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Ein breites Fachpublikum folgte der Einladung zum 10. Symposium Steuern und Wirtschaftsprüfung an die FH Münster. (Foto: FH Münster/Fachbereich Wirtschaft)

Münster (10. November 2017). "Das Häkchen machen ist Vergangenheit", sagte Martin Wambach, geschäftsführender Partner der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Rödl & Partner zum Auftakt des 10. Symposiums "Steuern und Wirtschaftsprüfung", welches in Kooperation mit der FH Münster und der Hochschule Osnabrück am 20. Oktober im Fachhochschulzentrum Münster stattfand.

Mit seiner Aussage verdeutlichte Wambach die Tatsache, dass die Digitalisierung die Wirtschaftsprüfung umkremple und viele Vorteile verspräche. Dass die Prüfer die Daten nicht mehr auf Papier, sondern digital bekämen, sei dabei nur die kleinste Veränderung, so der Wirtschaftsprüfer. Vor allem die Analyse habe sich geändert: "Das zeitraubende Häkchen machen wird durch Softwareprogramme, die alle Daten analysieren und Auffälligkeiten aufdecken, abgelöst." So haben zum Beispiel bei Microsoft früher bis zu 100 Mitarbeiter die Umsatzprognosen berechnet. Heute könnten, dank der verdichteten, digitalen Daten, vier Mitarbeiter die Prognosen erstellen. Weil die neuen Technologien alle Prozesse durchdringen, vom statischen Report bis zur Entscheidungsempfehlung, verändert sich auch zunehmend die Rolle des Wirtschaftsprüfers. "Seine Aufgabe wird es zunehmend sein, Mandanten hinsichtlich der Digitalisierung und technischer Möglichkeiten zu beraten", fasst Wambach zusammen.

Dr. Franziska Peters, Richterin am Finanzgericht Münster, erläuterte anhand von PC-Kassen, welche Chancen aber auch Risiken der digitale Wandel in der Betriebsprüfung birgt. (Foto: FH Münster/Fachbereich Wirtschaft)

Chancen und Risiken der zunehmenden Digitalisierung zeigen sich auch in Betriebsprüfungen. Beispielsweise ermöglicht die Einführung von PC-Kassen den Betriebsprüfern eine genaue Einsicht in den Zahlungsverkehr. Andererseits lässt die Kassenprogrammierung jedoch auch Manipulationen zu. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber für einen gesetzlichen Schutz vor Kassenmanipulation gesorgt, wie Dr. Franziska Peters, Richterin am Finanzgericht Münster, ausführte: "Zunehmend wendet die Finanzverwaltung die 'Summarische Risikoprüfung' an, eine mathematisch-statistische Prüfungsmethode, die aus Sicht der Finanzverwaltung zur Verprobung und Aufdeckung von Manipulationen dienen soll, die in ihrer Reichweite aber nicht unumstritten ist. Hier kommt es darauf an, dass der Betriebsprüfer Transparenz schafft und den Umfang der ausgewerteten betrieblichen Daten, die Rechenschritte und die Berechnungsergebnisse erläutert."

Mit dem Thema Steuervermeidung lenkte Prof. Dr. Heinz Siebenbrock von der Hochschule Bochum die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden in eine neue Richtung und bezog klar Stellung. Ein Steuervermeider reduziere das Gemeinwohl zur Erhöhung des eigenen Gewinns, gemäß dem Motto: "Wenn jeder an sich denkt, ist genug an alle gedacht." Diese Verhaltensweise führe zu Geiz und Gier und zu einem schlechten Vorgesetzten-Mitarbeiter-Verhältnis. Der Wirtschaftswissenschaftler plädierte für eine ethische Herangehensweise, weg von der reinen Gewinnmaximierung, hin zur Erzielung eines angemessenen Gewinns und damit zu einem faireren Management.

Im Anschluss verlieh Prof. Dr. Dirk Kiso, Leiter des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Auditing, Finance and Taxation (MAFT), die Masterurkunden an die diesjährigen Absolventinnen und Absolventen. Die Leistungen aus dem Masterstudiengang ersetzen in den Prüfungsgebieten Angewandte Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsrecht die entsprechenden Prüfungen des Wirtschaftsprüfungsexamens. Absolventinnen und Absolventen können daher das Wirtschaftsprüfungsexamen in verkürzter Form ablegen. "Die Absolventinnen und Absolventen können sehr stolz auf ihre Leistungen sein", lobte der Studiengangsleiter.

Auch im nächsten Jahr findet wieder das Symposium Steuern und Wirtschaftsprüfung statt. Es wird am Freitag, 12. Oktober 2018, an der Hochschule Osnabrück veranstaltet. Nähere Informationen dazu werden frühzeitig bekannt gegeben.



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