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Hochschulzertifikatskurs Systemisches (Sozial-)Management: „Das Unsteuerbare steuern“ – wie kann das funktionieren?

24. August 2020 - 25. Juni 2021

Zum Thema

Ausgangslage

Es gibt kaum eine andere Profession, in der die Annahmen der Systemtheorie eine so hohe Bedeutsamkeit und Praxisrelevanz einnehmen wie innerhalb der Sozialen Arbeit.

Das Fundament hierfür wird oftmals bereits im Studium gelegt und bei Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit durch zahlreiche Fort- und Weiterbildungsangebote vertieft (systemische Beratung, systemische Therapie, systemisches Coaching, systemische Mediation, systemische Kinder- und Jugendlichentherapie usw.). Während systemisches Denken innerhalb der Sozialen Arbeit somit auf operativer Ebene weit verbreitet ist, scheint es sich auf Leitungsebene quasi von Hierarchieebene zu Hierarchieebene zu „verflüssigen“.

Auf oberster Ebene angekommen, geht es i.d.R. alles andere als „systemisch“ zu: Hier kommen nicht selten solche Annahmen und Methoden zum Tragen, die aus der klassischen Betriebswirtschaftslehre „importiert“ wurden. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Suggerieren diese doch, den Laden in den „Griff“ bekommen zu können. Erstaunt wird dann bisweilen festgestellt, dass die erhoffte Wirkung der Managementinstrumente nicht eintritt, vielleicht sogar neue Probleme hierdurch erst entstehen. Das „Systemische“, das man beim fachlichen Handeln präferiert, gerät beim Management weitgehend aus dem Blick.

 

Ziel des Hochschulzertifikatskurses

Der Hochschulzertifikatskurs Systemisches (Sozial-)Management zielt darauf ab, Leitungskräfte in Organisationen der Sozialen Arbeit darin zu unterstützen, ein reflektiertes Managementverständnis – abseits mechanischer Steuerungsphantasien – entwickeln zu können. Wir arbeiten an der praktischen Beantwortung der Frage, wie mit dem zentralen Paradox im Management „Das Unsteuerbare steuern“
(R. Wimmer) umzugehen ist. Basierend auf den Annahmen der neueren Systemtheorie (Niklas Luhmann, Rudolf Wimmer, Fritz B. Simon u. a.) sollen sich Leitungskräfte mit der Frage auseinandersetzen, wie eine Steuerung von sich selbst steuernden Systemen (also Organisationen der Sozialen Arbeit und deren Organisationsmitglieder) möglich ist, die sich eigentlich gegenüber Steuerungsabsichten von außen weitestgehend verschließen. Basierend auf einer grundlegenden systemtheoretischen Sicht auf Organisationen und einer Reflexion zum systemtheoretischen Steuerungsverständnis sollen sich die Teilnehmenden mit Hilfe qualifizierter Referenten/-innen befähigen, die konzeptionellen Annahmen eines systemischen (Sozial-)Managements auf unterschiedliche Steuerungsbereiche (Marketing, Controlling, Qualitätsmanagement, Personalmanagement) zu übertragen und dafür praktisch handhabbare Perspektiven zu entwickeln.

 

Abschlussverfahren

Um das Hochschulzertifikat „Systemische/r (Sozial-)Manager/in (FH Münster)“ zu erhalten, sind von den Teilnehmenden neben einer regelmäßigen Anwesenheit (mindestens 80 %) sogenannte Lernportfolios zu erstellen. Hierbei handelt es sich um transferorientierte Fragestellungen, die von den Teilnehmenden während der einzelnen Module schriftlich beantwortet werden müssen. Die Inhalte der Lernportfolios werden im Abschlussmodul in Form eines Kolloquiums reflektiert (die Kolloquien finden in Kleingruppen statt).

 

Wichtiger Hinweis

Dieser Hochschulzertifikatskurs zielt NICHT darauf ab, die Teilnehmenden mit einem prall gefüllten Koffer an (Trivialisierungs-)Instrumenten zu versorgen, vielmehr stehen die kritische Reflexion und daraus zu entwickelnde praktische Perspektiven für das Managementhandeln im Vordergrund. Aus diesem Grunde wird Neugierde und (gedankliche) Experimentierfreudigkeit auf Seiten der Teilnehmenden zwingend vorausgesetzt. Der Lohn dafür: Am Ende des Kurses Vorstellungen darüber entwickelt zu haben, wie das praktisch in Organisationen der Sozialen Arbeit gehen kann: „Das Unsteuerbare steuern“.

