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Knieschmerzen sind eine der häufigsten Erkrankungen im Sport. Sie werden in Verbindung gebracht mit Veränderungen in der Kinematik und Kinetik des Knies sowie der Muskelaktivität und damit mit einer Abnahme der funktionellen Kniestabilität. Ein zahlreich eingesetztes, konservatives Mittel zur Behandlung von Knieschmerzen ist die Verwendung von Einlagen (foot orthoses: FOs). Ein klarer Wirkungsnachweis auf die Kniestabilität konnte für Einlagen noch nicht belegt werden. Daher wurde der Effekt von zwei verschiedenen FOs untersucht: konfektionierte Weichbettungseinlagen (pFOs) und handwerklich gefertigte sensomotorische Einlagen (sFOs). Die Einlagen unterschieden sich in ihrem Aufbau und in ihrem postulierten Wirkmechanismus. Dreißig aktive Sportlerinnen mit Knieschmerzen nahmen an der Studie teil. Um den Effekt von Einlagen auf die funktionelle Kniestabilität zu untersuchen, wurden Einbeinlandungen analysiert. Die Landung ist in der nachfolgenden Abbildung dargestellt.

Zudem wurde der Kurzzeit- und der Langzeiteffekt nach zwölf Wochen Einlagennutzung analysiert. Die Veränderung der Muskelaktivität unterschied sich wie erwartet zwischen den beiden Einlagen. Die Weichbettungseinlagen beeinflussten hauptsächlich die Muskelaktivität während der Flugphase der Landung. Im Gegensatz dazu beeinflussten die sensomotorischen Einlagen hauptsächlich die Muskelaktivität während der Stabilisierungsphase der Landung vom initialen Bodenkontakt bis zur Time to stabilize (TTS). Ferner wurde der Einfluss von Muskeln, die als Knierotationsstabilisatoren fungieren, durch sensomotorischen Einlagen modifiziert.

Die nachfolgende Abbildung zeigt exemplarisch an einem Probanden den Einfluss des M. semitendinosus auf die Gesamtaktivität aller untersuchten Muskeln für die drei Messbedingungen. Es zeigte sich eine Erhöhung des Einflusses des Muskels bei der Verwendung der sensomotorischen Einlage.

Die Weichbettungseinlagen beeinflussten die Kinematik und Kinetik des Knies nicht. Im Gegensatz dazu verringerten sensomotorischen Einlagen die Innenrotation des Knies während der Stabilisierungsphase der Landung. Demzufolge zeigten die Ergebnisse unterschiedliche Effekte der zwei untersuchten Einlagen auf die funktionelle Kniestabilität während der Landung. Der Einfluss von sensomotorischen Einlagen auf die funktionelle Kniestabilität scheint im Vergleich zu den Weichbettungseinlagen größer zu sein. Die Veränderungen der Muskelaktivität und die Reduktion der transversalen Knierotation könnten dazu führen, dass die Belastung des Knies reduziert wird und als Konsequenz Knieschmerzen verringert werden.

Das Projekt fand im Rahmen einer Promotion in Kooperation mit der Bewegungswissenschaft Prof. Dr. Heiko Wagner am Institut für Sportwissenschaft der WWU statt.

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