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2004 startet erstmals der onlinegestützte Studiengang BASA-online Soziale Arbeit. Die damalige Dekanin, Prof. Dr. Hiltrud von Spiegel (r.), unsere heutige Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski (2.v.r.), damals noch Prorektorin für Lehre, Studium und Studienreform, und Studiengangsbetreuer Guido Schmiemann begrüßen die Studierenden.

Damals Neuland, heute Alltag: 2004 startet der erste onlinegestützte Studiengang

Professor*innen im virtuellen Seminarraum treffen, mit Kommiliton*innen online lernen oder den Lernstoff per Video oder Podcast nachholen – was heute selbstverständlich ist, war 2004 absolutes Neuland. …



Senatssitzung in den Siebziger Jahren

Wenn nicht nur an der Hochschulpolitik gestrickt wird

Beim Wühlen durch die alten Schwarz-Weiß-Negative unseres Pressearchivs findet sich ab und an ein schöner Schnappschuss. So auch in diesem Fall.




Daniel Hagemeier ist Dozent an der MSB, der Münster School of Business. Aber auch überzeugter Gründer: Der Absolvent der FH Münster hat bereits drei Start-ups erfolgreich aufgebaut. (Foto: privat)

Die Wissenschaft anwenden: Daniel Hagemeier ist FH-Alumnus, IT-Experte – und erfolgreicher Gründer

Daniel Hagemeier kann es im Telefoninterview selbst kaum fassen, wie schnell die Zeit seit 2004 vergangen ist. Aber er war auch seither schwer beschäftigt: Der FH-Alumnus und heutige Dozent an der Münster …




Die erste Station für Nina Ebbers in der Ausbildung bei uns: die TAFH Münster GmbH. (Foto: Anne Holtkötter)

Wir bilden für uns aus – und für Europa

Unsere Hochschule ist auch ein „Ausbildungsbetrieb“. Das wird oft vergessen, weil natürlich die Studierenden die Hauptrolle spielen und Lehre und Forschung im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses …




Legendär: Im Mai 1981 überreichten FH-Rektor Prof. Martin Korda (l.) und FH-Kanzler Hans Michatsch (r.) dem NRW-Minister für Wissenschaft und Forschung, Hans Schwier, den Sparstuhl – eine Reaktion auf den Appell des Bundeskanzlers Helmut Schmidt an die Hochschulen, „mehr betriebswirtschaftliche Phantasie zu zeigen“. (Foto: FH Münster/Archiv der Pressestelle)

„Materialsammlungen wie im Museum“

Prof. Martin Korda war der vierte Rektor unserer Hochschule, in seine Amtszeit 1980 bis 1984 fiel der Umzug der Hochschulleitung und Verwaltung in die Hüfferstiftung. Der 83-Jährige erinnert sich gern …




Vom „Krüppelheim“ zum Campus der Zukunft: Die Geschichte der Hüfferstiftung

Lange Zeit war sie eine der modernsten orthopädischen Kliniken Deutschlands, wurde dann zu einem Standort unserer Hochschule und wird künftig das Herzstück eines neuen Campus in Münsters Mitte sein. Ein Blick auf die Geschichte der Hüfferstiftung.

Alles beginnt 1889, als in der Bergstraße 65 – vorerst versuchsweise – die erste caritative Heilanstalt für „arme oder wenig bemittelte, an krüppelhaftem Gebrechen“ Leidende eröffnet wird. Finanziert wird sie von Wilhelm Hüffer (1821-1895), Spross einer seit Generationen in Münster ansässigen Familie und äußerst erfolgreicher Kaufmann. Bereits als 50-Jähriger hat er sich in Rom zur Ruhe gesetzt, wo er sein beträchtliches Vermögen unter anderem für die Restaurierung verfallener Baudenkmäler verwendet. Doch er bleibt seiner Heimatstadt verbunden, fördert 1881 die Hälfte der Baukosten der Provinzial Augenheilanstalt und stiftet 1889, auf Bitten seines Bruders Eduard, eben jene Heilanstalt in der Bergstraße als erstes und einziges Institut dieser Art in Preußen.

