Sexuelle Belästigung in der Ausbildung von Notfallsanitäter*innen in Deutschland

Prävalenz, Auswirkungen und organisationale Rahmenbedingungen einer Mixed-Methods-Studie

Autor/innen

  • Merle Meier DHGS - Deutsche Hochschule für Gesundheit & Sport
  • Marcus Blanke DHGS - Deutsche Hochschule für Gesundheit & Sport

DOI:

https://doi.org/10.25974/gjops.v3i1.52

Schlagworte:

Sexuelle Belästigung, Notfallsanitäter*innenausbildung, Rettungsdienst, Arbeitsplatzgewalt, Gender

Abstract

Sexuelle Belästigung stellt im Gesundheitswesen ein strukturelles Problem dar, das sowohl individuelle als auch organisationale Konsequenzen nach sich zieht (Schröttle et al., 2019). Während zahlreiche nationale und internationale Studien das Phänomen allgemein untersuchen, bestehen weiterhin Forschungslücken hinsichtlich der spezifischen Situation von Auszubildenden zum/zur Notfallsanitäter*in in Deutschland (Schröttle et al., 2019).

Ziel der vorliegenden Studie war es, Prävalenz, Formen, Kontextfaktoren, Meldeverhalten sowie Auswirkungen sexueller Belästigung während der Ausbildung systematisch zu analysieren. Hierzu wurde ein Mixed-Methods-Design gewählt, bestehend aus einer Literaturrecherche, einer quantitativen Online-Befragung (n = 243) sowie einer qualitativen Inhaltsanalyse offener Freitextantworten.

Die Ergebnisse zeigen, dass 65 Prozent der Befragten eigene Erfahrungen mit sexueller Belästigung während der Ausbildung berichteten. Verbale Übergriffe traten am häufigsten auf, wobei Rettungswachen als zentrale Tatorte identifiziert wurden. Weibliche Auszubildende waren deutlich häufiger betroffen, während männliche Betroffene vermehrt Bagatellisierungserfahrungen schilderten. Ein erheblicher Anteil der Vorfälle wurde nicht gemeldet.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sexuelle Belästigung in der Notfallsanitäter*innenausbildung kein Einzelfall, sondern ein strukturell verankertes Problem darstellt.

Veröffentlicht

2026-06-07

Ausgabe

Rubrik

Retten und Notfallversorgung

Kategorien