MSAbgespielt
Der Podcast MSAbgespielt wird von Studierenden der MSA | Münster School of Architecture im Rahmen eines Masterseminars produziert. Jede Folge widmet sich einem spezifischen architektonischen Thema, in den aktuellen Folgen geht es um das Thema Prozesse. Hier hört Ihr Beiträge über die Sichtbarkeit und Perspektiven von Frauen in der Architektur, über die Wiederverwendung von Materialien und die Weiter- und Zwischennutzung von Gebäuden. Hört gerne einmal rein. Verantwortlich für die Konzeption und Betreuung des Seminars sind Prof. Kristina Sträter und Anne Isopp, Architekturjournalistin und Podcasterin.
Reconstruct
Mehr als die Hälfte der Architekturstudierenden in Deutschland sind weiblich – doch im Berufsleben, auf Baustellen und in leitenden Positionen sind Frauen weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Warum ist das so? Welche Rolle spielen tradierte Machtverhältnisse, Vereinbarkeitsfragen und geschlechterspezifische Vorurteile? Und was braucht es, damit weibliche Stimmen dauerhaft im architektonischen Diskurs ankommen? Ein Podcast über Sichtbarkeit, Strukturen und feministische Perspektiven in der Architektur. Architektur beginnt mit Linien – doch wer zieht sie, und wer wird dabei gesehen? In dieser Folge von „Reconstruct“ sprechen wir mit Prof. Sielke Schwager, Architektin und Partnerin bei MS PLUS Architekten in Münster sowie baukonstruktive Professorin an der FH Münster. Gemeinsam mit ihr werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Branche: auf Planungsprozesse, Führungsstrukturen und die oft unsichtbaren Barrieren, denen Frauen im Berufsalltag begegnen. Wir sprechen über Macht, Sichtbarkeit und strukturelle Ungleichheiten innerhalb der Architekturpraxis.
ZWISCHENNUTZUNG - Wenn Leerstand zur Chance wird
Leerstand ist längst Teil unserer Städte. Gleichzeitig fehlt bezahlbarer Wohnraum. Aber was wäre, wenn genau dieser Leerstand zur Chance wird? In dieser Podcastfolge beschäftigen sich Studierende mit dem Thema Zwischennutzung: der temporären Nutzung leer stehender Gebäude. Um das Thema greifbar zu machen, sprechen sie mit Juli Sottorf vom Kollektiv vonwegenleer und mit Prof. Sabine Hansmann. Gemeinsam mit weiteren Studierenden hat das Kollektiv ein leer stehendes Bürogebäude für einen Monat in Wohnraum verwandelt. Im Gespräch erzählen sie von der Entstehung des Projekts, von Hürden und davon, warum es ihnen vor allem darum ging, Leerstand sichtbar zu machen. Im zweiten Teil der Folge liefert Tina Unruh, Architektin und Geschäftsführerin der Hamburger Stiftung Baukultur, eine übergeordnete Einordnung. Sie spricht darüber, welche Rolle Zwischennutzungen in der Stadtentwicklung spielen können – und warum das Temporäre ein wichtiges Werkzeug im Umgang mit Wandel ist. Die Folge sucht nicht nach fertigen Lösungen. Aber sie stellt Fragen: Wie wollen wir in Zukunft mit Leerstand umgehen? Und was wäre, wenn wir Leerstand nicht als Problem, sondern als Möglichkeit begreifen?
Secondhand – nur ein Trend?
Secondhand – nur ein Trend? Zirkulär statt kurzlebig – wenn Material im Kreislauf bleibt. Secondhand ist bei Klamotten oder Möbeln ist inzwischen weit verbreitet. Doch ist dieser Trend auch in der Baubranche angekommen? In dieser Folge nehmen wir euch mit in die Thematik des zirkulären Bauens, wo Materialien ein zweites Leben bekommen und nachhaltig neu gedacht werden. Mit der Unterstützung von Prof. Dr. Anja Rosen werden wir euch die Probleme des konventionellen Baus, das Prinzip des zirkulären Baus, den bevorstehenden Wandel und die zukünftigen Entwicklungen genau auf den Punkt Woran denkt ihr, wenn ihr das Wort „Secondhand“ hört? Was wäre, wenn dieses Prinzip auch auf die Baubranche angewendet werden würde? Gebäude werden nicht einfach abgerissen, sondern sorgfältig zurückgebaut und die Materialien bekommen ein zweites Leben. In dieser Folge wird das Prinzip des zirkulären Bauens anhand des Beispielprojekts der Sanierung der Christian-Albrecht-Universität in Kiel erläutert. Gerade in einem Zeitalter der steigenden Baustoffpreise, Ressourcenknappheit und folglich die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Alternativen gewinnt diese Art zu Bauen immer mehr an Bedeutung. Zu Gast ist Prof. Dr. Anja Rosen, eine Expertin und Professorin für zirkuläres Bauen. Im Gespräch werden die Probleme des konventionellen Bauens, den bevorstehenden Wandel und die zukünftige Entwicklung genau auf den Punkt gebracht.
