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Adam Khalaf, als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei uns verantwortlich für den Bereich Evaluation und E-Learning, hat auch für das vergangene Corona-Semester die Lehre am Fachbereich Sozialwesen evaluiert. (Foto: AV+Jan-Claas Hermannsen)

Das Sommersemester 2020 lief wegen des Corona-Lockdowns völlig anders ab als sonst: Alles fand komplett online statt, es gab keine Präsenztermine. Wie haben die Studierenden unseres Fachbereichs diese Form der Lehre erlebt? Wie hat es mit der Organisation geklappt? Gab es besondere Schwierigkeiten? Oder technische Probleme?

Antworten auf diese Fragen liefert eine von Adam Khalaf durchgeführte Befragung. Der wissenschaftliche Mitarbeiter ist an unserem Fachbereich verantwortlich für den Bereich Evaluation und E-Learning und koordiniert jedes Semester die systematische Evaluation der Lehre. Um die Stimmung unter den Studierenden zu erfassen und die Erfahrungen mit Corona abzubilden, wurden diesmal einige Fragen modifiziert.

"Insgesamt sind die Ergebnisse ziemlich positiv", erklärt Khalaf. "Zwar ist etwa die Hälfte der insgesamt 458 befragten Studierenden mit negativen Erwartungen gestartet, allerdings bewerten zum Abschluss mehr als zwei Drittel das Semester mit 'besser als erwartet'. Und drei Viertel der Studierenden finden, dass es in ihrem Seminar gut oder sehr gut gelungen ist, die Präsenz durch Online-Lehre zu ersetzen." Für den Organisationssoziologen ist dieses gute Abschneiden kein Wunder: "Die FH Münster ist sehr gut ausgestattet, viel besser als die meisten anderen Hochschulen, mit denen ich während der Krise Kontakt hatte. Und hier am Fachbereich Sozialwesen arbeiten wir schon jahrelang erfolgreich mit digitalen Lehrformaten." So sei er sogar nach Hannover und Hildesheim zu Vorträgen eingeladen worden, um den Kollegen dort Tipps für die erfolgreiche Online-Lehre zu geben.

"Bemerkenswert ist, wieviel intensiver als sonst die Online-Materialen genutzt worden sind", erläutert Khalaf. "Die Studierenden gaben an, sich davon auch in Präsenzsemestern mehr zu wünschen - dabei gab es auch ohne Corona schon in vielen Seminaren solche Angebote. Tatsächlich wurden sie aber nur von einer relativ kleinen Gruppe von Studierenden regelmäßig genutzt."

Aus Gesprächen mit Lehrenden hat der wissenschaftliche Mitarbeiter den Eindruck gewonnen, dass digitale Seminare teilweise sogar als effektiver wahrgenommen wurden als Präsenzveranstaltungen. "In einem Zoom-Meeting sind alle Anwesenden auf das gemeinsame Ziel fokussiert und es gibt weniger Anlässe zu Nebengesprächen", so Khalafs Erklärung für diese unerwartete Beobachtung. Einige Antworten der befragten Studierenden gehen ebenfalls in diese Richtung: "Ich finde, Zoom hat super funktioniert - auch in Gruppenarbeiten. Man hat viel effektiver gearbeitet als sonst", oder "Die Gruppenarbeiten und der Austausch durch das Zufallsprinzip im Zoom-Meeting ermöglichen mehr Kontakt zu unterschiedlichen Leuten, mit denen man im 'normalen' Seminar eventuell nicht in Kontakt kommen würde."

Den Online-Klausuren wurden von den Studierenden ebenfalls positive Aspekte abgewonnen und die Nutzungsmöglichkeit für Präsenzsemester gewünscht: "Es ist eine gute Möglichkeit, um Papier zu sparen und Studierenden, die aus wichtigen Gründen nicht zur FH fahren können, die Chance zu geben, die Klausur zu Hause mitzuschreiben."

Am negativsten wurde von den Studierenden der mangelnde Kontakt zu den Kommilitoninnen und Kommilitonen und der fehlende persönliche Austausch bewertet: "Die Kommunikation empfand ich als deutlich erschwerter und unpersönlicher", so ein Feedback. "Für den aktiven Austausch unter den Studierenden sollte ein Forum rund um die Zoom-Meetings geschaffen werden. Leider ist durch das Beenden des Meetings auch der Kontakt zu anderen Studierenden nicht wirklich möglich", lautete eine weitere studentische Antwort.

Bei technischen Problemen wurde am häufigsten eine schlechte Internetverbindung genannt, die in Münster und Umgebung leider noch sehr häufig vorzukommen scheint. Hier befürchteten die Studierenden insbesondere, dass mitten in einer Klausur oder Prüfung plötzlich das Internet ausfallen könnte. Störend wurde auch die gelegentlich schlechte Tonqualität in den Videos empfunden. Glücklich konnte sich da schätzen, wer auf bereits in vorangegangenen Semestern professionell oder semiprofessionell produzierte Materialien zurückgreifen konnte - die Nutzungszahlen des Youtube-Kanals "e-learning Sozialwesen" stiegen merklich.



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