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Preis für Bachelorarbeit: Studentin systematisiert ambulante Suchtberatung

Bettina Bayer hat sich in ihrer Bachelorarbeit mit der ambulanten Suchtberatung befasst und die praktischen Beratungstechniken theoriegestützt systematisiert. Dafür erhielt sie jetzt den Hochschulpreis für die beste Bachelorarbeit am Fachbereich Sozialwesen im Jahr 2019.

Ist Soziale Arbeit eine Wissenschaft oder „nur“ ein Beruf? Schon seit Jahren beeinflusst die Debatte um Professionalisierung und Akademisierung dieses Berufsfeldes das Selbstverständnis von Fachkräften der Sozialen Arbeit. Theorien und Konzepte dieser Disziplin sind bisher jedoch noch nicht selbstverständlich in der praktischen Arbeit verankert. Einen Beitrag hierzu leistet die Bachelorarbeit der FH-Absolventin.

„Meine Hypothese war, dass die ambulante Suchtberatung zwar nach den theoretischen Vorstellungen der Disziplin handelt, sich darüber aber meist nicht bewusst ist“, erklärt die 23-Jährige. Um dies zu ändern, zog sie das Lebensbewältigungskonzept nach Lothar Böhnisch heran, das verschiedene Annahmen zum Verhalten von Menschen in kritischen Lebenskonstellationen formuliert. „Meine Ergebnisse zeigen, dass die Inhalte seines Konzepts durchaus geeignet sind, um den Großteil des Erklärungs-, Beschreibungs- und Wertewissens der Suchtberatung zu systematisieren.“

Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen, ist der jungen Sozialarbeiterin schon seit dem zweiten Semester ein wichtiges Anliegen. Bereits damals hatte sie begonnen, sich als Tutorin näher mit der Professionalisierung ihrer Fachdisziplin zu befassen. „Nach meinem Praxissemester in der Suchtberatung war mir dann ziemlich schnell klar, worüber ich meine Abschlussarbeit schreiben wollte“, erinnert sich Bayer. Die Ergebnisse ihrer Arbeit kommen ihr jetzt auch in der Praxis zugute: Direkt nach ihrem Abschlusskolloquium hat sie begonnen, in der Fachstelle Suchtprävention der Caritas im Kreis Coesfeld zu arbeiten.

„Frau Bayer liefert mit ihrer Ausarbeitung eine für den begrenzten Rahmen einer Bachelorarbeit bemerkenswert eigenständigen und anspruchsvollen Beitrag zum Thema der Professionalisierung und damit Konturierung Sozialer Arbeit im Kontext der Suchthilfe, speziell im Bereich der Ambulanten Suchtberatung“, sagt Prof. Dr. Martin Wallroth vom Fachbereich Sozialwesen. Er hatte Bayers Abschlussarbeit betreut und für den Preis vorgeschlagen.

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