Projektvorstellung: Managing Disruptive Change

Unternehmen sind heute immer häufiger und heftiger von disruptiven Umbrüchen betroffen. Beispiele für Veränderungen in den letzten 25 Jahren sind Finanz- und Wirtschaftskrisen, die Wiedervereinigung, die Globalisierung der Märkte, die Digitalisierung oder die Energiewende. Das Tempo mit dem diese Veränderungen in der Unternehmensumwelt auftreten, zieht an. Diese Veränderungen können nicht nur den Erfolg von Unternehmen beeinträchtigen, schlimmstenfalls steht auch die Existenz der Betriebe auf dem Spiel. Disruptive Umbrüche müssen jedoch nicht zwangsläufig als Gefahr gesehen werden, auf die reagiert werden muss. Vielmehr können disruptive Umbrüche auch proaktiv gestaltet, d.h. strategisch genutzt oder sogar selbst initiiert werden. Sie bergen Chancen und helfen, Unternehmen langfristig wettbewerbsfähiger zu machen.

In einem auf drei Jahre angelegten und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt widmet sich die Fachhochschule Münster daher dem Ziel, diese disruptiven Umbrüche für kleine und mittelständische Unternehmen managebar zu machen. Besonders deutlich werden die Chancen und Bedrohungen, die mit disruptiven Innovationen einhergehen im Einzelhandel. Kleine Händler kämpfen v.a. in ländlichen Regionen um Umsätze und konkurrieren mit oder erschließen sich Märkte im E-Commerce. Handelsnetzwerke helfen dabei, innovative Lösungen im E-Commerce und im Shop gemeinsam zu schultern. Große Unternehmen können den digitalen Wandel ebenfalls für sich nutzen, indem sie Big Data oder neue Daten aus dem Internet der Dinge in neue Geschäftsmodelle überführen. Beispiele wie Zalando zeigen aber auch, wie schnell auch etablierte Player in Bedrängnis geraten können, wenn sie ihre Geschäftsmodelle nicht innovieren.

Um auf diese Chancen und Herausforderungen eine Antwort zu entwickeln, wird ein Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Baaken mit Hilfe neuester Datenanalysemethoden und Algorithmen ein Forecast Modell erstellen. Hiermit sollen zum einen disruptive Umbrüche frühzeitig identifiziert, zum anderen aber auch strategische Lücken aufgedeckt werden, sodass eine proaktive Initiierung eines Umbruchs ermöglicht wird. Neben dem Innovationsradar wird das Team Konzepte und Geschäftsmodellmuster entwickeln, die Unternehmen helfen, mittels Hochschul-Wirtschafts-Kooperationen auf diese Umbrüche zu reagieren bzw. diese aktiv zu steuern.

Neben Beiträgen zur Theorie verspricht das Projekt vielfältigen wirtschaftlichen Nutzen. So werden es die Geschäftsmodelle und das Innovationsradar Unternehmen ermöglichen - durch die Integration der spezifischen Kompetenzen und Erfahrungen von Hochschulen - disruptive Umbrüche erfolgreicher zu erkennen, zu managen und proaktiv zu initiieren. Hochschulen können hingegen ihre Dienstleistungsangebote erweitern bzw. ein eigenes Unternehmen ausgründen, welches die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft fördert und zusätzliche Flexibilität in Zeiten des Wandels bringt. Langfristig steigert diese Vernetzung von Hochschulen und Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit aller Beteiligten und der Region im Allgemeinen.

Das Projekt wird durch sechs Partnerunternehmen direkt unterstützt. Die Ergebnisse werden in Form eines Handbuches und einer Website öffentlich disseminiert und somit einer Vielzahl an Unternehmen und Hochschulen zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse können so auch Dritte in die Lage versetzen, zielgerichtet mit disruptiven Umbrüchen und disruptiver Innovation umzugehen.

Team

Das Projektteam für Managing Disruptive Change
Prof. Dr. Thomas Baaken
Dr. Christian Junker

Prof. Dr. Thomas Baaken

Projektleitung

Dr. Christian Junker

Projektleitung

Neele Petzhold
Alexander Schmidt

Neele Petzold, MA

Projektmitarbeiter, Doktorand

Alexander Schmidt, MA

Projektmitarbeiter, Doktorand

Balzhan Orazbayeva
Michael Konrad

Balzhan Orazbayeva, MA

Projektmitarbeiter, Doktorand

Michael Konrad, BA

Projektmitarbeiter, Wissenschaft. Hilfskraft

Frank Riemenschneider

Prof. Dr. Frank Riemenschneider

Experte

Zusätzliche Unterstützung:

Prof. Dr. Frank Lattuch (Experte)

Prof. Dr. Torben Bernhold (Experte)

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