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Unser Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise

Professorin Dr. Karin Mittmann übergibt der feuerwehrtechnischen Zentrale Steinfurt zwei EKG-Geräte und eine Patientenliege für den Aufbau eines Behelfskrankenhauses während der Corona-Krise (Foto: FH Münster/Theresa Gerks)
Prof. Dr. Karin Mittmann vom EUREGIO Biomedtech Center der FH Münster hat zwei EKG-Geräte und eine Patientenliege aus ihrem Labor an den Kreis Steinfurt verliehen. "Es gilt jetzt alle Möglichkeiten auszuschöpfen, besonders medizinische Geräte sind nicht kurzfristig zu beschaffen", sagt Mittmann. "An den EKG-Geräten trainieren normalerweise unsere Studierenden der Biomedizinischen Technik die Handhabung und Gerätetechnik, sie sind neuwertig und voll funktionsfähig. Wir stellen sie sehr gern zur Verfügung, bei Bedarf können wir vor Ort auch das Personal in die Bedienung einweisen" Heute (20. März) hat die feuerwehrtechnische Zentrale Steinfurt Geräte und Liege abgeholt, eingesetzt werden soll alles in Laer in einem Behelfskrankenhaus.

InMediValue Projekttreffen am Uniklinikum Münster

Sie diskutieren im Uniklinikum Münster den Projektfortschritt am Mammographiegerät (v.l.: Dr. Anika Brameier (IKR), Brigitte Hurtienne (IKR), Prof. Dr. Karin Mittmann (Projektleitung "InMediValue", vom EUREGIO Biomedtech Center am Fachbereich Physikingenieurwesen), Dr. Jerry de Groot (Sigmascreening), Monique van Lier (Sigmascreening), Ivo Arninkhof (Sigmascreening), Marlies Spandau (IKR) und Prof. Dr. Walter Heindel (IKR). (Foto: UKM/Wibberg)

Innovationen für die medizinische Bildgebung: Darum geht es beim deutsch-niederländischen Projekt "InMediValue", bei dem unsere Hochschule mit Vertretern des Instituts für Klinische Radiologie (IKR) am Uniklinikum Münster (UKM), der Universität Twente und Industriepartnern aus den Niederlanden und NRW zusammenarbeitet.

Konkret werden insgesamt drei Projekte bearbeitet: Im Teilprojekt 1 geht es um die Optimierung der Brustkompression bei der Mammographie - das interdisziplinäre Team will den Komfort bei der Screening-Mammographie verbessern und gleichzeitig die Einstellungs- und Bildqualität erhöhen. Im Teilprojekt 2 dreht sich alles um den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Brustkrebs-Früherkennung, im Teilprojekt 3 werden neuartige Marker sowie deren Detektion für eine bessere Auffindung einer Gewebsveränderung im Körper entwickelt. Über den Stand der jeweiligen Teilprojekte sprachen die "InMediValue"-Projektpartner jetzt am UKM.

Das grundsätzliche Ziel des INTERREG-Projekts ist, moderne Techniken rund um medizinische Bildgebung zu entwickeln, die für den konkreten Einsatz in Krankenhäusern und Praxen bestimmt sind. Profitieren sollen am Ende vor allem Frauen durch eine verbesserte Diagnostik und Krebs-Früherkennung.

Immer schön die Hände hoch

Das sterile Einkleiden für den Einsatz im OP wurde von den Studierenden genau nach Anleitung durchgeführt. (Foto: FH Münster/Theresa Gerks)

Dr. Helmut Ahrens gibt an der FH Münster eine Schulung zum sterilen Arbeiten im OP

"Unsteril, raaaaaauuus!" und "Denken Sie an den Ministranten!", das waren die beiden Lieblingssätze von Dr. Helmut Ahrens, der an der FH Münster eine Fortbildung à la Edutrainment - Education, Training, Entertainment - gab. Interaktiv, amüsant und höchst lehrreich verwandelte der Arzt an der Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie des Universitätsklinikums Münster den Seminarraum in einen OP-Saal und die 40 teilnehmenden Studierenden der Biomedizinischen Technik in OP-Assistenten - in voller Montur mit Kittel, Mundschutz und Haube.

Das oberste Gebot im OP ist und bleibt nun mal: Die Umgebung und alle Personen müssen steril sein. Wer sich nicht daran hält, fliegt raus. Die Studierenden lernten unter anderem, dass sie für den OP nicht nur die Hände, sondern auch die Unterarme mit Desinfektionsmittel einreiben müssen. Unterm UV-Licht konnten sie prüfen, wie gut sie dabei gearbeitet hatten. Und danach durften sie die Hände nicht mehr unter die Gürtellinie bringen. "Kleiner Tipp: Die Hände wie ein Ministrant falten, ist etwas angenehmer, als wenn man sie einfach hochhält, das wird irgendwann echt anstrengend", sagte Ahrens. Ebenfalls ein Muss: ein möglichst großer Abstand von mindestens 50 Zentimetern zu Gegenständen und anderen Personen. Wer doch mal an wem vorbei muss, sucht erst den engen Schulterkontakt und wählt dann die Rücken-an-Rücken-Methode: Man rollt sich quasi um die Person herum an ihr vorbei - denn die Kittel im OP werden hinten geschlossen, und damit sind die Rücken die Zonen, die am wenigsten steril sind.