ZIEGELW(A)ENDE - alt gemauert, neu gedacht
Wir sprechen über alte Ziegel und ihre zweite Chance im Bauwesen. In dieser Folge begleitet den Weg eines Ziegels vom Rückbau über die Aufbereitung bis zum Wiedereinbau und zeigt, wie Wiederverwendung Ressourcen spart und architektonischen Charakter erhält. Im Gespräch mit Marcel Harder von Wiedergewonnen, Johannes Beusker von Hagemeister und Annette Hillebrandt, Professorin, fragen wir im Spannungsfeld zwischen handwerklicher Wiedergewinnung und industrieller Neuproduktion, wie realistisch eine zirkuläre Baukultur mit Ziegeln wirklich ist. Die Firma Wiedergewonnen (Bonn) zeigt, wie alte Ziegel aus dem Bestand zurückgewonnen und erneut nutzbar gemacht werden. Der Hersteller Hagemeister (Nottuln) reflektiert, inwieweit Prinzipien der Wiederverwendung und des zirkulären Bauens in eine industrielle Produktion übertragbar sind. Ergänzend ordnet Univ. -Prof. Dipl. -Ing. Annette Hillebrandt die Bedeutung von Materialkreisläufen aus architektonischer Sicht ein. Sie erläutert, wie sich Entwurfsprozesse verändern, wenn vorhandene Materialien genutzt werden, und welche gestalterischen und planerischen Konsequenzen sich daraus ergeben. Der Podcast stellt die unterschiedlichen Perspektiven von Praxis, Industrie und Lehre gegenüber und macht deutlich, dass eine zirkuläre Baukultur mit Ziegeln sowohl technische als auch wirtschaftliche und planerische Voraussetzungen braucht.
Der Gasometer - etwas Neues in etwas Altem
Der Gasometer in Münster ist ein Industriedenkmal, das seit vielen Jahren das Stadtbild prägt. In den vergangenen Jahren rückte der Gasometer immer stärker in den Mittelpunkt öffentlicher Debatten. Dabei ging es nicht nur um die Bewahrung des historischen Erbes, sondern auch um die Frage, wie das Gebäude und das umliegende Gelände künftig genutzt werden können. Der geplante Umbau des Gasometers ist ein ambitioniertes Vorhaben, das technische, architektonische und städtebauliche Herausforderungen mit sich bringt, bedingt durch seine exponierte Lage und der besonderen zylindrischen Form. Um diesen komplexen Prozess verstehen zu können und verständlich zu machen, haben wir uns mit zwei Journalisten, Pjer Biederstädt und Klaus Baumeister und mit einem der Architekten Peter Bastian getroffen, die den Entwurf für die Umgestaltung entwickelt haben. In den Gesprächen ging es um die Geschichte des Projekts, die Visionen für die Zukunft und die Bedeutung des Gasometers für Münster. Der Gasometer in Münster ist ein Industriedenkmal, das seit vielen Jahren das Stadtbild prägt. Gerade in den letzten Jahren ist es zum Thema von Diskussionen und Streit geworden, da eine Umnutzung geplant ist. In dieser Folge von MSAbgespielt geht es um die Geschichte, das geplante Bauvorhaben und all die Prozesse, die hierbei beachtet werden müssen.
MSAbgespielt - Trailer zum Podcast der MSA | Münster School of Architecture
Der Podcast MSAbgespielt! wird von Studierenden der MSA | Münster School of Architecture im Rahmen eines Masterseminars zum Thema Verbindungen produziert. Jede Folge widmet sich einem spezifischen architektonischen Thema, beispielsweise der Nachhaltigkeit von Baustoffen wie Beton, der Umgestaltung urbaner Räume wie dem Bremer Platz in Münster oder innovativen Materialien wie Seegras im Bauwesen.
Drang zum Klang - Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum
Der Mittelpunkt des neu errichteten Musikforums in Bochum ist eine neogotische Kirche. In dieser Folge sprechen die Studierenden mit den Architekten über die Verbindung von alter und neuer Architektur, die Herausforderungen des Umbaus einer Kirche und die Bedeutung des Musikforums mit seiner Lage mitten im Bermudadreieck für Stadt und Region, Die 1868 erbaute neogotische St. Marien Kirche, einst der Wahrzeichen der Bochumer Innenstadt, sollte 2002 abgerissen werden. Eine Bürgerinitiative setzte sich für den Erhalt ein und der Siegerentwurf von Bez + Kock brachte die entscheidende Kehrtwende. Statt des Abrisses wurde die St. Marien Kirche als Eingangshalle zum Mittelpunkt des neu erbauten Musikforums. Thorsten Kock ist Gründer des Generalplanungsbüros Bez + Kock Architekten und Hauptverantwortlicher des Großprojekts. Bernhard Mensen hat sich mit seinem Architekturbüro Mensen + Zora auf die Sanierung und den Umbau zeitgeschichtsrelevanter Gebäude spezialisiert. Im Gespräch beleuchten sie gemeinsam den Verlauf des einzigartigen Projektes.
