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23/03/2018

 

 

Ein autofreier Platz für alle

Initiative "Schloss Platz Kultur 2010" zog Zwischenbilanz /  Bebauung nur am Rand  / Schlossplatzkonferenz geplant

Münster. Für sie ist der Schlossplatz ein ungeschliffener Diamant, der eine Fassung braucht. Ein Platz, der erheblich unter Wert verkauft wird. Am Donnerstagabend nun stellte die unabhängige Initiative "Schloss Platz Kultur 2020" um Kaufmann Ulrich Krüger einem aufmerksam zuhörenden Publikum aus Politik und Stadtgesellschaft, darunter Oberbürgermeister Markus Lewe und Regierungspräsidentin Dorothee Feller, ihren ersten Zwischenbericht vor. Bei fünf  Runden Tischen waren historische und planerische Entwicklungen aufgearbeitet, Experten befragt, Potentiale im Umfeld abgeklopft worden.

Architekt Stefan Rethfeld und Pastorelreferent Marius Stelzer zogen die Halbzeitbilanz. Der Schlossplatz müsse ein (Fest-)Platz für die Bürgerinnen und Bürger bleiben, dessen Zentrum durch eine Tiefgarage autofrei zu ziehen und landschaftlich zu gestalten sei. Nur der Randbereich eigne sich als Baufeld für kulturelle Einrichtungen. Mit ins Kalkül gehöre der Schlossgarten und die vierspurige B 54. Lewe und Feller begrüßten ausdrücklich, auch das Umfeld der Stadt und der Universität einzubeziehen. So schlägt die Initiative vor, Flächen und Gebäude von Bund, Land und Stadt wie die Bereiche Neutor, Lindenhof und Georgskommende in Wert zu setzen und den Schlossgarten unter anderem mit einem Wasserkonzept und neuen Wegeführungen aufzuwerten.

Markus Lewe unterstrich, dass die Stadt den Schlossplatz als einen Identitätspunkt, einen Ort der Entschleunigung, brauche. Auch für den Send gebe es keine Alternative. Doch Potentiale seien nicht ausgeschöpft. Bei der Lösung der Verkehrsfrage müsse Sorge getragen werden, dass die Dominanz des Autos die Lebensqualität nicht beeinträchtige.  

Dem schloss sich eine angeregte und anregende Diskussion an. So kam aus dem Publikum der Vorschlag, die Frauenstraße "aus ihrem Dasein als Mauerblümchen zu befreien" und als Fußgängerzone mit direktem Blick aufs Schloss zu gestalten und die Aufforderung auch an Entscheidungsträger "endlich Nägel mit Köpfen zu machen". Götz Alsmann, Musiker und überzeugter Münsteraner, warnte vor "Sternstunden der Ödnis", die dann allzu leicht entstünden, wenn eine Platzgestaltung von innen nach außen entwickelt werde. Erst der umgekehrte Weg bringe die gewünschte Belebung mit sich. Dabei, so Hans-Werner Gummersbach, spiele es mit Blick auf die Besucherfrequenz eine große Rolle, was inhaltlich geplant sei. Das Thema Bildung berge die Möglichkeit in sich, den Ort von morgens bis abends zu bespielen. Auch Carola Möllemann-Appelhoff (FDP) plädierte für die Gesamtschau. Dabei sei es entscheidend, bei einer geplanten Bebauung sehr früh zu klären, ob der Musikcampus an der Hittorfstraße realisiert werde. Schausteller Fritz Heitmann erinnerte daran, dass mancher Plan gescheitert sei, weil er ökonomisch nicht darstellbar war. Ohne die öffentliche Hand sei nichts zu realisieren. Auch fühlten sich die Bürgerinnen und Bürger bei Vorhaben nicht mitgenommen. Der Schlossplatz müsse ein Ort der Begegnung sein, der die Menschen zusammenbringe und eine Einheit mit der Stadt bilden. Otto Reiners (Grüne) begrüße die ganzheitliche Betrachtung und Theo Strässer (SPD) plädierte dafür "endlich Klarheit zu schaffen" auch darüber, ob der Schlossplatz baulich auf Funktion zu orientieren sei oder nicht.

Die Initiative betonte, dass sich nur gemeinsam ein Weg finden lasse. Um Ideen zusammenzuführen plant sie im Sommer eine Schlossplatzkonferenz, die auch Nachbarn und Nutzer an einen Tisch bringt.

Gruppenbild
Die Initiative "Schloss Platz Kultur 2020" um Ulrich Krüger (re.) fand nicht nur in den Entscheidungsträgern Oberbürgermeister Markus Lewe (und Regierungspräsidentin Dorothee Feller sowie Musiker Götz Alsmann (2.v.re.) ein aufmerksames Publikum. Fotos: Renate Brünen

 


07/03/2018

Thema des 5. Runden Tisches: Schlossplatz als Campus denken

Mittwoch, 21. Februar, 19.00 Uhr
Ort: Bahnhofspost, Blauer Salon, Bahnhofstraße 45, 48143 Münster

Münster. Warum den Schlossplatz nicht als Campus mit den Achsen Universität und Stadt, Kultur und Wissenschaft denken? Entstehen könnte ein vernetzter Campus, der über vielfältige Veranstaltungsorte verfügt - und an dem ein Kongress- oder Konzertereignis gleichzeitig an mehreren Orten spielen kann. Ein Ort, an dem sich Stadtgesellschaft und Universität, Kultur und Wissenschaft ganz selbstverständlich begegnen.

