"Industrie 4.0", die vierte industrielle Revolution - unter diesem Schlagwort wird die zunehmende Verschmelzung von Produktionstechnik und Informationstechnologie diskutiert. 15 Mitglieder des Netzwerks E-Learning haben bei einem Besuch der SMART Factory OWL (https://www.smartfactory-owl.de/) in Lemgo gemeinsam mit Lehrenden der Hochschule Ostwestfalen-Lippe erkundet, welche neuartigen Methoden und Technologien in der intelligenten Fabrik der Zukunft eine Rolle spielen und wie sich diese in die Lehre einbinden lassen.

In Kurzvorträgen setzten sich die Teilnehmer zunächst mit verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Augmented und Virtual Reality-Technologien in der Lehre auseinander. Auf Seiten der FH Münster berichtete Leonard Pawelzik (PT) über das von ihm und Professor Claus Backhaus geleitete Wandelfonds-Projekt "Beanspruchungs- und Bewegungsanalysen am Kardiotechniker-Arbeitsplatz mit AR-Unterstützung". André Sardoux Klasen (MCI) stellte das interaktive Lehr-Szenario "Remote Service mit Augmented Reality" vor (Projektleitung: Prof. Dr. Tobias Rieke). Im Mittelpunkt des Vortrages von Professor Christian Störte (ETI) standen die technischen und organisatorischen Herausforderungen bei der Standardisierung eines E-Testcenters für anwendungsnahe Prüfungen in der Elektrotechnik. Professor Thilo Harth (Wandelwerk / IBL) setzte sich mit dem Wandel von studentischen Kompetenzprofilen in der digitalen Welt auseinander und arbeitete auf Basis von Forschungsergebnissen heraus, dass in einer digital vernetzten Welt für Absolvent/innen nicht nur die Kompetenzen im Umgang mit fachbezogenen digitalen Technologien und Tools, sondern auch Selbstkompetenzen (z.B. Reflexionsfähigkeit, Flexibilität und Offenheit) bedeutsamer werden.

Bei der anschließenden Führung durch die Forschungs- und Demonstrationsplattform "SMART Factory" wurde deutlich, wie unterschiedliche Fertigungsverfahren, intelligente technische Systeme und Montageplätze - auch im Rahmen studentischer Arbeiten - auf ihre Praxistauglichkeit getestet und kontinuierlich verbessert werden. Im Fokus der Diskussion mit den Lehrenden der Hochschule OWL stand die Frage, wie die in der "SMART Factory" erprobten, digital vernetzten Anlagen, Maschinen und Technologien in die Hochschullehre eingebunden werden können. So bieten immersive Visualisierungstechnologien beispielsweise Anknüpfungspunkte für die Architektur- oder Designausbildung. Zudem wurde deutlich, dass technologische Fortschritte zahlreiche Fragen aufwerfen, die es in der fachspezifischen Lehre zu beantworten gilt - z.B. hinsichtlich der IT-Sicherheit in der Automatisierungstechnik oder der Potentiale zur Optimierung von Geschäftsprozessen durch die Erfassung und Analyse großer Datenmengen.

Die Besichtigung der Modellfabrik war zentraler Bestandteil einer Netzwerkveranstaltung zum Thema "Digitales Lernen mit Augmented und Virtual Reality", die das Institut für Wissenschaftsdialog (IWD) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und das Wandelwerk organisiert haben. Mit Veranstaltungen dieser Art will das Wandelwerk zukünftig verstärkt auch den hochschulübergreifenden Austausch zur Digitalisierung der Lehre unterstützen.

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