Brücken zwischen den Zeiten - Kunsthalle Münster
Bauen im Bestand nimmt einen immer wichtigeren Stellenwert in der Baubranche ein. Doch was heißt das konkret für die Planung und die spätere Nutzung? In dieser Folge nehmen die Studierenden die Hörer und Hörerinnen mit auf eine Reise in die Kunsthalle Münster, die am Hafen von Münster liegt und frühere einmal ein Speichergebäude gewesen war. Um mehr über den Umbau des Gebäudes und die Nutzung des Gebäudes als Ausstellungsraum zu erfahren, sprechen sie mit dem Bauherren Wolfgang Hölker und der Kunsthallenleiterin Merle Radtke. Im Anschluss reflektieren und analysieren sie das Gehörte und Gesehene. Die Kunsthalle Münster ist ein ehemaliges Speichergebäude, das zu einer Kunstgalerie und zu Ateliers umgebaut wurde. Vor dem Umbau trug der Bau den Namen Speicher II und diente ursprünglich als Lager- und Handelsort für Kohle, Getreide und andere Waren. Beim Umbau war der Erhalt der geschichtlichen Bauelemente und der damit verbundenen Atmosphäre von besonderer Bedeutung.
Neue Lebensräume in Osnabrück: Industrieareal wird zum Wohnquartier
In dieser Folge sprechen wir über die bevorstehende Transformation eines ehemaligen Industrieareals in Osnabrück. Auf dem Gelände der früheren Stahlverarbeitungsfabrik der IAG Magnum soll ein modernes und zukunftsfähiges Stadtquartier entstehen. Wie lässt sich ein früher industriell genutztes Gelände sinnvoll für eine urbane Wohn- und Arbeitsnutzung umgestalten? Und welche Herausforderungen birgt so eine Aufgabe? Dieser Neubeginn bringt Herausforderungen und Chancen zugleich. Um Antworten auf diese Fragen zu finden, führten die Studierenden ein Interview mit Sebastian Hermann vom Architekturbüro ASTOC Architects, das den Wettbewerb zur Gestaltung des Quartiers gewann.
Bauen mit SEEGRAS
Kann Seegras als Rohstoff die Zukunft des nachhaltigen Bauens revolutionieren? Welche Rolle Seegras kann im Bauwesen spielen und welche Bedeutung hat es als Pflanze für die Ökosysteme. Mit Blick auf das Ferienhaus des dänischen Architekturbüros Vandkunsten auf der Insel Læsø gehen die Studierenden der Fragestellung nach, wie Seegras in der Baupraxis am besten eingesetzt werden kann. Sie sprechen mit Jörn Hartje vom Seegrashandel über die Anwendung und die Zulassungen für Seegras als Baustoffes und mit Philipp Schubert vom Meeresforschungsinstitut GEOMAR über die Verfügbarkeit und die ökologische Bedeutung dieser Pflanze für die Meere.
Plätzchentalk – Der Bremer Platz in Münster
Nicht jeder Platz in der Stadt ist ein Wohlfühlort. Manche gelten als unsicher oder unattraktiv. Der Bremer Platz in Münster, gleich hinter dem Hauptbahnhof gelegen, war lange Zeit eine No-go-Area. Heute ist er wieder zu einem Begegnungsraum geworden, in dem unterschiedliche Nutzergruppen ihren Platz finden. Dieser Wandel ist gelungen, weil Stadtplanung, AnwohnerInnen und Nutzergruppen gemeinsam Lösungen entwickelt haben. Zu Beginn holte man AnwohnerInnen, Stadtverwaltung und Vertreterinnen der Drogenszene an einen Tisch, um über ihre Interessen und Bedarfe zu sprechen und um diese dann in der Planung zu berücksichtigen. In dieser Folge sprechen die Studierenden mit dem Landschaftsarchitekten Gordon Brandenfels und der Quartiersmanagerin Judith Döpker über die Neugestaltung und Nutzung des Platzes. Sie wollen wissen, wie es gelang, die verschiedenen Nutzerinteressen zu berücksichtigen und den Ort so zu gestalten, dass er von den verschiedenen Nutzergruppen angenommen wird und als Begegnungsstätte funktioniert.
BETONGEIL – darf man heute noch mit Beton bauen?
Im Mittelpunkt dieser Folge steht der Baustoff Beton im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit, Beständigkeit und architektonischer Faszination. Wieso sind Architekten so betonverliebt? Was ist so faszinierend am Beton? Wie sieht zukünftig ein adäquater Umgang mit Beton aus? Beton gehört zu den bedeutendsten Baustoffen unserer Zeit: langlebig, vielseitig formbar und nahezu überall verfügbar. Doch genau dieser „Super-Baustoff“ gerät zunehmend in die Kritik – vor allem wegen der enormen CO₂-Emissionen, die bei der Zementproduktion entstehen. Warum wird Beton trotz seiner ökologischen Nachteile immer noch so intensiv genutzt? Gibt es Ansätze, die negativen Auswirkungen zu minimieren? Und ist Beton als Baustoff überhaupt noch zeitgemäß? In dieser Folge sprechen die Studierenden mit Johannes Schilling, Architekt und ehemaliger Professor für Baukonstruktion an der Münster School of Architecture, über seine persönliche Haltung zum Material.