Dispositionale Achtsamkeit und wahrgenommener Stress bei Auszubildenden zum/zur Notfallsanitäter:in: Ergebnisse einer Querschnittsstudie

Autor/innen

  • Eva Kircher SRH University of Applied Science Heidelberg, Campus Stuttgart
  • Aleksandr Milberger Department of Education, SRH University of Applied Health Sciences, Heidelberg, Campus Stuttgart, Teckstrasse 62, 70190 Stuttgart

DOI:

https://doi.org/10.25974/gjops.v3i1.77

Schlagworte:

Achtsamkeit, Stress, Notfallsanitäter:innen, Rettungsdienst, Gesundheitsförderung

Abstract

Hintergrund / Fragestellung

Auszubildende zum/zur Notfallsanitäter:in sind bereits während ihrer Ausbildung mit zeitkritischen Entscheidungen, emotional belastenden Einsatzsituationen sowie organisatorischen Anforderungen konfrontiert. Achtsamkeit wird als potenzielle Ressource zur Stressbewältigung diskutiert, wurde jedoch im deutschsprachigen Rettungsdienst bislang kaum untersucht. Ziel dieser Studie war die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dispositionaler Achtsamkeit und wahrgenommenem Stress bei Auszubildenden zum/zur Notfallsanitäter:in.

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Methodik

Es wurde eine quantitative Querschnittsstudie mittels anonymer Online-Befragung durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 unter Auszubildenden zum/zur Notfallsanitäter:in in Baden-Württemberg (n = 100). Zur Erfassung des wahrgenommenen Stresses wurde die Perceived Stress Scale (PSS-10) eingesetzt. Die dispositionale Achtsamkeit wurde mittels Five Facet Mindfulness Questionnaire – Deutsche Version (FFMQ-D) erhoben. Die statistische Auswertung umfasste deskriptive Analysen, Spearman-Korrelationen, Regressionsanalysen und Gruppenvergleiche.

Ergebnisse

Zwischen Achtsamkeit und wahrgenommenem Stress zeigte sich ein signifikanter negativer Zusammenhang (rs = –0,56; p < 0,001). Die Achtsamkeit erklärte 31 % der Varianz des wahrgenommenen Stresses. Die Facetten „Akzeptieren ohne Bewertung“ sowie „Mit Aufmerksamkeit handeln“ standen stärker mit geringerem Stresserleben in Zusammenhang als die Facette „Beobachten“, für die kein signifikanter Zusammenhang festgestellt werden konnte. Signifikante Unterschiede hinsichtlich Geschlecht, Ausbildungsjahr oder rettungsdienstlicher Vorerfahrung ergaben sich nicht.

Diskussion

Die Ergebnisse stimmen mit internationalen Befunden überein, wonach höhere dispositionale Achtsamkeit mit geringerem subjektivem Stresserleben assoziiert ist. Besonders akzeptanz- und handlungsbezogene Aspekte der Achtsamkeit scheinen für die Stressbewältigung bedeutsam zu sein.

Fazit

Achtsamkeit stellt einen potenziell relevanten Schutzfaktor im Kontext der Notfallsanitäter:innen-Ausbildung dar. Die Implementierung achtsamkeitsbasierter Bildungs- und Präventionsangebote sollte in zukünftigen Interventionsstudien untersucht werden.

 

 

Veröffentlicht

2026-10-01