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Step-by-Step

Abhängig vom Zweck des Workshops kann der Fluss die Entwicklung eines Projekts, eines Teams oder einer einzelnen Person darstellen.

1. Klebt ein paar große Flipchart-Papiere an die Wand oder legt diese auf einem Tisch aus. Das Team stellt oder setzt sich in einem Halbkreis um die Flipchart-Papiere. Alternativ kann das Tool auch online über eine Kollaborationsplattform genutzt werden.

2. Überlegt im Team, wie das Projekt oder das Team entstanden ist. Wer hat bisher daran teilgenommen? Welche wichtigen Ereignisse fanden statt? Welche Meilensteine wurden erreicht? Welche Rückschläge gab es?

3. Wenn ihr euch über diese Aspekte Gedanken gemacht habt, beginnt diese auf dem Papier zu visualisieren. Zeichnet in die Mitte des Papiers einen großen Fluss. Dieser spiegelt die Reise/Entwicklung eures Teams wider. Das Boot in der Mitte des Flusses stellt den Status quo dar. Der Fluss kann Schiffe, Felsbrocken, Fische, Baumstämme etc. enthalten, um den Lauf der Zeit und die Ereignisse zu veranschaulichen. Verwendet hierfür bunte Stifte, verschiedene Symbole und/oder Ausschnitte aus Zeitschriften.

4. Plant am Ende Zeit für die Reflexion in der Gruppe ein. Lasst auch Diskussionen und verschiedene Sichtweisen zu. Durch die Reflexion von Erfolgen und Misserfolgen wird das kooperative Engagement erhöht. Zum einen werden euch noch einmal eure Erfolge vor Augen geführt, zum anderen könnt ihr durch die Reflexion Strategien entwickeln, wie ihr zukünftige Misserfolge vermeiden und Erfolge fördern könnt. Der Fluss kann euch hierbei als Wegweiser oder Kompass für die Zukunft dienen.

Mehr zu dem Tool

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Die River-of-Life-Methode fördert eine kreative und interaktive Art der Zusammenarbeit.
  • Das Tool hilft dabei, den Teilnehmenden die Vielfalt der Perspektiven und Erfahrungen innerhalb einer Gemeinschaft vor Augen zu führen.
  • Das Tool kann fortlaufend durchgeführt werden, um die Entwicklung/den Prozess über die Zeit zu verfolgen.
  • Durch die Verwendung des Bootes als Referenzpunkt (Status Quo) kann das Tool sowohl zur Reflexion für retrospektive Erfahrungen als auch für prospektive Visionen/Ziele verwendet werden.

Nachteile:

  • Es sollte genügend Zeit für Erinnerungen, Diskussionen und die Erzielung eines Gruppenkonsenses über die Ereignisse in der Vergangenheit eingeräumt werden.
  • Wenn das Tool in Gruppen verwendet wird, sollten die Moderatoren*innen darauf vorbereitet sein, mit potenziellen Problemen der Gruppendynamik umzugehen, wie z. B. die Dominanz bestimmter Teilnehmenden oder Konflikte während der Diskussion.

Praxisanwendung

Wie kann digitale Zusammenarbeit auf ansprechende Art und Weise, insbesondere während der Covid-19-Pandemie, gefördert werden? Zusammen mit der Projektleiterin Chiowai Maggie Chak aus dem münster.land.leben Teilprojekt "Science Marketing" bildeten neun Studierende im Rahmen eines Semesterprojektes eine gemeinsame Initiative. Das Ziel dieser Initiative war die Entwicklung und Validierung einer virtuellen Workshop-Methodik zur Verbesserung der Zusammenarbeit in partizipativen Forschungsprojekten, welche später im münster.land.leben angewandt werden soll. Unter Verwendung eines Storytelling-Ansatzes nutzte das Projektteam Metaphern, um die kollaborative Reise eines Science/Society-Projektes als eine Segelreise zu beschreiben. Hierfür wurde die River-of-Life-Methode verwendet. Um den Einsatz der Methode an Science/Society-Projekten zu testen, rekrutierten die Studierende einzelne Personen. Diese Teilnehmenden engagieren sich gesellschaftlich aktiv in gesundheitsbezogenen Projekten. In einem interaktiven, virtuellen Workshop stellten die Teilnehmenden ihre eigenen "Segelreise" (d.h. Projektarbeit) dar, wobei das Boot den Status quo des Projektteams symbolisiert. Hierbei nutzen sie unterschiedliche Symbole, z. B., einen Anker als vorrübergehenden Projektstopp, Abwind-Wellen als vorrübergehender Projektantrieb oder Stürme als unkontrollierbare Ereignisse. Anschließend markierten die Teilnehmenden die "Leuchttürme", die die wichtigsten Lehren darstellen, die ihrem Team eine sinnvollere und effektivere Zusammenarbeit in der Zukunft ermöglichen könnten. Diese vorläufige Test-Anwendung des Workshop-Tools zeigte vielversprechende Ergebnisse. Das Tool hat sich bewährt und wurde für Teilnehmende eines kollaborativen Forschungsprojektes als nützlich erachtet, um die Geschichte des Teams zu reflektieren und die wichtigsten Ereignisse/Erfolge im Projekt zu verfolgen. Hierdurch soll die Kooperation im Team gefördert werden. Nach erfolgreicher Validierung soll das Tool nun auch bei den Teilprojekten des münster.land.leben eingeführt werden.

Tipps aus der Praxis

  • Die Methode könnt ihr als Ice-Breaker, als partizipative Übung für die Zusammenarbeit oder als Evaluationsinstrument einsetzen.
  • Es ist wichtig, dass ihr den Teilnehmenden die Metapher entsprechend des interessierenden Themas gut erklärt.
  • Falls sich manche Teilnehmende beim Zeichnen nicht wohl fühlen, können sie auch über die Reise schreiben oder Ausschnitte aus der Zeitung nutzten.
  • Wenn der Workshop in Gruppen durchgeführt wird, solltet ihr den Teilnehmenden genügend Zeit und Raum geben, um zu diskutieren und Unstimmigkeiten selbst zu lösen.
  • Obwohl die Metapher "River of Life" heißt, könnt ihr diese Methode auch an andere Kontexte (z. B. die Metapher "Wanderroute" oder "Fahrradtour") anpassen, mit denen die Teilnehmenden vertraut sind.

Testimonial



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