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Bettina Bayer erhielt den Hochschulpreis für die beste Bachelorarbeit des Fachbereichs Sozialwesen im Jahr 2019. (Fotos: privat)

Wir haben mit der 23-Jährigen über ihre Bachelorarbeit "Eine Systematisierung der Ambulanten Suchtberatung durch das Lebensbewältigungskonzept nach Lothar Böhnisch", die Auszeichnung mit dem Hochschulpreis und ihre jetzige Tätigkeit gesprochen.

Was bedeutet die Auszeichnung mit dem Hochschulpreis für Sie?
Nach dem Kolloquium haben meine Prüfer Prof. Wallroth und Prof. Mennemann angedeutet, dass sie mich für den Preis vorschlagen möchten. Ich hatte noch nie von dem Hochschulpreis gehört. Dass ich ihn nun tatsächlich gewonnen habe, freut mich total! Es ist schön, dass meine Bachelorarbeit so anerkannt und wertgeschätzt wird.

Wie sind Sie auf das Thema Ihrer Bachelorarbeit gekommen?
Ich beschäftige mich schon länger mit Suchterkrankungen: Nach dem Abitur habe ich ein Jahr lang im Bundesfreiwilligendienst gearbeitet, und zwar in einem Wohnheim für chronisch alkoholkranke Männer und Frauen. Mein Praxissemester habe ich dann in einer Suchtberatung gemacht. Mir war schnell klar, dass ich mich auch in meiner Abschlussarbeit mit dem Thema Sucht befassen möchte. In einem Reflexionsgespräch bei der Suchtberatung hatte ich das Gefühl, dass die angewendeten Beratungstechniken überwiegend medizinisch und therapeutisch begründet werden, aber nicht durch theoretische Konzepte der Sozialen Arbeit. Das wollte ich ändern und eine theoriebasierte Arbeit schreiben, die zur Professionalisierung der Sozialen Arbeit beitragen kann.

Warum haben Sie das Lebensbewältigungskonzept nach Lothar Böhnisch für Ihre Arbeit ausgewählt?
Da ich mich seit dem zweiten Semester als Tutorin mit der Verknüpfung von Praxis und Theorie beschäftigt habe, bin ich mit verschiedenen Theorien der Sozialen Arbeit in Berührung gekommen. Für meine Abschlussarbeit wollte ich mir aber eine neue Theorie aneignen. Lothar Böhnisch verbindet in seinem Lebensbewältigungskonzept die Mikro-, Meso- und Makroebene miteinander. Ich fand es spannend, sein Modell auf die ambulante Suchtberatung anzuwenden. In meiner Arbeit habe ich ein Raster entwickelt, das die wesentlichsten Aspekte des Konzepts beinhaltet. Und dann habe ich versucht, die Praxis der Suchtberatung dort einzuordnen. Das war tatsächlich für einen Großteil der Methoden und Techniken möglich.

Können Sie die Ergebnisse Ihrer Bachelorthesis bei Ihrer jetzigen Arbeit in einer Caritas-Fachstelle für Suchtprävention nutzen?
Tatsächlich ist Suchtprävention ein völlig anderes Arbeitsfeld als Suchtberatung. Aber nichtsdestotrotz merke ich, dass ich auch hier auf allen drei Systemebenen arbeiten kann - sowohl auf der Mikro-, der Meso- als auch auf der Makroebene. Besonders beim Entwickeln von neuen Konzepten bietet es sich an, meine Ideen mit Aspekten aus Böhnischs Theorie zu begründen.

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