Auch auf die für den OP essenziellen Fragen hatte Ahrens Antworten. Wie verschwindet ein langer Bart unterm Mundschutz? "Die meisten Kollegen machen sich einen Zopf rein." Mit oder ohne Socken in den OP? "Ich gehe gern ohne Socken in meine Schuhe und lasse das Blut dann antrocknen, das nach unten läuft, wenn am OP-Tisch mal was daneben läuft." Was ist, wenn ich während der Operation niesen muss? "Sie gehen, sofern es so schnell noch geht, zurück vom Patienten und niesen dann voll in seine Richtung. Die Keime hängen dadurch entweder im Mundschutz oder sind links und rechts seitlich weggeschossen." Und warum tragen eigentlich alle Grün im OP? "Wenn Sie drei Stunden in eine offene Bauchhöhle voll rotes Blut schauen und dann woanders hinsehen, sehen Sie auf hellen Flächen überall Flecken, dann werden Sie bekloppt." Das Grün fängt diesen Effekt des Auges ab.

Den Kursteilnehmern demonstrierte der Gewinner zahlreicher Lehrpreise eine Operation an einem Sprunggelenk. Er erläuterte ihnen auch die Anzeichen einer aufsteigenden Ohnmacht, so dass die zukünftigen Medizintechniker noch rechtzeitig den Saal verlassen könnten. Zum Schluss bekam jeder in kompletter OP-Kleidung die Handschuhe übergestreift. Und nicht vergessen: "Wenn Sie als Studierender mit Unwissenheit glänzen, sind Sie im OP enttarnt."

Ahrens war mit seiner Fortbildung zum sterilen Arbeiten "Steril bleibt steril, auch wenn es auf den Boden fiel - Warum es im OP keine 3-Sekunden-Regel gibt" auf Einladung von Prof. Dr. Karin Mittmann und ihrem Team vom Fachbereich Physikingenieurwesen erstmalig auf den Steinfurter Campus der FH Münster gekommen. "Sowohl blutige Studienanfänger als auch Masterstudierende, die schon in der Abschlussarbeit sind, haben die sterile Handhabung im OP mit Begeisterung trainiert!", so Prof. Mittmann.

MEDICA 2019: Begeisterung inklusive!

Studierende des Masterstudiengangs Biomedizinische Technik der FH Münster besuchen die Medica (Foto: Prof. Mittmann)

Trends in der Medizinbranche, informative Demonstrationen und hervorragende Gelegenheiten topaktuelle Gerätesysteme live zu testen, haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Exkursion nicht entgehen lassen.

Topthema Fluoreszenz und Laparoskopie:

Wir haben uns über die neuesten Entwicklungen in der Laparoskopie, wie die NIR-Fluoreszenzdetektion ausführlich informiert und hands on getestet. Die Gelegenheit, Detailfragen mit den Entwicklern zu diskutieren und die Bildqualität der Videos verschiedener Hersteller zu vergleichen, begeisterte die Studierenden. Neueste Entwicklungen zur 3D-Darstellung des laparoskopischen OP-Feldes haben wir ebenfalls getestet. Teilweise wurden uns Gerätesysteme, die noch nicht CE-zertifiziert sind, bereits ausführlich vorgestellt. Die Firmen haben sehr gerne das Interesse der Studierenden genutzt, um sie zu Initiativ-Bewerbungen anzuregen.

Stichwort Navigation:

Sehr gute Soft- und Hardware-Komponenten, die dem Operateur eine detaillierte und drehbare dreidimensionale Darstellung eines Organs zur Planung des Eingriffs ermöglichen, konnten wir live testen. Besonders begeistert waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, als Prof. Mittmann Ihnen einen der Mitarbeiter des Unternehmens direkt vorstellte, der vor 10 Jahren nach seinem Master der Biomedizinischen Technik an der FH Münster in diesem hochinnovativen Unternehmen eingestiegen ist.

Fazit:

Dank des Engagements des Teams des EUREGIO Biotech Centers wurde eine hochinformative und kostenfreie Teilnahme an der Exkursion zur weltweit größten Medizinmesse MEDICA ermöglicht. Studentinnen und Studenten nehmen die Begeisterung und Motivation an medizinischer Forschung und Entwicklung mit, die beste Voraussetzung für die geplanten Bewerbungen in innovativen Unternehmen und Instituten!

Neueste Abschlussarbeiten

  • Darstellung von Phantomen als Modellsystem für die NIR-Laparoskopie

  • Darstellung von Superparamagnetischen Eisenoxid-Nanopartikeln in einer Polymethylmethacrylat Matrix

  • Entwicklung eines POC-Prototypen zur Untersuchung von Drainageflüssigkeiten bei laparoskopischen Operationen

  • Retrospektive Fusion von PET und MRT: Vergleich der Sichtbarkeit von Läsionen der Leber in der Positronenemissionstomographie und der diffusionsgewichteten sowie kontrastmittelunterstützen Magnetresonanztomographie


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