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Zertifikatskurs Systemisches (Sozial-)Management „Das Unsteuerbare steuern“ – wie kann das funktionieren?

2. September 2019 - 17. Juni 2020

Zum Thema

Ausgangslage

Es gibt kaum eine andere Profession, in der die Annahmen der Systemtheorie eine so hohe Bedeutsamkeit und Praxisrelevanz einnehmen wie innerhalb der Sozialen Arbeit.

Das Fundament hierfür wird oftmals bereits im Studium gelegt und bei Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit durch zahlreiche Fort- und Weiterbildungsangebote vertieft (systemische Beratung, systemische Therapie, systemisches Coaching, systemische Mediation, systemische Kinder- und Jugendlichentherapie usw.). Während systemisches Denken innerhalb der Sozialen Arbeit somit auf operativer Ebene weit verbreitet ist, scheint es sich auf Leitungsebene quasi von Hierarchieebene zu Hierarchieebene zu „verflüssigen“. Auf oberster Ebene angekommen, geht es i.d.R. alles andere als „systemisch“ zu: Hier kommen nicht selten solche Annahmen und Methoden zum Tragen, die aus der klassischen Betriebswirtschaftslehre „importiert“ wurden. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Suggerieren diese doch, den Laden in den „Griff“ bekommen zu können. Erstaunt wird dann bisweilen festgestellt, dass die erhoffte Wirkung der Managementinstrumente nicht eintritt, vielleicht sogar neue Probleme hierdurch erst entstehen. Das „Systemische“, das man beim fachlichen Handeln präferiert, gerät beim Management weitgehend aus dem Blick.

 

Ziel des Zertifikatskurses

Der Zertifikatskurs Systemisches (Sozial-)Management zielt darauf ab, Leitungskräfte in Organisationen der Sozialen Arbeit darin zu unterstützen, ein reflektiertes Managementverständnis – abseits mechanischer Steuerungsphantasien – entwickeln zu können. Wir arbeiten an der praktischen Beantwortung der Frage, wie mit dem zentralen Paradox im Management „Das Unsteuerbare steuern“ (R. Wimmer) umzugehen ist. Basierend auf den Annahmen der neueren Systemtheorie (Niklas Luhmann, Rudolf Wimmer, Fritz B. Simon u. a.) sollen sich Leitungskräfte mit der Frage auseinandersetzen, wie eine Steuerung von sich selbst steuernden Systemen (also Organisationen der Sozialen Arbeit und deren Organisationsmitglieder) möglich ist, die sich eigentlich gegenüber Steuerungsabsichten von außen weitestgehend verschließen.

Basierend auf einer grundlegenden systemtheoretischen Sicht auf Organisationen und einer Reflexion zum systemtheoretischen Steuerungsverständnis sollen sich die Teilnehmenden mit Hilfe qualifizierter Referenten/-innen befähigen, die konzeptionellen Annahmen eines systemischen (Sozial-)Managements auf unterschiedliche Steuerungsbereiche (Marketing, Controlling, Qualitätsmanagement, Personalmanagement) zu übertragen und dafür praktische handhabbare Perspektiven zu entwickeln.

 

Abschlussverfahren

Um das Zertifikat „Systemische/r (Sozial-)Manager/ in (FH Münster)“ zu erhalten, sind von den Teilnehmenden neben einer regelmäßigen Anwesenheit (mindestens 90 %) sogenannte Lernportfolios zu erstellen. Hierbei handelt es sich um transferorientierte Fragestellungen, die von Teilnehmenden während der einzelnen Module schriftlich beantwortet werden müssen. Die Inhalte der Lernportfolios werden im Abschlussmodul in Form eines Kolloquiums reflektiert (die Kolloquien finden in Kleingruppen statt).

 

Wichtiger Hinweis

Dieser Zertifikatskurs zielt NICHT darauf ab, die Teilnehmenden mit einem prall gefüllten Koffer an (Trivialisierungs-)Instrumenten zu versorgen, vielmehr stehen die kritische Reflexion und daraus zu entwickelnde praktische Perspektiven für das Managementhandeln im Vordergrund. Aus diesem Grunde wird Neugierde und (gedankliche) Experimentierfreudigkeit auf Seiten der Teilnehmenden zwingend vorausgesetzt. Der Lohn dafür: Am Ende des Kurses Vorstellungen darüber entwickelt zu haben, wie das praktisch in Organisationen der Sozialen Arbeit gehen kann: „Das Unsteuerbare steuern“

Veranstaltungsinhalte

Modul 1: Einführung in den Zertifikatskurs/Einführung in die Grundannahmen eines systemischen Managements

  • Organisationen als autopoietische, operational geschlossene, strukturdeterminierte lebende Systeme.
  • Zur Bedeutsamkeit von Entscheidungsprämissen
  • Reflexives Steuerungshandeln: Wie kann es gehen?

 

Modul 2: (Systemisches) Personalmanagement

  • Personalmanagement als Versuch der Kopplung zwischen Organisationssystem und psychischem System.
  • Paradoxien und Spannungsfelder innerhalb des Personalmanagements
  • Systemisches Weiterbildungsmanagement: Was ist es und wie geht es?

