Wenn der erste Honig fließt

Seminar der FH Münster führt Studierende ans Imkern heran


Münster (31. Juli 2020). Die Honigernte ist definitiv die Krönung des Projektes, so Prof. Dr. Guido Ritter. Der Hochschullehrer von der FH Münster leitet ein Seminar, in dem Oecotrophologie-Studierende an das Imkern herangeführt werden. „Wenn der erste Honig fließt, ist das für alle ein besonderer Moment.“ Doch bis dahin müssen die Studierenden erst einmal einige Vorarbeiten leisten. Sie tragen die Waben von ihrem Standort, einer Wiese gegenüber dem Fachhochschulzentrum, ins food lab hinein. Die ersten beginnen, das Wachs von den Waben zu schaben und sie damit zu entdeckeln. Hobbyimker Steffen Schmidt, der Seminar und Ernte begleitet, stellt schon die Waben-Handschleuder auf. Als der erste Honig kommt, sind alle ganz aufmerksam, einige filmen den Augenblick. „Wie flüssiges Gold“, sagt einer. Der Wassergehalt liegt bei 18 Prozent, wie Ritter mithilfe des Refraktometers ermittelt, und ist damit in Ordnung. Der Honig wird gesiebt, gerührt und später abgefüllt.

„Viel würziger als die letzte Ernte, intensiv in der Farbe, sehr kräftig im Geschmack“, sagt Ritter, als er einen Löffel des frisch geernteten Honigs probiert. Dieses Mal dominieren Noten von Brombeerblüten.

Bei der Honigernte sind auch Prof. Dr. Dietmar Mähner vom Fachbereich Bauingenieurwesen und Prof. Dr. Isabelle Franzen-Reuter vom Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt zu Gast. Die zwei Hochschullehrer planen auch Projekte mit Studierenden zum Thema Imkern und Bienen. Mit Ritter stehen sie seit einiger Zeit im Austausch. Mähner und Ritter suchen Betreuer von der Hochschule für die Bienen. Wer Interesse hat, kann sich bei Denise Brasch unter der E-Mail-Adresse braschfh-muensterde melden.

Am Ende wiegen die Studierenden rund 50 Kilo Honig, eine gute Ernte bei drei Völkern. Er wird im nächsten Wintersemester wieder für verschiedene Projekte rund um Lebensmittelanalytik, Sensorik und Produktentwicklung verwendet. So sollen im food lab aus dem Honig unter anderem Brot, Gin und Nougat entstehen. Die Produkte werden 2021, wenn die FH Münster ihren 50. Geburtstag feiert, zum Einsatz kommen.

Zum Thema:

Das Seminar „Schwarmintelligenz – Imkern für Studierende“ ist ein Zusatzangebot im Oecotrophologie-Studium an der FH Münster. Es findet seit dem Sommersemester 2019 statt. Das Seminar wird aus Mitteln des Wandelfonds finanziert.




Ältere Meldungen finden Sie in unserem Archiv:

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Widerruf finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Seite drucken