Um dieser Idee näher zu kommen und um ein Bewusstsein für Schloss und Platz zu schaffen, befasste sich die Initiative SchlossPlatzKultur 2020 bei ihrem fünften Runden Tisch im Blauen Salon der ehemaligen Bahnpost mit den rahmenden Gebäuden und Grundstücken in der unmittelbaren Umgebung des Schlosses.

Architekt Stefan Rethfeld referierte über die beträchtlichen Potentiale des Umfeldes. Einig in dem Ziel, den zentralen Schlossplatz selber nicht zu bebauen, geht es der Initiative münsterscher Bürger darum, das Areal zu einem Ort der Wissenschaft und Kultur zu entwickeln - in Zusammenspiel mit der Umgebung.

Rethfeld führte zwölf Möglichkeitsorte vor Augen, die in direkter Beziehung zum Schlossplatz stehen, ordnete sie historisch, architektonisch und landschaftsgestalterisch ein und führte alle öffentlichen Liegenschaften auf, die in Besitz von Stadt, Land oder Bund sind und die noch dazu gewonnen werden könnten.

Als ein Ort mit unbedingtem Entwicklungspotential etwa stellt sich das 8300 Quadratmeter große, brach liegende städtische Lindenhof-Gelände zwischen Kastellgraben, Musikschule und LBS dar. Bereits 1970 und 1980 wurden Pläne für eine Kongress und Konzerthalle an dieser Stelle entwickelt, die die Stadt jedoch nicht in Angriff nahm. Nach dem Abriss der Traditionsgaststätte 2000/2006 scheint Gras über viele Pläne wie auch den eines Neubaus für den Westfälisch-Lippischen Giroverband gewachsen zu sein. Der Kaufpreis für das Grundstück lag 2006 bei 5,4 Mio. Euro.

Großes Potential für die Entwicklung dieses Filetgrundstückes in Schlossnähe sehen auch immer wieder Studierende der Architektur der MSA/Münster School of Architecture. Zuletzt eine Entwurfsklasse des Architekten Klaus Heithoff. Er stellte der Initiative ihre Entwürfe für eine fiktive Erweiterung der Musikschule inklusive Konzertsaal für 250 Personen vor. Sie reichen von einer Erweiterung mit einem eingegrabenen Neubau in modulierter Natur bis hin zum viergeschossigen Aufbau in Metall auf dem ehemaligen Naturkundemuseum von 1891, der heutigen Musikschule an der Himmelreichallee.

Weitere Möglichkeitsräume "mit Joker-Grundstücken" nahm Rethfeld mit dem Parkplatz an der Gerichtsstraße gegenüber dem Amtsgericht, dem Parkplatz an der Georgskommende, dem Hörsaalgebäude an der Bäckergasse, dem ehemaligen Stein-Gymnasium, dem Neutor, verschiedenen Instituts- und Kasernengebäuden an der Promenade, dem Kalkmarkt und dem Schlossgarten nebst Botanischem Garten in den Blick.

Wie sich in der anschließenden Diskussion zeigte, rangierte die angedachte Bandbreite der Gestaltung zwischen großstädtischem Schauraum und der Idee einer kleinteiligen Flaniermeile. Ein Platz mit vielen Facetten, der für große Funktionen wie Feste und Veranstaltungen zu erhalten sei. Ein offener Platz, dessen Ränder jedoch deutlicher zu definieren seien und dessen Umfeld ebenso im Rahmen eines Masterplans  in Wert gesetzt werden müsse.

 "Lass uns loslegen und alle Energien bündeln", appellierte TON-Geschäftsführer Ulrich Krüger, einer der Motoren hinter der Initiative, die Bewegung in die Debatte um die Gestaltung des Schlossplatzes bringen will.    

 


10/10/2017

Thema des 3. Runden Tisches: Schlossplätze anderswo

Mittwoch, 11. Oktober, 19.00 Uhr
Ort: Bahnhofspost, Blauer Salon, Bahnhofstraße 45, 48143 Münster

Wie sehen Schlossplätze in Deutschland und Europa aus? Und wie wurde das Schlossareal jeweils in Wert gesetzt: stadträumlich, architektonisch, programmatisch?Vorgestellt werden Beispiele aus Karlsruhe und Mannheim, Würzburg und Dresden und aus verschiedenen europäischen Ländern.

Zum öffentlichen Vortrags- und Diskussionsabend sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

 


05/09/2017

Thema des 2. Runden Tisches: Elemente des Schlossplatzes

Mittwoch, 6. September, 19.00 Uhr
Ort: Bahnhofspost, Blauer Salon, Bahnhofstraße 45, 48143 Münster

Zu Gast sind unsere Studierenden Marcel Arndt, Tobias John und Vincenz Keiler.

In Begleitung von Prof. Dipl.-Ing. Kirsten Schemel haben die Studierenden in einer Studie die grundlegenden Elemente des Schlossplatzes untersucht. Sie analysierten die politischen und kulturellen Rahmenbedingungen der Entwicklung und prüften Einzelarchitekturen, Landschaftselemente und Wegeführungen in ihrem Verhältnis zueinander. Die Studierenden zeigen in Varianten, wie der Schlossplatz wieder durch neu zu definierende Räume und Funktionen an Kontur gewinnen kann und in welchem Prozess eine stufenweise Umgestaltung möglich ist.

Zum öffentlichen Vortrags- und Diskussionsabend sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

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