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Die beiden frischgebackenen Doktoren Seite an Seite mit den Gutachtern (v.l.n.r.): Prof. Dr. Till Talaulicar (Universität Erfurt), Dr. Holger de Bie, Prof. Dr. Norbert Bach (TU Ilmenau), Dr. Maximilian Rimbach, Prof. Dr. Wolfgang Buchholz (FH Münster). Es fehlt der vierte Gutachter Prof. Dr. Rainer Souren (TU Ilmenau). (Foto: privat)

Münster/Ilmenau (28. April 2017). Die Besonderheit des Promotionsprojektes von Dr. Holger de Bie lag darin, dass neben der Kooperation zwischen der FH Münster und der TU Ilmenau auch auf der individuellen Ebene eng zusammengearbeitet wurde. So führte de Bie das Verfahren als Gruppenpromotion mit Dr. Maximilian Rimbach von der TU Ilmenau durch. Dementsprechend waren in das Verfahren vier Gutachter involviert. Alle Gutachter waren einstimmig der Meinung, dass es sich bei der Arbeit "Plural Governance - Eine management- und organisationstheoretische Analyse sowie Effizienzbewertung von Concurrent Sourcing und Concurrent Exploitation" um einen bemerkenswerten Beitrag zur Grundlagenforschung von "Plural Governance" im Feld der Management- bzw. Organisationsforschung handelt, was sich in der Vergabe des höchsten Prädikates "summa cum laude" widerspiegelte.

Die beiden Betreuer Prof. Dr. Wolfgang Buchholz von der FH Münster und Prof. Dr. Norbert Bach von der TU Ilmenau zeigten sich hochzufrieden mit der Arbeit, aber auch mit den Ergebnissen des Rigorosums und der Disputation, die beide Ende April in Ilmenau stattfanden. Weitere gemeinsame Forschungsprojekte sind bereits in der Planung, die die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der FH Münster und der TU Ilmenau fortführen sollen.

Zur Promotion:

Im Gegensatz zu der in der Forschungsliteratur dominierenden Make-or-Buy-Logik widmet sich die Dissertation der Frage, wie sich Plural-Governance-Entscheidungen (Make-and-Buy) aus management- und organisationstheoretischer Sicht beschreiben und erklären lassen. Ein Beispiel für Concurrent Sourcing, welches die beschaffungsmarktseitige Form von Plural Governance darstellt, liefert der dänische Spielzeughersteller Lego, der seine Kunststoff-Bausteine sowohl intern in eigenen Produktionswerken herstellt, als auch parallel extern vom Auftragsfertiger Flextronics fremdbeschafft.

Die Doktorarbeit setzt sich aus vier Bausteinen zusammen, die jeweils für sich schon genug Ergebnisse für eine Promotion hergegeben hätten. Der erste Baustein ist die pionierhafte Durchführung einer bibliometrischen Netzwerkanalyse der Plural-Governance-Literatur, um die konzeptionellen und sozialen Strukturen des Forschungsfeldes zu beleuchten. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich der Fragmentierung des Forschungsfeldes haben die Forscher auch auf der Academy of Management Tagung 2015 in Neuseeland vorgestellt.

Der zweite Teil stellt die Konzeptualisierung von Plural Governance dar und zwar anhand einer selbst entwickelten Notation zur Darstellung von Wertschöpfungsaktivitäten. Auf dieser Basis wurde das Phänomen Plural Governance genau eingeordnet und abgegrenzt sowie die in der Forschungsliteratur identifizierten Formen und Charakteristika von Plural Governance systematisiert.

Im dritten Teil fasst die Arbeit die Erkenntnisse zu den theoretischen Determinanten sowie den entsprechenden empirischen Befunden auf Basis von vier Management- und Organisationstheorien zusammen. Es zeigt sich im Ergebnis, dass den Determinanten der Spezifität, Verhaltensunsicherheit, Volumenunsicherheit sowie technologischen Unsicherheit die größte Erklärungskraft zur Begründung von Plural Governance zu attestieren ist.

Im vierten Teil folgt schließlich die Untersuchung der Erklärungsgrenzen der vier Theorien. Damit einher geht die Effizienzbewertung von Plural Governance hinsichtlich der Frage, welche Formen und Ausgestaltungen effizient zur Erreichung eines bestimmten Zieles sind. Dabei wird der Einfluss des Kontextbezuges anhand zweier konträrer Unternehmenstypen illustriert und die gewonnenen Ergebnisse anschließend in Form eines Entscheidungsmodells der Praxis zugänglich gemacht.



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