Enge Kontakte zur Praxis sind enorm wichtig

FH Münster gratuliert Prof. Dr. Claus Backhaus und Prof. Dr. Thomas Weik zum Dienstjubiläum


Münster (19. November 2020). Gratulation zum Dienstjubiläum per Videokonferenz – das gab es so an der FH Münster noch nie. Aber Prof. Dr. Claus Backhaus und Prof. Dr. Thomas Weik nahmen die Glückwünsche der Präsidentin auch auf diesem Weg gern entgegen. Videokonferenzen gehören nun eh zu ihrem Alltag in der Lehre, erzählten beide Prof. Dr. Ute von Lojewski.

Aber sie seien auch froh, wenn sie wieder mehr in Präsenz mit den Studierenden arbeiten können. Und mit den Partnern aus der Praxis – wie beispielsweise in einem Projekt, bei dem Studierende unter Anleitung von Backhaus intensivmedizinische Geräte testen. „So eine Kooperation lebt davon, dass Mensch und Maschine interagieren, weil wir nur so Benutzerkonzepte verbessern können“, erzählt der studierte Maschinenbauer und promovierte Arbeitswissenschaftler, der zu Medizintechnik und Ergonomie forscht und lehrt. Diese Kombination sei an Hochschulen sehr selten, als Schwerpunkt sogar einmalig, so der 52-Jährige.

Wie erfolgreich sein Team vor allem auf dem Gebiet der Gebrauchstauglichkeit von Medizintechnik ist, davon zeugen zahlreiche Forschungsprojekte wie zur Nutzung von Patientenliftern, zur Lärmreduzierung auf Intensivstationen für Frühchen oder zur Bewegungsanalyse von mobilitätseingeschränkten Patienten nach einem operativen Eingriff. Für die Untersuchungen der körperlichen Aktivität von Busfahrern erhielt er den Julius-Springer-Preis für Arbeitsmedizin. „Kraftfahrer bewegen sich weniger als Menschen an Büroarbeitsplätzen. Wir waren selbst von diesem Ergebnis überrascht und dachten zuerst, es wäre ein Messfehler. Letztendlich ergänzten wir unsere Untersuchung mit Empfehlungen, wie Kraftfahrer dem Bewegungsmangel, der gesundheitliche Folgen nach sich zieht, entgegenwirken können.“

Auch Weik hat Praxispartner im Gesundheitswesen – allerdings in einem ganz anderen Bereich. Bei ihm lernen Studierende, wie riesige Datenmengen zuverlässig gesichert werden können. Gemeinsam untersucht er gerade mit den zukünftigen Informatikerinnen und Informatikern die medizinische Dokumentation in Krankenhäusern. Für einen namhaften Versicherungskonzern hat er in einem Projekt mit seinen Masterstudierenden die Risikozuschläge für Berufsunfähigkeitsversicherungen untersucht. „Die Analyse von großen Datenmengen gibt es in der Kundenbeurteilung schon seit vielen Jahren, in anderen Branchen aber steckt sie noch in den Kinderschuhen.“ Diese Verknüpfung von Lehre und Praxis findet der 54-Jährige, der selbst Informatik mit Anwendungsfach Mathematik studiert hatte, enorm wichtig. Zumal weiterhin gut ausgebildete IT-Fachkräfte gebraucht werden. Dass dies auch die Hochschule im Blick hat, freue ihn sehr: Drei neue Professuren im IT-Bereich hat die FH Münster ausgeschrieben. „Für mich war es übrigens ein Zufall, dass ich hier gelandet bin, aber die Entscheidung habe ich nie bereut.“

Ein Gefühl, dass auch Backhaus teilt. Und beide Wissenschaftler, die nun 25 Jahre im öffentlichen Dienst gearbeitet haben, freuen sich auf die kommenden Jahre an ihren Fachbereichen. „Die Mischung aus akademischer Ausbildung und angewandter Wissenschaft ist einfach perfekt.“




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