 

Modul 3: (Systemisches) Qualitätsmanagement  

  • Qualitätsmanagement: Verfahrensstandardisierung und/oder reflexives Verfahren
  • Paradoxien und Spannungsfelder innerhalb des Qualitätsmanagements
  • Systemisches Qualitätsmanagement: Wie kann es gehen?

 

Modul 4: (Systemisches) Controlling

  • Controlling: Was ist das und warum braucht man das?
  • Paradoxien und Spannungsfelder innerhalb des Controllings
  • Systemisches Controlling als doppelte Differenzbeobachtung

 

 Modul 5: (Systemisches) Marketing

  • Marketing als Modus der Bearbeitung der System-Umwelt-Differenz
  • Paradoxien und Spannungsfelder innerhalb des Marketings
  • Marketing als Hilfsmittel zur Selbst-Irritation und zur reflexiven Herstellung von Beobachtbarkeit der Umwelt

 

Modul 6: (Systemische) Organisationsgestaltung

  • Warum überhaupt Organisationsgestaltung?
  • Paradoxien und Spannungsfelder innerhalb der Organisationsgestaltung
  • Organisationskultur als unentscheidbare Entscheidungsprämisse

 

Modul 7: (Systemische) Organisationsveränderung und Strategieentwicklung

  • Organisationsveränderung: Wie kann es gehen, womit ist zu rechnen?
  • Leitorientierungen zur systemischen Strategieentwicklung
  • Abschluss und Auswertung des Zertifikatskurses

 

Modul 8: Kolloquien und Abschluss des Zertifikatskurses  

 

Weitere Termine werden zeitnah bekannt gegeben

 

Zielgruppe

(angehende) Leitungskräfte aus Einrichtungen der Sozialen Arbeit

Zusatzinfos

Zum Bewerbungsverfahren 
Im Gegensatz zu Fachtagen, Einzelveranstaltungen und Weiterbildungsreihen erfordert die Teilnahme an einem Zertifikatskurse stets ein vorheriges Bewerbungsverfahren. Dieses besteht aus zwei Teilen:

  1. Bewerben Sie sich online unter www.weiterbildung-sozialwesen.de für den jeweiligen Zertifikatskurs. Sie finden die o. g. Zertifikatskurse im Online-Katalog, in dem alle Veranstaltungen des Referats Weiterbildung chronologisch aufgeführt sind. 

  2. Schicken Sie uns anschließend
    - ein einseitiges Motivationsschreiben, aus dem ersichtlich wird, warum Sie an dem jeweiligen Zertifikatskurs teilnehmen möchten, 
    - einen aktuellen Lebenslauf sowie
    - Kopien Ihrer Ausbildungs- bzw. Studienabschlüsse.

Motivationsschreiben, Lebenslauf sowie Kopien Ihrer Abschlüsse können Sie uns per E-Mail schicken (Weiterbildungfh-muensterde; Betreff: Bewerbung Zertifikatskurs) oder per Post an:
 
Fachhochschule Münster, Fachbereich Sozialwesen
Referat Weiterbildung - Stichwort: Bewerbung Zertifikatskurs
Hüfferstraße 27
48149 Münster
 
 
Nach Prüfung der Unterlagen, erhalten Sie zeitnah eine Rückmeldung hinsichtlich Ihrer Zulassung zum Zertifikatskurs.
Bitte beachten Sie, dass die Zusagen nach Eingangsdatum und Prüfung der Unterlagen aller Bewerber/-innen erfolgen!
Rahmendaten der Veranstaltung
Veranstalter:FH Münster, Referat Weiterbildung
Veranstaltungsart:Zertifikatsweiterbildung
Unterrichtsstunden:120
Teilnehmerzahl:18
Teilnahmeentgelt:1.985,00 € (Ermäßigung möglich)
Teilnahmehinweise:Download der Teilnahmehinweise
Ansprechpartner, Dozenten, Referenten und Seminarleitung

Ansprechpartner
  • Dipl.-Soz.Päd./Soz.Arb. Mike Lenkenhoff M.A.
Referent
  • Prof. Dr. Joachim Merchel, Dipl.-Päd., FH Münster, Fachbereich Sozialwesen
  • Prof. Dr. Stefan Gesmann, Dipl.-Soz.Päd., M.A. – Sozialmanagement, FH Münster, Fachbereich Sozialwesen
Veranstaltungsort
  • Deilmann Haus III
    Johann-Krane-Weg 25
    48149 Münster
  • Raum: Wird noch bekannt gegeben!
Termin(e), Uhrzeiten

Modul 1:
2. September 201910:00 - 17:00 Uhr
3. September 201909:00 - 16:00 Uhr

Modul 2:
1. Oktober 201910:00 - 17:00 Uhr
2. Oktober 201909:00 - 16:00 Uhr

Modul 3:
5. November 201910:00 - 17:00 Uhr
6. November 201909:00 - 16:00 Uhr

Modul 4:
9. Dezember 201910:00 - 17:00 Uhr
10. Dezember 201909:00 - 16:00 Uhr

Modul 5
14. Januar 202010:00 - 17:00 Uhr
15. Januar 202009:00 - 16:00 Uhr

Modul 6
11. Februar 202010:00 - 17:00 Uhr
12. Februar 202009:00 - 16:00 Uhr

Modul 7
17. März 202010:00 - 17:00 Uhr
18. März 202009:00 - 16:00 Uhr

Abschlussmodul
17. Juni 202009:00 - 16:00 Uhr

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