Stipendium für Studium in Fernost

Als einer von zehn Deutschen wird Jannis Rinschen bei seinem Masterprogramm vom japanischen Bildungsministerium gefördert


Das Foto zeigt Jannis Rinschen bei seinem Auslandsjahr in Japan, nun schließt er dort noch ein Masterstudium an.
Das Foto zeigt Jannis Rinschen bei seinem Auslandsjahr in Japan, nun schließt er dort noch ein Masterstudium an.

Münster (16. März 2012). Ein ganzes Jahr hat es gedauert, bis die Zusage kam. Jannis Rinschen, Absolvent der Fachhochschule Münster, hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben. Aber nun ist es amtlich: Am 1. April geht er für ein Masterprogramm nach Japan - mit einem Stipendium des japanischen Bildungsministeriums.

„Aus ganz Deutschland haben nur zehn Kandidaten ein Stipendium bekommen", berichtet der Betriebswirt. Das lässt bereits vermuten, wie hart die Auswahlrunden waren. Zunächst reichte Rinschen einen detaillierten Forschungsplan, seine bisherigen Noten, mehrere Empfehlungsschreiben, seinen Lebenslauf und Nachweise über soziales Engagement beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ein. Dann folgte eine erste Auswahlrunde in Bonn, wo ihn drei Professoren, zwei Mitarbeiter des DAAD sowie ein Angehöriger der japanischen Botschaft befragten.

Anschließend absolvierte er im Generalkonsulat in Frankfurt einen Test in englischer und japanischer Sprache. Dabei glänzte Rinschen mit seinen Sprachkenntnissen, die er sich bereits bei seinem Auslandsjahr in Japan angeeignet hatte. Schließlich musste der Betriebswirt von Deutschland aus einen Professor an einer japanischen Universität benennen, der ihn bei seinem Forschungsthema betreut. Dieses lautet „Small and medium sized enterprises and the influence of Japanese style management on business success in Japan." Rinschen: „Die langen Wartezeiten haben zwischendurch wirklich an meinen Nerven gezehrt." Schließend fand er einen Betreuer an der Otaru University of Commerce in Hokkaido, wo er zuvor auch seine Auslandssemester absolviert hatte. Mit der Information meldete er sich wieder beim japanischen Bildungsministerium und erhielt nach weiteren Wochen des Bangens die Zusage.

Bis zu sieben Jahre kann er nun in Japan studieren, wenn er noch Forschungszeit vor Ort verbringen oder einen PHD-Abschluss erwerben möchte. Dabei erhält er ungefähr 1.500 Euro Unterstützung im Monat. Die Studiengebühren von 5000 Euro im Jahr werden ihm erlassen. Zwei Flüge sind auch noch in dem Stipendium enthalten. „Das lange Warten hat sich wirklich gelohnt. Ich freue mich, dass es geklappt hat", sagt Rinschen, der es kaum erwarten kann, mit seinem "Major in Modern Commerce" zu beginnen. Was danach kommt, weiß der gebürtige Altenberger noch nicht. „Ich kann mir vorstellen, später meine eigene Firma zu gründen." Mit dem japanischen Markt kennt er sich dann zumindest aus. Das kann sich nur positiv auf seine Karriere auswirken.




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