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Populistische Entwicklungen – wirtschaftliche Ursachen

Prof. Dr. Manuel Rupprecht von der FH Münster hielt Vortrag aus VWL-Perspektive


Münster (25. Januar 2019). Fast alle westlichen Gesellschaften erleben eine zunehmende soziale, wirtschaftliche und politische Polarisierung. Megatrends wie die Globalisierung und der technologische Wandel haben in den vergangenen Jahrzehnten zwar Wohlstand geschaffen. Dieser ist jedoch ungleich verteilt, sodass einige Menschen abgehängt werden und immer weniger Teilhabe an Wirtschaft und Gesellschaft haben. „Gerade solche Entwicklungen sind ein Nährboden für populistische Parteien“, sagt der VWL-Professor Dr. Manuel Rupprecht vom Fachbereich Wirtschaft der FH Münster. Er hielt in der Ringvorlesung „Aktuelles Wirtschaftsgeschehen – verständlich und kompakt“ vor knapp 100 Gästen einen Vortrag zu den wirtschaftlichen Ursachen von Populismus.

Die Globalisierung wirke dabei regional sehr unterschiedlich, da sich Unternehmen einer Branche häufig in bestimmten Regionen konzentrieren, so Rupprecht. Können diese Unternehmen mit ausländischen Konkurrenten nicht mithalten, müssten sie häufig mit Entlassungen oder Schließungen reagieren, was dann meist die ganze Region betreffe. So wachse neben der Arbeits- auch die Perspektivlosigkeit und damit letztlich der Frust in der Bevölkerung – vor allem dann, wenn das soziale Netz nur grobmaschig ist. „Die davon betroffenen Menschen werden unter Fachleuten auch Modernisierungsverlierer genannt. Sie sehen in populistischen Parteien die Hoffnung, dass diese durch die Förderung der heimischen Industrie und Protektionismus wieder Arbeitsplätze schaffen.“ Jüngst habe man diese Entwicklung etwa bei der Wahl des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump gesehen.

Es müsse jedoch gar nicht erst soweit kommen, bis Menschen ihr Kreuz bei populistischen Parteien machen. Denn: Auch Menschen, die ihren Arbeitsplatz aufgrund von Migrationsströmen gefährdet und sich daher als mögliche ‚Verlierer von morgen‘ sehen, tendierten unter Umständen dazu, populistische Parteien zu wählen. „Die Finanz-, Euro- und Flüchtlingskrise wirkten letztlich als Brandbeschleuniger, wodurch links- und rechtspopulistische Parteien in jüngerer Zeit an großem Zuspruch gewonnen haben“, berichtete der Volkswirt.

Um Mehrheiten für nationalistische Strömungen zu verhindern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt langfristig zu sichern, forderte Rupprecht einen Wandel und ein Eingreifen der Politik: „Wenn die etablierte Politik die wirtschaftlichen Ursachen dieser Entwicklungen nicht differenziert berücksichtigt und weiterhin nur mit pauschalen Rezepten reagiert, wird der Zuspruch zu diesen Parteien weiterwachsen. Sind populistische Parteien aber erst einmal an der Macht, ist deren Wirtschaftspolitik langfristig meist schlecht – für alle.“

Zum Thema:
Der Vortrag gehört zur Vorlesungsreihe „Aktuelles Wirtschaftsgeschehen – verständlich und kompakt“, die sich an Hochschulangehörige, Unternehmensvertreter, Lehrer, Praktiker und die interessierte Öffentlichkeit richtet. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Organisiert wird die Ringvorlesung von der Fachgruppe Volkswirtschaftslehre am Fachbereich Wirtschaft der FH Münster mit Unterstützung der Stiftung Geld und Währung.

Der nächste Termin dieser Reihe findet am 6. Februar statt. Dann spricht Dr. Markus Schmidt von der Deutschen Bundesbank in seinem Vortrag „Unprecedented – Die Folgen des BREXIT für Europa und seine Banken“ über die Frage, was nach dem Brexit auf die Unternehmen, Banken und privaten Haushalte in Europa zukommen wird.

Weitere Informationen finden sich unter www.fhms.eu/vwl. Die Teilnahme ist kostenlos, um eine Anmeldung über die Webseite wird gebeten.




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