In Seoul ausgezeichnet, in Zittau promoviert

Absolventen der FH Münster gewinnen „Best Paper-Award“ bei Logistikkongress in Südkorea


Prof. Lee Young-Hae übergibt Auszeichnung an Michael Dircksen.
Der Kongressvorsitzende Prof. Lee Young-Hae von der Hanyang University in Seoul überreichte FH-Absolvent Michael Dircksen die Auszeichnung für den Beitrag, den er zusammen mit Mario Winkelhaus für den Internationalen Logistikkongress in der südkoreanischen Hauptstadt eingereicht hatte.

Münster (13. Juni 2012). Nachts in einem Hotel in Südkorea EM schauen, tags auf einem internationalen Logistikkongress in Seoul eine Auszeichnung einheimsen und fünf Tage später in Deutschland die Dissertation verteidigen. Michael Dircksens Leben läuft auf Hochtouren, seit er im April seine Doktorarbeit beim internationalen Hochschulinstitut in Zittau eingereicht hat. In Kooperation mit der Fachhochschule Münster promoviert der wissenschaftliche Mitarbeiter am Fachbereich Wirtschaft zu Entscheidungsmodellen in der Distributionslogistik. Beim „7th International Congress on Logistics an SCM Systems" in Seoul hatte er nun als einer von 200 eingeladenen Teilnehmern aus 30 Ländern die Gelegenheit, einen Auszug seiner Arbeit vorzustellen. Sehr erfolgreich: Mit einem „Best Paper Award" in der Tasche trat Dircksen in der Nacht zum Montag die Rückreise nach Deutschland an.

Das prämierte Paper hat er zusammen mit Mario Winkelhaus geschrieben, mit dem er in der Fachgruppe Logistik am Fachbereich Wirtschaft zusammenarbeitet. Beim Kongress setzte sich ihr Beitrag gegen die Paper der Mitbewerber durch. „Ich war schon überrascht, dass uns die Korean Society of Supply Chain Management überhaupt eingeladen hatte - die meisten anderen Autoren waren erfahrene Professoren", sagt Dircksen. Wie er promoviert auch Winkelhaus derzeit in Kooperation mit dem Hochschulinstitut in Zittau und wird an der FH Münster von Prof. Dr. Franz Vallée betreut, der sich über die Auszeichnung sehr erfreut zeigte. „Die Bewertung durch die internationalen Gutachter belegt, was für außergewöhnlich gute Arbeit die beiden Promovenden geleistet haben."

Die Ausführungen für den Kongress basieren auf Dircksens Doktorarbeit. Darin entwickelte er ein Entscheidungsmodell, mit dem Organisationen ihre logistischen Prozesse bei Exporten gestalten können, auch wenn sie keinerlei Kenntnisse über die Rahmenbedingungen im jeweiligen Zielland haben. Das Modell ist in einen methodischen Ansatz eingebettet, der es ermöglicht, verschiedene Handlungsalternativen nach dem Prinzip des sogenannten Totalkostendenkens zu bewerten und dabei unterschiedliche Belieferungsszenarien und Zielländer miteinander zu vergleichen. Dabei ist es immer Ziel, die entstehenden Kosten und die Geschwindigkeit der Lieferungen rund um die Welt zu optimieren.

Auch das Tempo in Dirksens Leben bleibt hoch. Noch in der Nacht nach der Verteidigung seiner Doktorarbeit wird er mit seinem Doktorvater Vallée in den Flieger nach Japan steigen, wo ein Praxisprojekt auf dem Programm steht. Vielleicht bietet der Flug Gelegenheit, ein wenig Schlaf nachzuholen - bevor das nächste EM-Spiel wieder mitten in der Nacht beginnt.




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