800 Patientinnen und Patienten können hier in den ersten vier Jahren von ihren Gebrechen geheilt oder ihr Zustand zumindest wesentlich gebessert werden. Ein Erfolg, der Hüffer schließlich zur Gründung einer förmlichen Stiftung bewegt. „Der Stifter ist Wilhelm Hüffer und die Bestimmung ist die Heilung krüppelhafter Gebrechen in Münster.“ So lautete knapp und prägnant der erste Paragraph der am 18. November 1893 verfassten Stiftungsurkunde. 1899 schließlich erwirbt die Stiftung ein Grundstück an der heutigen Hüfferstraße, die damals noch Fürstenstraße heißt, auf dem dann 1901 die Arbeiten zur Errichtung einer orthopädischen Klinik beginnen.

Architekt Alexander Cazin plant repräsentativ. Ein wuchtiger Giebel im historisierenden Stil der wilhelminischen Zeit, der das rundbogige Portal betont, Balkone und Balustraden, hochgezogene Fenster und geschwungene Dachgauben. Alles in der für Münsters Architektur typischen Kombination von roten Ziegeln und hellem Naturstein. Moderne Ansätze kommen jedoch nicht zu kurz. So gibt es etwa einen Raum für Röntgenuntersuchungen, obwohl diese Technologie erst einige Jahre zuvor entdeckt worden war. Jedes Zimmer verfügt über Zuluft, im Garten der Anlage befindet sich ein Turnsaal. 1903 ist der Bau fertig, wird im Laufe des Jahrhunderts jedoch stetig erweitert. Während des Ersten Weltkrieges entsteht der Kapellentrakt, 20 Jahre später ein neuer OP-Trakt. Stets liefert Cazin die Entwürfe.

Den Zweiten Weltkrieg, der Münster radikal zerstört zurücklässt, übersteht die Hüfferstiftung nahezu unversehrt. Auf Spuren einiger Brandstellen aus dieser Zeit stoßen Bauleute 1984, als die Medizinerinnen und Mediziner in einen Neubau wechseln. „Im Dachgebälk saßen noch die angekohlten Balken“, erinnert sich 2003 der Leiter des Staatlichen Bauamtes II, Karl-Heinz Winter, in einem Zeitungsartikel zum 100. Jubiläum des Gebäudes. Schäden, die nach dem Krieg möglichst rasch und mit einfachsten Mitteln beseitigt worden waren, werden in den kommenden Jahren im Zuge von Umbau und Sanierung abermals angegangen. Ab 1986 wird in drei Abschnitten am Gebäude gearbeitet. Zu diesem Zeitpunkt sind unsere Hochschule und die Universität bereits eingezogen. Das damalige FH-Rektorat und der Fachbereich Sozialwesen arbeiten, lehren und lernen in dieser Zeit quasi auf der Baustelle.

Und auch heute sind die Hüfferstiftung und ihr unmittelbares Umfeld abermals im Wandel. Derzeit läuft die Sanierung des Gebäudes, die im Sommer 2021 abgeschlossen wird. Dann beginnt der Bau des Hüffer-Campus. Zwischen Hüfferstraße und Robert-Koch-Straße entsteht Lern- und Arbeitsraum für etwa 4400 Studierende und 500 Beschäftigte unserer Hochschule und der WWU. Neu- und Anbauten auf dem Areal bieten dann Platz für unsere Fachbereiche Sozialwesen und Gesundheit, zudem entstehen Erweiterungsflächen für die TAFH Münster GmbH und Teile unserer Verwaltung.



Blick in die Gegenwart: Momentan wird im Gebäude und um die Hüfferstiftung fleißig gebaut. (Foto: FH Münster/Online-Redaktion)

Von der ehemaligen Nutzung der Hüfferstiftung als Klinik ist heute im Grunde nichts mehr zu sehen. Nur wer um die Vergangenheit des Gebäudes weiß, erkennt in den großen Fensterfronten der Räume zur Hüfferstraße, in denen heute unser Präsidium untergebracht ist, die ursprüngliche Funktion als Operationssaal. Und wer in Zukunft auf einem der Balkone zur Südseite die Mittagspause für einen Kaffee in der Sonne nutzt, der weiß wahrscheinlich nicht, dass Patientinnen und Patienten schon vor 100 Jahren diesen Ort für ein solches Sonnenbad nutzten, um ihre Genesung zu begünstigen.

Von Moritz Schäfer

Aktuelles auf den Seiten des Gebäudemanagements
Pressemitteilung 2003: "100 Jahre Hüfferstiftung"
Weitere Informationen zum Hüffer-Campus


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