 

Veranstaltungsinhalte

Modul 1: Einführung in den Hochschulzertifikatskurs/Einführung in die Grundannahmen eines systemischen Managements

  • Organisationen als autopoietische, operational geschlossene, strukturdeterminierte lebende Systeme
  • Zur Bedeutsamkeit von Entscheidungsprämissen
  • Reflexives Steuerungshandeln: Wie kann es gehen?

 

Modul 2: (Systemisches) Personalmanagement

  • Personalmanagement als Versuch der Kopplung zwischen Organisationssystem und psychischem System
  • Paradoxien und Spannungsfelder innerhalb des Personalmanagements
  • Systemisches Weiterbildungsmanagement: Was ist es und wie geht es?

 

Modul 3: (Systemisches) Qualitätsmanagement  

  • Qualitätsmanagement: Verfahrensstandardisierung und/oder reflexives Verfahren
  • Paradoxien und Spannungsfelder innerhalb des Qualitätsmanagements
  • Systemisches Qualitätsmanagement: Wie kann es gehen?

 

Modul 4: (Systemisches) Controlling

  • Controlling: Was ist das und warum braucht man das?
  • Paradoxien und Spannungsfelder innerhalb des Controllings
  • Systemisches Controlling als doppelte Differenzbeobachtung

 

 Modul 5: (Systemisches) Marketing

  • Marketing als Modus der Bearbeitung der System-Umwelt-Differenz
  • Paradoxien und Spannungsfelder innerhalb des Marketings
  • Marketing als Hilfsmittel zur Selbst-Irritation und zur reflexiven Herstellung
    von Beobachtbarkeit der Umwelt

 

Modul 6: (Systemische) Organisationsgestaltung

  • Warum überhaupt Organisationsgestaltung?
  • Paradoxien und Spannungsfelder innerhalb der Organisationsgestaltung
  • Organisationskultur als unentscheidbare Entscheidungsprämisse

 

Modul 7: (Systemische) Organisationsveränderung und Strategieentwicklung

  • Organisationsveränderung: Wie kann es gehen, womit ist zu rechnen?
  • Leitorientierungen zur systemischen Strategieentwicklung
  • Abschluss und Auswertung des Hochschulzertifikatskurses

 

Modul 8: Kolloquien und Abschluss des Hochschulzertifikatskurses

Zielgruppe

(angehende) Leitungskräfte aus Einrichtungen der Sozialen Arbeit

Rahmendaten der Veranstaltung
Unterrichtsstunden:120
Teilnehmerzahl:18
Teilnahmeentgelt:2.250,00 €
Teilnahmehinweise:Download der Teilnahmehinweise
Ansprechpartner, Dozenten, Referenten und Seminarleitung

Referent
  • Prof. Dr. Joachim Merchel, Dipl.-Päd., FH Münster, Fachbereich Sozialwesen
  • Prof. Dr. Stefan Gesmann, Dipl.-Soz.Päd., M.A. Sozialmanagement, Systemischer Organistionsberater, FH Münster, Fachbereich Sozialwesen
Veranstaltungsort
  • Deilmann Haus III
    Johann-Krane-Weg 25
    48149 Münster
  • Raum: Wird noch bekanntgegeben
Termin(e), Uhrzeiten

Modul 1
24. August 202010:00 - 17:00 Uhr
25. August 202009:00 - 16:00 Uhr

Modul 2
6. Oktober 202010:00 - 17:00 Uhr
7. Oktober 202009:00 - 16:00 Uhr

Modul 3
23. November 202010:00 - 17:00 Uhr
24. November 202009:00 - 16:00 Uhr

Modul 4
11. Januar 202110:00 - 17:00 Uhr
12. Januar 202109:00 - 16:00 Uhr

Modul 5
22. Februar 202110:00 - 17:00 Uhr
23. Februar 202109:00 - 16:00 Uhr

Modul 6
29. März 202110:00 - 17:00 Uhr
30. März 202109:00 - 16:00 Uhr

Modul 7
26. April 202110:00 - 17:00 Uhr
27. April 202109:00 - 16:00 Uhr

Kolloquium/Abschluss
25. Juni 202109:00 - 16:00 Uhr

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