Der Einfluss demografischer Merkmale und Lernmotivation auf die Bewertung von Praxisanleitenden der Notfallsanitäter:innenausbildung im Einsatzgeschehen

Ergebnisse einer bundesweiten Querschnittsstudie

Autor/innen

  • Scarlett Hill Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen, Hannover
  • Jan Carlo Del Tedesco Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Hannover
  • Hendrik Eismann Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Hannover
  • Sandy Kujumdshiev DHGS Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport GmbH, Unna
  • Markus Flentje Klinikum Lippe

DOI:

https://doi.org/10.25974/gjops.v3i1.64

Schlagworte:

Ausbildungsqualität, Praxisanleitende, Lernmotivation

Abstract

Hintergrund: Um den aktuellen Herausforderungen der prähospitalen Versorgung gerecht zu werden, ist eine evidenzbasierte Ausbildung notwendig. Praxisanleitende nehmen hierbei die Schlüsselrolle ein. Eine Evaluation von Qualitäten und deren Einflussfaktoren steht aus. Aus anderen Gesundheitsberufen ist bekannt, dass demographische Faktoren die Bewertungen beeinflussen. Diese Studie hatte zum Ziel, die Bewertung von Praxisanleitung mit Einflussfaktoren zu analysieren. Die Ergebnisse sollen die Möglichkeit geben, zielgerichtete Weiterbildung zu ermöglichen, um die Ausbildungsqualität zu verbessern.

Methodik: In einer Querschnittstudie wurden mit Auszubildenden von Rettungsdienstschulen aus dem gesamten Bundesgebiet Qualitäten von Praxisanleitenden mittels Onlinefragebogen evaluiert (Skala 0=niedrig; 100=hoch). Zur Beurteilung von Einflussfaktoren wurden demographische Daten, Ausbildungsjahr und die subjektive Lernmotivation erhoben. Der Einfluss demographische Faktoren auf die Bewertung der Praxisanleitenden wurde mittels linearer Regression bewertet.

Ergebnisse: Von 467 geöffneten Fragebogen konnten 269 mit vollständiger Dateneingabe in die Bewertung einfließen. Der überwiegende der Teilnehmenden befand sich im ersten Ausbildungsjahr (133; 49,4%). Die durchschnittliche Lernmotivation lag bei Median=77 (IQR 29). Praxisanleitende wurden mit Median von von 89,25 (IQR = 24,75) für „Anleitung im Einsatz“, einen Median von 76,5 (IQR = 36,5) für „Persönlichkeit“ und einem Median  von 72,66 (IQR = 29) für „Organisatorisches Verhalten“ bewertet. Die Auszubildenden im ersten Jahr und mit hoher Lernmotivation gaben bessere Beurteilungen ab. Auszubildende mit Fachhochschulreife oder Abitur und hoher Betreuungsdichte bewerteten schlechter.

Diskussion: Im Einklang mit der Literatur zeigen unsere Ergebnisse, dass Lernmotivation positiven Einfluss auf die Bewertung der Praxisanleitenden hat. Die schlechtere Bewertung im Verlauf der Ausbildung und bei höherer Betreuungsdichte kann darauf hindeuten, dass Auszubildende auch selbstständiges Handeln mit Nicht-Ausbildern wünschen. Für die Praxis folgt, dass motivationsfördernde Maßnahmen und Umgang mit zielgruppenorientierter Supervisionsdichte in der Ausbildung für Praxisanleitende eingebunden werden sollten.

Veröffentlicht

2026-04-09