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Das eine geht nicht ohne das andere

FH Münster beruft Prof. Dr. Birgit Möller-Kallista für Klinische Psychologie in der Sozialen Arbeit


Prof. Dr. Birgit Möller-Kallista
Prof. Dr. Birgit Möller-Kallista lehrt seit September als Professorin am Fachbereich Sozialwesen der FH Münster. Ihr Schwerpunkt ist Klinische Psychologie. (Foto: FH Münster/Wilfried Gerharz)

Münster (11. November 2020). Vom Krieg traumatisierte Kinder und Witwen dabei zu unterstützen, zurück ins Leben zu finden – das war Ziel eines psychosozialen Projektes im Kosovo. Geleitet hat es zehn Jahre lang die habilitierte Psychologin und Psychotherapeutin Prof. Dr. Birgit Möller-Kallista. „So ein Projekt funktioniert nur, wenn man gute Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter an der Seite hat“, erklärt die Wissenschaftlerin, die großen Wert auf interdisziplinäre Zusammenarbeit legt. Die beiden Fachdisziplinen Psychologie und Soziale Arbeit zu verknüpfen, ist auch Aufgabe ihrer neuen Stelle: Zu diesem Wintersemester ist Möller-Kallista als Professorin an den Fachbereich Sozialwesen der FH Münster berufen worden. Dort vertritt sie das Lehr- und Forschungsgebiet Klinische Psychologie.

„Ein hoher Anteil der Klientel von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern weist psychische Störungen auf“, erklärt die 49-Jährige. Die nötigen Grundlagen, um professionell damit umgehen zu können, möchte sie den Studierenden des Fachbereichs Sozialwesen vermitteln. „Klinische Psychologie funktioniert nicht ohne Soziale Arbeit und das gleiche gilt auch umgekehrt. Es ist wichtig, immer das komplexe Zusammenspiel verschiedener psychologischer und sozialer Faktoren unter die Lupe zu nehmen“, so die Überzeugung der Hochschullehrerin. In der Lehre legt sie Wert auf Anwendungsnähe: „Ich möchte den Studierenden die Begeisterung für mein Fach vermitteln. Dazu werde ich mich sehr nah an der klinischen Arbeit orientieren und viele Fallbeispiele mitbringen.“

Vor ihrer Berufung an die FH Münster war Möller-Kallista sechs Jahre lang leitende Psychologin in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie am Universitätsklinikum Münster (UKM). Dort hat sie unter anderem die Arbeitsgruppe „Flüchtlingskinder“ geleitet. Mit diesem Thema hatte sie sich bereits in ihrer Dissertation „Wir möchten alles vergessen. – Schwierigkeiten und Perspektiven kinder- und jugendpsychiatrischer Behandlungen von traumatisierten Flüchtlingskindern und ihren Familien aus dem Kosovo“ näher beschäftigt.

Ein anderer Themenbereich, zu dem die Psychologin intensiv forscht, sind Kinder von psychisch oder physisch kranken Eltern. Darum ging es auch in ihrem Habilitationsprojekt, in dem sie untersucht hat, wie familienbasierte seelische Gesundheitsvorsorge von Kindern krebskranker Eltern am besten funktioniert. Außerdem arbeitet Möller-Kallista zum Thema Geschlechtervielfalt und Transidentität und widmet sich der Frage, wie sich die psychosoziale Situation von transidenten Kindern und Jugendlichen verbessern lässt. „Da gibt es noch sehr viel zu tun. Das ist ein total schöner Bereich, wo man viel verändern kann“, sagt die Mutter eines Kindes. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Prof. Dr. Georg Romer hatte die gebürtige Hamburgerin am Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf (UKE) 2006 eine der ersten Spezialsprechstunden in Deutschland für Betroffene eingerichtet. Nach dem Wechsel der beiden ans UKM eröffneten sie 2014 auch dort gemeinsam eine Sprechstunde für Geschlechtsdysphorie.

Dass sie Psychologin werden wollte, wusste Möller-Kallista schon als Kind. Nach ihrem Studium an der Universität Hamburg entdeckte sie während einer ihrer ersten beruflichen Stationen am UKE, wo sie neben der klinischen Arbeit auch in Lehre und Forschung tätig war, ihre Begeisterung für den akademischen Bereich: „Mein Herz brennt für die Hochschule. An der FH Münster gefällt mir die tolle Verquickung von großer Anwendungsnähe und guter inhaltlicher Ausrichtung“, so die neuberufene Professorin. „Ich freue mich auf den Austausch und ein lebendiges Miteinander.“ Die Studierenden am Fachbereich Sozialwesen hat sie bisher als „sehr engagiert, interessiert und neugierig“ erlebt. „Die bringen schon unheimlich viel mit und haben bereits ein sehr gutes professionelles Selbstverständnis.“

In Münster fühlt sich Möller-Kallista sehr wohl: „Das ist eine unglaublich liebenswerte Stadt. Ich liebe es, hier Rad zu fahren und mag die kurzen Wege und das viele Grün.“




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