieb. Größtenteils haben wir alles selbst gemacht.

Es ist doch sicherlich nicht immer alles glattgegangen?

Ja, da gab es einige Punkte. Da waren zum Beispiel nicht geplante Kosten, weil wir zusätzliche Werbung machen mussten. Für die FIBO, die Fitnessmesse in Köln, mussten wir Proben erstellen, um sie dort verteilen zu können. Es kamen immer mehr Kosten hinzu. Da haben wir uns schon gefragt, wo das noch hinführen soll.

Wie sind Sie aus solchen Situationen wieder rausgekommen?

Kühlen Kopf bewahren und nachdenken: Braucht man das jetzt wirklich oder kann man das nicht auf einem anderen Weg schaffen? Und dann weitermachen. Alles, was einen nicht umhaut, macht einen stärker. Unterstützung und Rückendeckung gab es von Eltern und Freunden. Immer dann, wenn wir nicht weiterwussten, waren sie eine große Hilfe.

Was sind Ihre Tipps für Studierende, die sich selbstständig machen möchten?

Das allerwichtigste ist die Leidenschaft. Man muss wirklich 100-prozentig dahinterstehen. Wenn man nur zu 85 oder auch nur zu 90 Prozent denkt, das ist eine gute Idee, dann sollte man es lieber lassen. Natürlich ist die Idee selbst auch wichtig: Sie muss etwas Innovatives enthalten, und man sollte davon ausgehen, dass Leute das gut finden werden. Es muss einen Nutzen für sie haben und darf nicht einfach ein Produkt sein, das es schon in ähnlicher Form gibt.

Probiert es, nicht Hals über Kopf, aber mit Strategie, würde ich raten. Wenn man die Chance hat und dafür brennt, dann sollte man es tun.

Wissen Sie schon, wie es für Sie nach dem Bachelorabschluss weitergeht?

Ich denke darüber nach, ein Masterstudium anzuschließen. Mich interessieren ernährungsmedizinische Studiengänge. Wo und was genau, steht aber noch nicht fest.

Kontakt:
Tristan Nolting ist für Fragen per E-Mail unter tristan.noltingfh-muensterde erreichbar.

Unterstützung bei der Existenzgründung

Studierende und Mitarbeiter, die Unterstützung bei der Existenzgründung in Anspruch nehmen möchten, finden bei der Transferagentur der FH Münster (TAFH) einige Angebote.

Mit verschiedenen Partnern laufen Projekte wie das Innovationslabor Münsterland, das sich an alle Gründungsinteressierten richtet, oder das Projekt Cross Border Talent, das Studierende und Unternehmen in der deutsch-niederländischen Grenzregion zusammenbringt.

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